60 Dollar fürs Brot: New York feiert den Luxus-Laib


Panorama

Irrer Hype: Bäcker aus Österreich verkauft Brot in New York zu absurden Preisen

Mitarbeitende und Kunden stehen im New Yorker „Rye“ neben Roggenbrotlaiben an der Wand und auf der Verkaufstheke.
picture alliance/dpa | Anne Pollmann

Ein Österreicher verkauft in New York Brot für 60 Dollar. Brilliant oder bescheuert?

Abendbrot für 60 Dollar! Das deutsche Standardessen wird zum Hype in New York und zieht neugierige Brot-Fans in den hippen Stadtteil SoHo. Ist der Hype seinen Preis wert – oder haben die Amis einen Knall, wenn sie so viel Geld für Brot ausgeben?

Die österreichische Bäckerei Martin Auer hat eine Filiale in New York eröffnet: Bei RYE im trendigen Stadtteil SoHo in Manhattan kann man seit dem 10. September österreichisches Natursauerteigbrot kaufen. Rye – das heißt auf Englisch Roggen. Der Name ist also Programm.

Brot in Amerika teurer als in Österreich

So weit, so gut. Auch dass eine deutsch-österreichische Tradition in Amerika begeistert, ist erst mal nicht überraschend: Im Land der labbrigen Toastbrote ist ein anständiges Roggenbrot halt schwer zu finden. Aber der Preis lässt sogar die New Yorker stocken – und die sind Preise gewohnt, die Kummer verursachen. 60 Dollar soll ein Brot kosten. Nochmal: 60 Dollar für einen 1,5-Kilogramm-Laib Brot. Das sind umgerechnet 52 Euro.

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Damit verkauft das familiengeführte Traditionsunternehmen sein Brot in New York fast viermal so teuer wie daheim. Im Gespräch mit dem „Spiegel“ verrät Tim Auer, Sohn des Seniorchefs, allerdings, dass er die Preise nicht für Größenwahn hält. Ganz im Gegenteil: Mit der Filiale in New York wolle man etwas Besonderes schaffen und das Produkt in den Mittelpunkt stellen. Alles ist durchdesigned: von der Brotgalerie an der Wand bis hin zum Ofen, den man beim Betreten der Bäckerei sofort sieht. Man habe „keine Kosten und Mühen“ gescheut, so Auer.

Das Internet bewertet die Mondpreise anders. Ein User auf Instagram kommt aus dem Lachen gar nicht mehr heraus: „Wir leben in einer Welt, in der Abendbrot für 60 Dollar viral geht!“, schreibt er. Auch in den Kommentarspalten beömmelt man sich über das Luxus-Brot. Die Supermarktkette Edeka schreibt etwa: „Kleines Geheimnis: Das Ganze bekommt ihr bei uns auch deutlich günstiger.“ In einem anderen Kommentar heißt es: „Ich glaub, ich muss in die USA. Da kann man als Deutscher ja reich werden!“

Trotz der Häme im Internet: Das Brot scheint in New York gut anzukommen. Der „Spiegel“ berichtet von Kunden, die die Qualität loben, und von gut geleerten Regalen vor Ladenschluss. Wer nicht gleich ein ganzes Brot kaufen möchte, kann sich auch für belegte Scheiben entscheiden. Die liegen bei schlappen 16 Dollar.