Ist Eintracht Frankfurt bereit für die Saison? 5 Fragen, 3 Meinungen


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Ist die Eintracht bereit für die Saison? 5 Fragen, 3 Meinungen

Zwei Wochen vor dem Saisonstart ist der Kader von Eintracht Frankfurt weiter unvollständig, es gibt sehr viele Fragezeichen. Wo muss noch nachgebessert werden? Wer könnte überraschen? Der hr-sport diskutiert.

Hütter von Eintracht Frankfurt

Adi Hütter hat noch ein wenig Arbeit vor sich. Bild © IMAGO / HMB-Media

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Der Kader von Eintracht Frankfurt muss dringend verschlankt werden. Das Team von FUSSBALL2000 analysiert den Transferstau bei den Hessen.

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Eintracht Frankfurt startet in einer Woche im DFB-Pokal in die neue Saison. Adi Hütter hat das Team aufgepäppelt und auch taktisch wieder auf Vordermann gebracht. Der Kader weist aber nach wie vor große Lücken auf. Die entscheidende Frage: Was muss noch passieren? Fünf Fragen, drei Meinungen:

Wie viele Neuzugänge braucht die Eintracht noch?

Daniel Schmitt: In einer Fußballmanager-Simulation würde ich auf große Einkaufstour gehen. Torwart, Innenverteidiger, zwei Außenverteidiger, Stürmer. Fünf Leute, alle mit Stammplatz-Potenzial. Motto: Was kostet die Welt? In der Realität wird das so natürlich nicht passieren. Kader zu groß, Geld zu knapp. Hier und da wird Trainer Adi Hütter mit denen arbeiten müssen, die da sind. Vielleicht kommen ja wenigstens noch zwei, drei Leute. Wäre gut.

Stephan Reich: Die Eintracht hält es mit der Kaderplanung wie ich früher in der Schule mit den Hausaufgaben: gerne alles auf den letzten Drücker. Für mich hat es zu einem mittelmäßigen Abi gereicht, aber die Eintracht droht die ersten Saisonspiele abzuschenken. In der Innenverteidigung, im Sturm und auf der Linksverteidigerposition müssen dringend Spieler mit Startelf- und Führungsanspruch kommen. Und gerne nicht erst am Deadline Day.

Mark Weidenfeller: Ich würde sagen: eine ganze Menge. Nach den Abgängen von Nathaniel Brown, Aurèle Amenda und Rasmus Kristensen sowie der unklaren Zukunft von Arthur Theate müssen in der Defensive schon rein mathematisch noch drei Neue her. Da der bisher einzige Neuzugang Otavio keine Soforthilfe zu sein scheint, ist mindestens ein weiterer – und zwar sehr guter – Innenverteidiger Pflicht. Sollte wirklich Europa das Ziel sein, sollten zudem zwei Außenverteidiger mit Format kommen. Ein weiterer Stürmer mit Kalimuendo-Format fehlt ebenfalls. Zusammengefasst: Sind einmal alle einer Meinung.

Welcher Frankfurter Bubb schafft den Durchbruch – Baum oder Ebnoutalib?

Stephan Reich: Hot Take: beide. Ebnoutalib bringt ein super interessantes Gesamtpaket mit, gerade in einer Doppelspitze mit dem erfahrenen Jonny Burkardt könnte er aufblühen. Und hinten rechts scheint Baum ja gesetzt, zumindest Engagement und Einstellung passen zum Hütter-Fußball. Stand jetzt gibt es für beide auch keine ernsthafte Konkurrenz. In diesem Sinne: Bitte starten Sie durch!

Mark Weidenfeller: Wenn ich mein hart verdientes Geld verwetten müsste, würde ich die Penunzen mit großen Bauchschmerzen auf Younes Ebnoutalib setzen. Das Kind der Nordi bringt körperlich alles mit und wäre zumindest physisch ein Kandidat für eine neue Büffelherde. Ob er das Zeug zum Bundesliga-Stürmer hat, muss er allerdings noch beweisen. Dass Elias Baum in dieser Saison durchstartet, glaube ich nicht. Der Junge ist solide, die Eintracht braucht aber deutlich mehr.

