Kehrtwende bei Hormus-Gebühr: Trump verwirft eigenen Plan nach nur einem Tag


Stand: 14.07.2026, 22:34 Uhr

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Kaum verkündet, schon wieder kassiert: US-Präsident Donald Trump hat seine erst am Montag präsentierte Idee einer Gebühr für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus über den Haufen geworfen.

Washington, D.C. – Nur einen Tag nach der Ankündigung einer Gebühr für die sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus rückt US-Präsident Donald Trump wieder von seiner Idee ab. Stattdessen schweben ihm nun Handels- und Investitionsabkommen mit Golfstaaten vor. Derweil setzte das US-Militär US-Kreisen zufolge seine Angriffe gegen den Iran fort.

Im Vordergrund: US-Präsident Donald Trump grinst schelmisch. Im Hintergrund: Handelsschiffe sind in der Straße von Hormus vor Bandar Abbas zu sehen.

Entledigt sich einer Idee auch schon mal nach einem Tag wieder: US-Präsident Donald Trump, der sein wirres Spiel rund um die Straße von Hormus weiterhin betreibt. © Mark Schiefelbein/Amirhosein Khorgooi/dpa/Montage

Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, er habe sich nach „äußerst produktiven Gesprächen“ mit namentlich nicht genannten Vertretern von Staaten im Nahen Osten dazu entschieden, die Gebühr „durch Handels- und Investitionsabkommen zu ersetzen, die die verschiedenen Golfstaaten mit den Vereinigten Staaten abschließen werden“.

Die nicht näher bezifferten Investitionen würden nach Darstellung des Präsidenten „massiv“ ausfallen und den Golfstaaten zugutekommen. Wer genau an den Gesprächen beteiligt war und ob die betreffenden Staaten solchen Plänen tatsächlich zugestimmt haben, blieb zunächst offen.

Rolle rückwärts: Donald Trump verwirft Gebühren-Idee für Straße von Hormus – „mag das Konzept nicht“

Seinen plötzlichen Sinneswandel erläuterte Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Saidi. Demnach hätten ihn Menschen aus verschiedenen Ländern kontaktiert und alternative Vorschläge unterbreitet, darunter Aussichten auf Milliardeninvestitionen in den USA.

Zur eigentlichen Idee einer Gebühr äußerte sich Trump inzwischen ablehnend: Er finde es gut, dass „niemand“ eine Gebühr für die Nutzung der Straße von Hormus verlangen sollte. „Ich mag das Konzept einer Gebühr nicht“, sagte er weiter.

Trump kündigt Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe an

Dass Trump sein eigenes Vorhaben nur rund einen Tag nach seinem Truth-Social-Post schon wieder beerdigt, wirkt wie ein Rückzieher: Erst am Montag hatte er die Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe angekündigt, die iranische Häfen ansteuern oder von ihnen ablegen. Damals erklärte er, die USA würden künftig aus „Fairnessgründen“ für die sichere Durchfahrt durch die für den weltweiten Ölhandel strategisch bedeutende Meerenge Einnahmen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes beanspruchen.

Diese Einnahmen sollten die Kosten für die Absicherung der Passage decken. Der Prozess und die Umsetzung sollten unmittelbar beginnen, hieß es damals.

An den Ölmärkten zeigte sich zunächst keine Entspannung – im Gegenteil: Nach dem Kurssprung zu Wochenbeginn kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September zuletzt 85,37 US-Dollar, ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber Montag. Erstmals seit rund einem Monat kletterte der Preis zeitweise über die Marke von 87 Dollar. Anfang Juli hatte er noch bei gut 70 Dollar gelegen.

Kritik an Trumps Vorstoß: „Wäre rechtlich auch nicht zulässig“

Bereits vor Trumps Rückzieher war Kritik an dem Vorstoß laut geworden. Die Weltschifffahrtsorganisation IMO verwies darauf, dass die Durchfahrt nach internationalem Recht weiterhin zoll- und gebührenfrei bleiben müsse. Auch die deutschen Reeder äußerten sich kritisch. „Kein einzelner Staat sollte den freien Zugang zu einer internationalen Wasserstraße einseitig von Gebühren abhängig machen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder (VDR), Martin Kröger, der Wirtschaftswoche. „Das wäre rechtlich auch nicht zulässig.“

USA setzen Angriffe gegen den Iran fort – auch „Pickaxe Mountain“ im Visier?

Unabhängig von Trumps Vorstößen rund um die Straße von Hormus setzte das US-Militär US-Kreisen zufolge seine Angriffe gegen den Iran fort. Die Streitkräfte hätten mehrere militärische Ziele im Land ins Visier genommen, „um aufkommende Bedrohungen zu beseitigen“, teilte ein US-Beamter der Deutschen Presse-Agentur mit. Nähere Angaben, etwa zur Dauer der Angriffe oder ob diese bereits beendet sind, machte er nicht.

Der Sender ABC News berichtete am frühen Nachmittag Ortszeit unter Berufung auf einen US-Beamten, dass US-Streitkräfte derzeit Luftangriffe im Iran durchführten – demnach liefen die Angriffe zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehreren Stunden. Trump hatte die Waffenruhe mit dem Iran vergangene Woche für beendet erklärt und bereits am Montag weitere harte Angriffe für Dienstag in Aussicht gestellt. Seitdem griff das US-Militär mehrfach Ziele im Iran an. Als Begründung nannte Washington, damit weitere Attacken auf Zivilisten sowie auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus verhindern zu wollen.

In einem Radiointerview ließ Trump zudem durchblicken, dass die USA eine tief unter der Erde gelegene Anlage im Zentrum Irans angreifen könnten, die als „Pickaxe Mountain“ bekannt ist. Wegen ihrer Nähe zur Atomanlage Natans wird über ihren tatsächlichen Zweck seit Längerem spekuliert – eine These besagt, der Iran wolle dort heimlich Uran anreichern, das für den Bau von Atomwaffen genutzt werden könnte. (Quellen: ABC News, Wirtschaftswoche, dpa, Truth Social) (han)