Nach Ablehnung vor zehn Jahren: US-Marine will neues Waffensystem


Anfrage für Waffensystem

US-Marine vollzieht Kehrtwende


03.09.2026 - 06:55 UhrLesedauer: 3 Min.

Vor rund zehn Jahren verabschiedete sich die US-Marine von der Idee einer Begleitdrohne für Kampfflugzeuge. Nun hat sie den Auftrag für eine solche Waffe doch ausgeschrieben.

Die US-Marine hat in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass sie große Begleitdrohnen für Kampfflugzeuge, sogenannte Collaborative Combat Aircraft (CCA), autonom von Flugzeugträgern starten und dort wieder landen lassen kann. Dennoch wurde das Vorhaben Mitte der 2010er-Jahre auf Eis gelegt, die Navy bekam stattdessen eine Drohne vom Typ MQ-25 Stingray, die Flugzeuge in der Luft betanken kann.

Nun folgt die Kehrtwende: Am 31. August veröffentlichte die US-Navy eine Anfrage an das Pentagon zur Beschaffung einer neuen CCA. Zuerst berichtete das Fachportal "The War Zone" darüber. Die unbemannten Flugzeuge sollen von Flugzeugträgern der Nimitz- und Ford-Klasse starten und auf ihnen landen können, eine große Reichweite besitzen, Waffen tragen und in stark umkämpften Lufträumen operieren können.

Insbesondere sei es der US-Marine laut der Anfrage wichtig, dass die neuen Drohnen mit bemannten Kampfflugzeugen zusammenarbeiten und mit ihnen kämpfen können. Doch die CCAs sollen Einsätze auch autonom ausführen können. Der erste Testflug eines Prototyps soll laut Navy-Anfrage ans Pentagon spätestens zwei Jahre nach Erteilung eines möglichen Auftrags stattfinden.

Idee für Drohne kam bereits 2011 auf

Bereits 2011 flog erstmals die vom Rüstungshersteller Northrop Grumman entwickelte X-47B-Drohne für die US-Navy. Das Flugzeug war allerdings nur ein Prototyp, mit dem die Marine erproben wollte, ob sich große unbemannte Flugzeuge in den komplizierten Betrieb eines Flugzeugträgers integrieren lassen. 2013 gelang der X-47B erstmals die automatische Landung mit Fangseil auf einem Flugzeugträger. Zwei Jahre später demonstrierte sie zudem eine autonome Luftbetankung. Die Erkenntnisse sollten in ein späteres Einsatzsystem namens UCLASS einfließen.

Doch darüber, was UCLASS eigentlich leisten sollte, entstand im Pentagon ein grundlegender Streit, schreibt "The War Zone". Demnach diskutierten die Entscheider im US-Verteidigungsministerium, ob das Flugzeug vor allem der Aufklärung mit begrenzter Angriffsfähigkeit dienen oder schwerpunktmäßig für Angriffe in stark verteidigten Gebieten ausgelegt werden sollte.

Die Entscheidung verzögerte sich über Jahre. 2016 wurde UCLASS schließlich umstrukturiert: Aus dem geplanten Aufklärungs- und Kampfsystem entstand das "Carrier Based Aerial Refueling System" – der Vorläufer der MQ-25 Stingray, deren Hauptaufgabe die Luftbetankung anderer Marinejets ist.