Kandidatur als SPÖ-Chef: Zeiler präsentierte in "ZiB 2" drei Ziele
"Kein Klassenkämpfer"
Recht kursorisch sprach der Medienmanager über die hohen Lebenshaltungskosten, Bildung, Gesundheit und das Sparpotential bei Förderungen
aktualisiert am 27. September 2026, 23:07
In der ORF-ZiB 2 sprach der Medienmanager Gerhard Zeiler erneut über seine Ambitionen für den Job als SPÖ-Parteichef. Dabei gab er wenig Neues von sich, präsentierte aber kursorisch seine drei wichtigsten Ziele im Falle, dass er das Amt des Vizekanzlers und SPÖ-Vorsitzenden übernähme: An erster Stelle stünde die Senkung der Lebenshaltungskosten. Man müsse inflationssenkend eingreifen, sozialen Wohnraum schaffen – das Geld dafür hätten die Länder. Zweitens bräuchte es mehr Investitionen in Bildung und Gesundheit. Das bedeute mehr Stellen für Kassenärztinnen und Kassenärzte sowie den Ausbau von Ganztagsschulen. Der dritte Punkt ist die Finanzierung: Das Geld dafür könne die Regierung beispielsweise durch die Beseitigung von "Doppelgleisigkeiten" bei Förderungen aufbringen. Auf Details ging der 71-jährige CEO von Warner Bros. Discovery International nicht ein.
Dafür betonte er, wie auch in Interviews mit der Krone, erneut seine Wirtschaftsfreundlichkeit und forderte einen Abbau der Bürokratie: "Wenn wir die Wirtschaft nicht zum wachsen bringen, werden wir den Sozialstaat nicht halten können." Dabei machte er auch einen Seitenhieb in Richtung des amtierenden Parteichefs: Zeiler sei "kein Marxist und kein Klassenkämpfer". SPÖ-Vorsitzender Andreas Babler betonte während seines Wahlkampfs immer wieder seine marxistische Orientierung.
Im Gespräch überflog er auch, wie Energiepreise sinken könnten und nannte die Stichwörter "Innovation" und "erneuerbare Energien". Bis dahin sei die Spritpreisbremse eine gute Zwischenlösung. Und auch Übergewinne von Mineralölkonzernen müssten abgeschöpft werden, sagte Zeiler und wich dabei von seinem Wachstumskurs ab. Außerdem zeigte sich der Millionär offen für eine Erbschaftssteuer. Davon müsse aber "jeder Cent" in die Entlastung der Armen fließen.
Über den mangelnden öffentlichen Zuspruch von Parteivertreterinnen und -vertretern sagte er: "Die werden schon kommen." Viele hätten ihn im Vorfeld zu einer Kandidatur ermutigt. Der Parteivorstand müsse nun entscheiden, ob er einen Sonderparteitag abhalten möchte. Er würde sich einer Mitgliederbefragung stellen. Angesichts der schlechten Umfragewerte – die SPÖ rutschte zuletzt auf unter 15 Prozent – könne man nicht so weitermachen wie bisher. Denn wenn die Sozialdemokratie nicht stark sei, "werden die Extremen an die Macht kommen". (wisa, 27.9.2026)