JD Vance über die Epstein-Affäre: „Wir haben es vermasselt“
Stand: 16.07.2026, 12:57 Uhr
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US-Vizepräsident JD Vance räumt schwere Fehler der Trump-Regierung bei der Freigabe der Epstein-Akten ein.
Washington – US-Vizepräsident JD Vance räumt schwere Fehler der Trump-Regierung im Umgang mit den Epstein-Akten ein. „Ich sage das in aller Offenheit: Wir haben die Kommunikation zu den Epstein-Unterlagen völlig vermasselt“, sagte Vance im Podcast „The Joe Rogan Experience“. Die Regierung habe die Veröffentlichung falsch vorbereitet und damit selbst Misstrauen geschürt.
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Vance bestritt zugleich, dass das Weiße Haus Dokumente zurückgehalten habe, um etwas zu verbergen. „Haben wir die Kommunikation vermasselt, weil wir etwas vertuschen wollten? Nein“, sagte er in der fast dreistündigen Folge. Die Episode wurde am Mittwoch (15. Juli) veröffentlicht.

Einen Teil der Verantwortung gab Vance der früheren US-Justizministerin Pam Bondi. Sie habe übertrieben dargestellt, welche Unterlagen der Regierung vorgelegen hätten. Bondi hatte zuvor von Aktenordnern gesprochen, die sich auf ihrem Schreibtisch befänden.
Vance kritisiert frühere Justizministerin
Diese Aussagen hätten das Vertrauen in die gesamte Veröffentlichung beschädigt, sagte Vance in dem Podcast. Bondi habe im politischen Streit schnell reagieren wollen. Dabei habe sie jedoch „übertrieben, was wir hatten und was wir nicht hatten“.
Nach Vances Darstellung hätten die Behörden die Dokumente möglichst schnell veröffentlichen müssen. Nur der Schutz der Opfer habe Verzögerungen durch notwendige Schwärzungen gerechtfertigt. Insgesamt hätten Ermittler sechs Millionen Dokumente gesammelt. Rund drei Millionen davon hätten in irgendeinem Zusammenhang mit dem Nachlass des verurteilten Straftäters Jeffrey Epstein gestanden.
Vance sagte später, die Regierung habe die Akten inzwischen vollständig freigegeben. Der Vorgang habe jedoch länger gedauert als nötig. Die unklare Kommunikation und schwer nachvollziehbare Schwärzungen hatten den Druck auf Präsident Donald Trump und seine Regierung über Monate verstärkt.
Kritik kam auch aus Trumps eigener Basis
Joe Rogan sprach Vance auf das Misstrauen vieler Amerikaner an. Der Podcaster verwies auf den Widerstand gegen eine schnelle Veröffentlichung. Eine von Rogan angesprochene, unbelegte Theorie, Trump sei mit den Unterlagen zu einem Krieg gedrängt worden, wies Vance als absurd zurück.
Vance bezeichnete sich dennoch als einen der frühen Anhänger von Theorien über Epsteins Verbindungen. Epstein habe Kontakte bis in höchste Kreise der amerikanischen und israelischen Geheimdienste und Politik gehabt, behauptete der US-Vizepräsident. Belege für diese Aussage nannte er nicht.
Der Umgang mit den Epstein-Akten hatte die Trump-Regierung im vergangenen Jahr auch innerhalb der eigenen politischen Bewegung belastet. Republikanische Abgeordnete widersetzten sich dem Weißen Haus, während Anhänger Trumps in sozialen Netzwerken weitere Veröffentlichungen verlangten.
Kein anderes politisches Thema habe die Regierung über einen vergleichbar langen Zeitraum verfolgt, schreibt das US-Portal Axios. Der Auftritt des Vizepräsidenten fällt in eine politisch turbulente Zeit in den USA. Vance gilt als möglicher Präsidentschaftskandidat für 2028 und muss sich gleichzeitig loyal gegenüber Trump zeigen, dessen zweite Amtszeit die Halbzeit erreicht. Quellen: The Joe Rogan Experience, Axios, eigene Recherche