Daniel Schmitt: Um Geld wette ich generell nie, gerne aber um eine Flasche Rosé. Oder einen Sauergespritzten. Eure Entscheidung. Mein Take: Baum wird spielen, allein dadurch in die Peripherie der Nationalmannschaft gelangen, was Kloppos Personaldilemma verdeutlicht. Am Ende aber kommt er über durchschnittliches Bundesliga-Niveau nicht hinaus. Die Geschichte mit Ebnoutalib wäre eine fürs Herz, logo, wehren würde sich dagegen niemand. Am Ende aber müssen es vorne Jonny Burkardt und der noch zu verpflichtende Angreifer richten. Durchstarter unter den Frankfurter Eigengewächsen wird eh ein ganz anderer. Bitte schön, Herr Weidenfeller, ein gemachtes Feld…  

Wer hat das Potenzial zur Überraschung?

Mark Weidenfeller: Eins vorneweg: Man sollte den Jungen in Ruhe lassen und vor allem in Ruhe reifen lassen. Vielleicht nicht so lange wie einen guten Wein, aber Ivo Ilicevic ist weiter erst 15 Jahre alt und hat noch viel Lebens- und Profizeit vor sich. Eins ist aber klar: Wenn die Eindrücke aus den bisherigen Trainingseinheiten und dem Trainingslager nicht völlig irreführend sind, hat die Eintracht mit Ilicevic ein echtes Juwel im Kader. Ilicevic wird seinen Weg machen - und hat definitiv das Zeug dazu, schon in dieser Saison in der Bundesliga aufzutauchen. Wer braucht da schon Lennart Karl?

Daniel Schmitt: Ilicevic habe ich nur einmal kurz live gesehen, da muss ich mich ansonsten auf Marks Einschätzungen verlassen. Ob das wirklich eine gute Idee ist? Belassen wir es bei der rhetorischen Frage. Aber ernsthaft: Ilicevic scheint ja tatsächlich ein Mega-Talent zu sein. Selbst beobachte ich Love Arrhov sehr gerne, der kann richtig kicken, könnte hinter Can Uzun und Ritsu Doan als Ersatzzehner durchaus für Ausrufezeichen sorgen. Und die Frisur sitzt auch immer. Kann also was werden.

Stephan Reich: Womit wir die beiden offensichtlichen Picks abgearbeitet hätten. Aber der Durchstarter der Saison wird freilich ein ganz anderer, nämlich Kaua Santos, der sich an seine Leistung gegen Besiktas Istanbul erinnert, sein immenses Talent fortan auch in der Bundesliga konstant abruft und sämtliche Torwartdiskussionen damit endgültig beerdigt. Zumindest, bis er dann im kommenden Sommer für 180 Millionen Euro zu Manchester City wechselt. Netter Nebeneffekt der ganzen Sache: Ich spare mir die Antwort auf die nächste Frage.

Wer sollte im Tor stehen?

Daniel Schmitt: Eigentlich noch immer Kevin Trapp – und es wäre alles so einfach. Irgendwie selbst schuld, liebe Eintracht. Denn was nicht ist, wird auch nicht mehr werden. Insofern ist meine Meinung offensichtlich: Ich würde lieber einen Neuen im Kasten sehen als Kaua Santos oder Michael Zetterer. Wie anfangs schon erwähnt, wird es dazu aber wohl nicht kommen. Entsprechend wähle ich Santos – ohne wirklich große Überzeugung.

Stephan Reich: Siehe oben. Kaua Santos.

Mark Weidenfeller: Auch ich sage: siehe oben. Ich meine allerdings nicht Stephans Ausführungen zu Kaua Santos, sondern Daniels Wunsch nach einem Neuen. Die Probleme im Tor halten nun schon sehr lange an und können meiner Meinung nach nicht durch Hoffnung auf Besserung gelöst werden. Die Eintracht braucht eine Nummer eins, die - wie Trapp damals - endlich wieder Sicherheit ausstrahlt.

Wie sieht die Wunsch-Aufstellung aus?

Stephan Reich:

Aufstellung Reich

Bild © hr

Daniel Schmitt:

Aufstellung Daniel

Bild © hr

Mark Weidenfeller:

Aufstellung Weide

Bild © hr