Das sind Merz' zentrale Aussagen aus dem Sommerinterview
Statt eine Sommerpause einzulegen, muss der Kanzler seine Führungsriege neu aufstellen. Im Interview mit dem ZDF äußert er sich zu Jens Spahn und zur »Lifestyle-Teilzeit«.
19.07.2026, 17.59 Uhr
Friedrich Merz im Gespräch mit Diana Zimmermann
Foto: Dominik Asbach / ZdF / dpa
Normalerweise ist das Sommerinterview des ZDF (jetzt schon in der Mediathek, um 19.10 Uhr im linearen Programm) eine Gelegenheit für Spitzenpolitiker, Bilanz zu ziehen und Profil zu zeigen. Doch der plötzliche Rücktritt des Fraktionsvorsitzenden der Union hat Friedrich Merz unter Zugzwang gestellt – was sind die zentralen Aussagen aus dem Gespräch?
Der Spahn-Eklat
In dem Interview spart der Kanzler nicht mit Kritik an Jens Spahn und dessen Umgang mit der Kritik an seiner Inanspruchnahme einer Leihmutter aus den USA. »Wir hatten ja alle kaum Gelegenheit, mit ihm darüber zu sprechen«, erklärte Merz, Spahn habe Partei und Fraktion erst »sehr, sehr spät« informiert.
Dabei habe er zunächst Hoffnung gehabt, dass sein politischer Weggefährte trotz der Entscheidung zu halten sei. »Na ja, hoffentlich geht er kommunikativ damit gut um und erklärt es gut«, beschreibt Merz seine erste Einschätzung. Mit der Empörung habe er »nicht in diesem Umfang« gerechnet.
Die Nachfolge-Frage
Offensichtlich will der Kanzler nicht den anstehenden Gremiumssitzungen zur Nachfolge von Jens Spahn vorgreifen, deshalb spricht er nur im Konjunktiv. Auf Nachfrage der ZDF-Journalistin Diana Zimmermann bestätigt er: »Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken.« Das sei aber schon bald der Fall. »Wir werden in den Parteigremien in den nächsten Tagen darüber sprechen und wir werden relativ bald einen Vorschlag machen.«
Auf die Bemerkung, dass der Kanzleramtschef Thorsten Frei der »Topkandidat für den Fraktionsvorsitz« sei, sagte Merz, er wisse nicht, wer ihn dazu gemacht habe. Er höre das zum ersten Mal, fügt der Kanzler hinzu, schmunzelt dabei aber. Über welche anderen Namen derzeit spekuliert wird, lesen Sie hier .
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Die Frauen-Frage
Auf die Frage, ob er überlege, eine Frau in die Führungsspitze zu holen, wiegelt Merz ab. »Wir haben eine Frau als Bundestagspräsidentin, wir haben drei Frauen in der engsten Führung der stellvertretenden Parteivorsitzenden.«
Die Teilzeit-Debatte
Abseits von Spahn: Beim Debatten-Thema »Lifestyle-Teilzeit« geht der Kanzler in Verteidigungsstellung. »Ich habe nie jemandem persönliche Faulheit unterstellt.« Dennoch besteht Merz darauf, dass die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden in Deutschland im Augenblick zu niedrig sei. »Wenn wir uns diesen Sozialstaat weiter leisten wollen, dann müssen wir für den Sozialstaat gemeinsam arbeiten«, betont der Kanzler.
tmk/dpa/KNA