7. Oktober: Israel nach dem Terror – Sie trauern, und sie tanzen trotzdem
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Fast drei Jahre sind vergangen seit dem 7. Oktober – dem Tag, der Israels Geschichte in ein Davor und ein Danach teilte. Fast drei Jahre, in denen Trauer zum ständigen Begleiter wurde, der Konflikt nie wirklich zur Ruhe kam und viele Menschen Wunden mit sich tragen, die niemand sehen kann. Und doch gibt es etwas in diesem Land, das sich nicht brechen lässt. Die Lebensfreude. Die Widerstandskraft. Die Hoffnung.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Im Juni bin ich selbst vor Ort, und was ich sehe, irritiert mich zunächst. Menschen, die tanzen. Mitten in all dem Schmerz. Ich frage mich: Wie kann das sein? Wie kann man feiern, wenn die Angst noch so nah ist, wenn jede Familie jemanden kennt, der jemanden verloren hat?

Kiona Mae Higgins arbeitet als Social-Media-Redakteurin in der FUNKE Zentralredaktion. Im Juni war sie auf Pressereise in Israel.© Funke | Lucas Peuser
Israel: Es ist kein Vergessen. Es ist kein Verdrängen. Es ist das Gegenteil.
Als ich im Sommer durch die Straßen der Altstadt Tel Avivs laufe, während ein Straßenfest mit Live-Musik stattfindet, verstehe ich es: Es ist kein Vergessen. Es ist kein Verdrängen. Es ist das Gegenteil. Die Menschen tanzen in den Straßen, sie feiern Geburtstage in Restaurants, nachdem sie den Morgen im Schutzbunker verbracht haben, sie lachen am Strand und spielen Volleyball – nicht, weil ihnen die Trauer fremd wäre, sondern weil sie sich weigern, ihr das letzte Wort zu überlassen. Jeder Ausfallschritt ist eine Antwort. Jedes Lachen ein kleiner Akt des Widerstands gegen die, die genau dieses Leben auslöschen wollten.
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Diese Menschen wissen genau, was sie verloren haben. Und sie tanzen trotzdem. Gerade deshalb. Vielleicht ist das die eigentliche Lehre dieses Tages, drei Jahre später: Trauer und Lebensfreude schließen sich nicht aus. Sie existieren nebeneinander, Hand in Hand.