Jürgen Klopp wird während erster DFB-Pressekonferenz emotional – „Höhepunkt meines Lebens“


Stand: 24.07.2026, 13:47 Uhr

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Es war ein offenes Geheimnis, dass der DFB Jürgen Klopp als neuen Bundestrainer vorstellt. Auf seiner ersten Pressekonferenz holte der 59-Jährige oft weit aus.

Frankfurt – Nachdem die Gremien des deutschen Fußballs am Freitagmorgen in der DFB-Zentrale in Frankfurt die Personalie Jürgen Klopp abgesegnet haben – „Einstimmig“, so Präsident Bernd Neuendorf – ist klar: Beginnend mit dem 15. August wird der 59-Jährige, bekannt geworden als Coach des FSV Mainz, von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool, der 13. Bundestrainer in der Geschichte des viermaligen Weltmeister-Verbandes sein.

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An wem der zwölf Männer vor ihm Klopp sich orientieren wird? Kurzes Nachdenken: „Helmut Schön – der hat auch in Wiesbaden gewohnt.“ Wie Klopp jetzt. Aber auch Beckenbauer, „denn den Franz habe ich für alles geliebt, was er gemacht hat“. Ein Blick zu Rudi Völler, der am DFB-Campus in der ersten Reihe sitzt und nun sein enger Mitarbeiter sein wird. „Rudi darf ich auch nennen.“ Vor allem will Klopp ein Bundestrainer werden, über den man sagt: „Er hat die Mannschaft gut entwickelt.“

Klopp witzelt über DFB-Parkplatz

„Kriege ich einen Parkplatz? Mit Namensschild?“, hat Klopp bei seiner Amtseinführung gefragt. Und von einem Ja ausgehend, kündigte er an: „Dann wird da ab und zu ein Auto draufstehen.“ Er will ein präsenter Bundestrainer werden, einer, der im Büro auftaucht, in den Stadien, im Ausland, überall dort, „wo unsere Spieler sind“.

Auch wenn er seinen Alltag selbst erst komponieren muss: „Ich habe tendenziell immer mehr gemacht als zu wenig, meinen Vereinen meine ganze Kraft zur Verfügung gestellt.“ Vereinstrainer, so stellt er klar, ist er nicht mehr und wird er auch nicht mehr. Wechsel in die dritte Person: „Jürgen Klopp hat keine Karriere nach der Nationalmannschaft.“

Zurück zur ersten Person: „Das ist idealerweise der Höhepunkt meines beruflichen Lebens.“ Und dieses Kapitel, zunächst beschlossen bis Sommer 2030, nach der nächsten Weltmeisterschaft, will er mit der Freiheit angehen, die er sich im Fußballgeschäft erarbeitet hat: „Ich mache das nicht gegen euch, sondern für euch“, sprach er die Medien an, „und wenn ihr das nicht mehr wollt, bin ich weg. Ohne Abfindung.“

Er weiß, dass er selbst und die Deutschen mit seinem Seitenwechsel erst einmal klarkommen müssen. Als Vereinstrainer haben ihm Länderspiele oft nicht in den Kram gepasst. Er räumt ein, dass er die vergangenen Jahre „links und rechts der großen Turniere nicht viele Länderspiele angeschaut“ hat. Nun muss er für sie trommeln: „Wäre mir recht, wenn alle sie gucken“, und gemäß dem neuen Länderspielkalender stehen ihm ab Ende September erst mal vier am Stück bevor.

Was er jetzt schon sagen kann: „Ich werde nicht die gleichen elf Spieler durchpeitschen.“ Personell muss er sich erst den Überblick verschaffen. Kürzlich erstellte er eine Liste mit 57 Feldspielern, die für die A-Mannschaft in Frage kommen. Als System schwebt ihm vor, „dass wir mit Viererkette spielen und viel über die Flügel gehen wird“.

Jürgen Klopp: Heute ist der Tag des Neuanfangs

Aber es sei zu früh für eine Festlegung, wo etwa Joshua Kimmich auflaufen wird oder ob einer, der bislang immer dabei war, kein Kandidat mehr für ihn ist. „Heute“, proklamierte er, „ist der Tag des Neuanfangs. Niemand ist abgeschrieben. Spielen wird, wer sehr gut ist, Bock hat und noch besser wird, wenn er das Trikot anhat.“

Aber: Als Weltranglistenzwölfter brauche man „eine realistische Erwartungshaltung“. Das Wort „Bock“ fällt öfter bei Klopps Präsentation. Es ist einer seiner Schlüsselbegriffe. „Ich habe Bock auf die Nummer.“ Er sagt, er habe „dreimal erlebt, wie fußballerischer Erfolg eine Stadt verändern kann“. Er will herausfinden, „ob das auch mit einem Land gehen kann“.