„Brüder im Geiste“: Jupp Heynckes weint um verstorbenen Freund Peter Hermann


Jupp Heynckes nimmt mit rührenden Worten Abschied von Peter Hermann

Stand: 21.09.2026, 22:00 Uhr

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Der FC Bayern trauert um Peter Hermann. Die Trainer-Legende starb im Alter von 74 Jahren. Auch Jupp Heynckes nimmt nun Abschied.

München – Die Trauer um Peter Hermann ist groß. Das Trainer-Urgestein ist vor wenigen Tagen im Alter von 74 Jahren verstorben. Etliche Legenden des FC Bayern fanden rührende Worte auf Instagram. Auch Niko Kovac konnte die Tränen kaum zurückhalten und sagte sogar ein ZDF-Interview ab. Einer, dem der Abschied sehr nahegeht, ist Jupp Heynckes. Das Duo gewann 2013 zusammen die Champions League und war nicht nur durch den Sport verbunden.

Peter Hermann und Jupp Heynckes feierten 2013 den Gewinn der Champions League mit dem FC Bayern.

Der Tod von Peter Hermann hinterlässt auch bei Jupp Heynckes große Trauer. © picture alliance / dpa | Peter Powell

In seiner kicker-Kolumne gedenkt Heynckes seinem langjährigen Co-Trainer und Freund. „Als ich am vergangenen Samstagabend auf meinem Mobiltelefon die Nummer von Peter Hermanns Tochter Rebecca sah und dann auf der Mailbox ihre Bitte um dringenden Rückruf hörte, durchfuhr mich sofort eine schlimme Vorahnung, die das anschließende Gespräch bestätigte: Peter hatte den Kampf gegen die heimtückische Erkrankung seines motorischen Nervensystems, die einem Patienten keine Chance lässt, verloren“, schildert Heynckes den Moment, als er vom Tod Hermanns erfuhr.

Jupp Heynckes nimmt Abschied von Peter Hermann

Der 81-Jährige und seine Ehefrau Iris weinten gemeinsam um den Verstorbenen und wollten die schlimme Nachricht kaum glauben. „Das menschliche Vokabular bietet für solche Situationen nicht die passenden Worte, um auszudrücken, wie uns dieser Verlust getroffen hat.“ Die Nervenerkrankung ALS zeigte sich in den letzten Jahren erbarmungslos und veränderte das Leben des ehemaligen FCB-Co-Trainers schneller als gedacht.

„Erst vor einem Jahr schickte er mir Fotos aus dem Urlaub, auf denen er stolz auf einem Dreirad für Erwachsene saß, weil er darauf noch die Balance halten konnte. Peter war so glücklich, dass er sich auf diese Art fortbewegen konnte“, berichtet Heynckes. Der letzte Besuch bei seinem Freund fand vor drei Monaten statt – da war dieser gar nicht mehr in der Lage, zu kommunizieren. Szenen, die Heynckes sehr nahe gingen. „Auf der Heimfahrt habe ich, das Bild meines so schrecklich gezeichneten Freundes vor Augen, im Auto bitterlich geweint.“

Bis zuletzt tauschten sich die beiden über WhatsApp aus. Das 4:0 von Bayer Leverkusen gegen Union Berlin erlebte Hermann live im Stadion. Als hätte er gewusst, dass er wenige Tage später sterben würde, schrieb er seinem Freund Jupp: „Schöne Fotos, die du mir geschickt hast. Du hast viel gesehen und viel erreicht in deiner Karriere. Liebe Grüße an Iris, sie war ja immer an deiner Seite.“

Zwischen Heynckes und Hermann hatte sich einst eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe entwickelt, in der niemand der Chef war. „Wir waren Brüder im Geiste.“ So etwas wie ein schriftlicher Abschied war Heynckes immerhin vergönnt. ‚Du bist für mich mehr als nur ein Freund‘: Ich bin froh, dass ich ihm diese Worte noch in einer der letzten WhatsApps geschrieben habe. Aber ich bin sicher, er hat meine allerhöchste Wertschätzung ohnehin gespürt …“ (is)