Keine Handshakes, kein Respekt bei der Hymne: Israel-Irland-Spiel wird zu einem großen Skandal
Stand: 28.09.2026, 07:57 Uhr
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Irland schlägt Israel in der Nations League klar. Die politisch hochbrisante Partie wird allerdings von unschönen Szenen überschattet.
Debrecen – Der klare Erfolg der irischen Nationalmannschaft am Sonntagabend gegen Israel war am Ende nur Nebensache eines traurigen Fußball-Abends. Die Partie wurde erwartungsgemäß von den politischen Spannungen der beiden Länder überschattet. Schon vor dem Anpfiff blieben die sonst üblichen Gesten aus: Die Spieler verzichteten auf Shakehands und den Austausch der Wimpel.

Während der israelischen Hymne senkten die Iren den Kopf. Auch Einlaufkinder waren nicht im Stadion. Irische Fans blieben ebenfalls aus; insgesamt verfolgten nur wenige Zuschauer die Partie vor Ort. Für den deutschen Schiedsrichter Harm Osmers wurde das Spiel damit auch abseits des Sportlichen zu einer besonderen Herausforderung.
Skandal-Partie sportlich früh entschieden
Die Republik Irland gehört seit Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen im Oktober 2023 zu den europäischen Ländern, die besonders deutlich ihre Unterstützung für die Palästinenser zum Ausdruck gebracht haben. Israels Existenzrecht wird ausdrücklich betont, gleichzeitig hat Dublin 2024 den Staat Palästina offiziell anerkannt.
Wie umstritten die Teilnahme an der Partie innerhalb des irischen Teams war, zeigte sich bereits in der Vorbereitung. Erst nach einer längeren Mannschaftssitzung stimmten die Spieler zu, gegen Israel anzutreten. Torwart Gavin Bazunu verweigerte allerdings einen Einsatz. Trainer Heimir Hallgrímsson beschrieb die Woche im Interview mit dem irischen Sender RTÉ als „eine der herausforderndsten Wochen für mich als Trainer“. Die Mannschaft befinde sich in Situationen, „die wir so noch nicht erlebt haben“.
Die irischen Spieler trugen schwarze Armbinden. David Courell, Geschäftsführer des irischen Fußballverbands, hatte sie am Samstag als Zeichen der „Würdigung aller im Gaza-Konflikt verlorenen Menschenleben“ bezeichnet. Sportlich war die Partie früh entschieden: Troy Parrott brachte Irland in der 13. Minute in Führung. Adam Idah erhöhte nur drei Minuten später, Jack Moylan stellte in der 25. Minute den Endstand her. (sid/kk)