Katharina Hemmers großer Coup: Silber beim Grand Prix
Mit 80,866 Prozentpunkten musste sich Hemmer mit Denoix der Charlotte Fry und Glamourdale klar geschlagen geben. Die Britin sicherte sich mit einer herausragenden Leistung und 82,295 Prozentpunkten überlegen Gold. Zweite wurde die Dänin Cathrine Laudrup-Dufour mit Mount St John Freestyle.
"Richtig angekommen ist es noch nicht", sagte Hemmer nach ihrem Auftritt im WDR-Interview. "Ich bin unheimlich stolz, dass das Denoix bei dieser Atmosphäre geschafft hat." Schon beim deutschen Sieg in der Team-Dressur hatte Hemmer eine tragende Rolle gespielt und sich so auch im Einzel in den Favoritenkreis geritten. "Ich könnte nicht glücklicher sein", bilanzierte die 32-Jährige, die ihre erste Einzel-Medaille bei einem Großevent holte.
Werth bleibt der undankbare vierte Rang
Rekordreiterin Isabelle Werth (10 WM-Titel) konnte die hohen Erwartungen des Publikums bei über 30 Grad im größten Reitstadion der Welt nicht erfüllen. Mit Wendy de Fontaine lag Werth vor Hemmers abschließendem Ritt auf Rang drei, wurde mit 79,544 Prozentpunkten aber noch auf Platz vier verdrängt.
"Well deserved", richtete Werth anschließend im gemeinsamen Interview ihre Glückwünsche an Hemmer, war mit ihrer Leistung aber nicht zufrieden: "Knapp vorbei ist auch daneben. Es gelingt mir leider immer noch nicht, die Lässigkeit in den Wechseln zu haben. Und Katha war spitze, also Gratulation."
Die 57-Jährige Werth verpasste es damit, ihren Einzel-Dressur-Sieg bei der Reit-WM 2006 in Aachen zu wiederholen. Die weiteren Starter Raphael Netz als Zehnter und Frederic Wandres auf Platz 14 spielten bei der Entscheidung um den Sieg keine Rolle.
Laudrup-Dufour und Verboomen lassen Federn
Die dänische Topfavoritin Cathrine Laudrup-Dufour mit Mount St John Freestyle hatte bei ihrem Auftritt einige Wackler, sodass sie mit 80,927 Prozentpunkten nicht die Weltklasse-Wertung erreichte, die ihr von Experten im Vorfeld zugetraut worden war. Der Weltranglistenersten blieb am Ende Silber.
Auch der hoch gehandelte Justin Verboomen aus Belgien konnte mit seinem Hengst Zonik Plus nicht die gewohnte Leichtigkeit zeigen und fuhr eine für das Paar unterdurchschnittliche Wertung ein (79,362).
Glamourdale "on fire"
"Die Prüfung ist wirklich perfekt auf ihn zugeschnitten, gerade mit all den Verstärkungen. Es war einfach ein unglaubliches Gefühl. Und es ist wirklich eine Ehre, in dieser Arena reiten zu dürfen", sagte die neue Weltmeisterin Charlotte Fry im WDR-Interview nach ihrem Ritt. Im Grand Prix am Mittwoch hatte Fry noch nicht die beste Performance ihres Hengstes Glamourdale abrufen können. Nun, bei 34 Grad im Aachener Hauptstadion, zeigte er sich auf der einen Seite entspannt und war zugleich 'on fire', wie die Britin ihren Ritt beschrieb.
Nächste Gold-Chance am Samstag
Angesichts der hohen Temperaturen hatten die Veranstalter das Event zum Teil vorverlegt, um die Teilnehmenden nicht den hohen Mittagstemperaturen auszusetzen. Im Vorfeld hatte Hemmer bereits angekündigt, dass sie sich trotz knapp 35 Grad keine Sorgen um eine Beeinträchtigung mache. Auswirkungen hatte die Hitze vor allem auf die Zuschauerränge, bei denen die Plätze in der Sonne beim sonst gut gefüllten Stadion mit einer Kapazität von 40.000 Menschen die meiste Zeit leer blieben.