Japans Superpanzer Typ 74 duckt sich – und dient fast 50 Jahre


Stand: 27.07.2026, 17:42 Uhr

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Fast 50 Jahre diente der Typ 74 in Japan und konnte seine Wanne heben, senken und seitlich neigen.

Tokio – Der japanische Panzer Typ 74 konnte sich ducken, neigen und an steilen Hängen ausrichten. Fast 50 Jahre lang nutzten Japans Bodenselbstverteidigungsstreitkräfte den ungewöhnlich beweglichen Kampfpanzer. Inzwischen ist er ausgemustert. Was konnte der „Nana-Yon“ – und warum hielt er sich so lange?

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

Ein Panzer, der sich ducken und zur Seite neigen kann: Der japanische Typ 74 besitzt ein Fahrwerk, das seine Wanne hebt, senkt oder schräg stellt. Damit passte er sich an Berghänge und unebenes Gelände an. Fast 50 Jahre blieb das Fahrzeug im Dienst. Erst 2024 musterte Japan die letzten Exemplare aus.

Japans Superpanzer Typ 74 duckt sich - und dient fast 50 Jahre

Fast 50 Jahre diente der Typ 74 in Japan und konnte seine Wanne heben, senken und seitlich neigen. © © IMAGO / UPI Photo / Archivbild

Japans Bodenselbstverteidigungsstreitkräfte nahmen den Typ 74 im Jahr 1975 in Dienst. Das Fahrzeug löste den Typ 61 ab und blieb bis März 2024 in der Truppe. Damit endete eine fast 50 Jahre lange Dienstzeit. Hersteller von Wanne und Turm war Mitsubishi Heavy Industries. Japan Steel Works fertigte die Kanone.

Vom Prototyp zum Serienpanzer

Die Entwicklung hatte bereits 1964 begonnen. Der erste Versuchspanzer STB-1 folgte Ende der 1960er-Jahre. Mehrere Prototypen führten schließlich zum Serienmodell. Zwischen 1974 und 1989 beschaffte Japan nach Angaben der Streitkräfte 873 Exemplare. Wie viele davon heute noch vollständig erhalten sind, ist öffentlich nicht genau ausgewiesen.

Klein, niedrig und für Japans Gelände gebaut

Der Typ 74 misst 9,41 Meter in der Länge, 3,18 Meter in der Breite und 2,25 Meter bis zur Oberkante des Turms. Gefechtsbereit wiegt er rund 38 Tonnen. Sein luftgekühlter Zehnzylinder-Dieselmotor leistet 720 PS. Auf der Straße erreicht der Panzer laut japanischen Streitkräften 53 Kilometer pro Stunde.

Die vierköpfige Besatzung besteht aus Kommandant, Fahrer, Richtschütze und Ladeschütze. Als Hauptwaffe dient eine gezogene 105-Millimeter-Kanone. Hinzu kommen ein schweres Maschinengewehr im Kaliber 12,7 Millimeter und ein Maschinengewehr im Kaliber 7,62 Millimeter.

Seine Form ist auffallend flach. Noch ungewöhnlicher ist das Fahrwerk. Die hydropneumatische Federung kann den Panzer heben, senken oder seitlich neigen. So ließ sich die Wanne an Böschungen ausrichten. Das brachte die Kanone in eine günstigere Schussposition. Genau darin steckt der Fun Fact: Der Typ 74 konnte regelrecht „in die Knie gehen“.

Was ein Typ 74 kostete

Der Preis änderte sich während der langen Fertigung. Für späte Serienfahrzeuge werden rund 400 Millionen Yen pro Stück genannt. Das entsprach damals mehreren Millionen Euro. Ein exakter einheitlicher Stückpreis wäre jedoch irreführend, da Beschaffungsjahr, Ausstattung und Geldwert wechselten.

Seine letzten aktiven Verbände gab Japan im März 2024 auf. Der Typ 16 mit Rädern sowie modernere Panzer übernahmen seine Aufgaben. Rund 30 ausgemusterte Typ 74 sollten nach Medienberichten zunächst eingelagert werden. Japan prüfte damit ein neues Verfahren, um ältere Großgeräte bei Bedarf wieder nutzen zu können.

Quellen: Japanische Bodenselbstverteidigungsstreitkräfte, japanisches Verteidigungsministerium, Janes, Mainichi Shimbun, nif/red