Kein Lohn, keine Produktion: Die nächste Alu-Firma rutscht in die Insolvenz


Stand: 31.08.2026, 13:57 Uhr

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Rund 100 Jobs stehen auf der Kippe. Und NordAlu ist kein Einzelfall: Auch in Rheinfelden kämpfen 185 Beschäftigte mit einer Alu-Insolvenz.

Neumünster - Die Krise schwelt seit Monaten, jetzt ist die NordAlu GmbH insolvent. Das Amtsgericht ordnete am 28. August 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung über den Aluminiumverarbeiter an. Betroffen sind rund 100 Beschäftigte. Mitarbeiter sollen seit Juni kein Gehalt mehr erhalten haben. Auch die Produktion steht seit Anfang Juni still.

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Kein Material, keine Energie – die Maschinen stehen

NordAlu produziert in Neumünster spezialisierte Aluminiumlösungen für verschiedene Industriezweige. Bereits seit Jahresbeginn hatte sich die wirtschaftliche Lage nach Angaben der IG Metall Kiel-Neumünster verschärft. Rechnungen seien nicht mehr fristgerecht beglichen, Entgelte teilweise erst nach erheblichem Druck ausgezahlt worden.

Lager mit zahlreichen Aluminiumrollen. (Symbolbild)

Lager mit zahlreichen Aluminiumrollen. (Symbolbild) © IMAGO / PAN-IMAGES/Nordmann

Seit dem 1. Juni ruht die Produktion. Nach Berichten aus dem Betrieb fehlte es sowohl an Material als auch an der notwendigen Energieversorgung.

100 Beschäftigte bangen um Jobs und Gehälter

Für die Belegschaft ist die Krise längst existenziell. „Die Beschäftigten bangen derzeit um ihr Entgelt und damit um ihre Existenz“, erklärte Steffen Kreisl von der IG Metall bereits während der sich zuspitzenden Krise. Auch Neumünsters Oberbürgermeister Tobias Bergmann schaltete sich als Vermittler ein. Er hatte zuletzt die Einleitung eines Insolvenzverfahrens zur Voraussetzung für weitere Gespräche gemacht.

Jetzt entscheidet sich, ob NordAlu noch einmal produzieren kann

Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin bestellte das Gericht die Hamburger Rechtsanwältin Jennie Best. NordAlu kann über Vermögenswerte nur noch mit ihrer Zustimmung verfügen. Wie es mit den rund 100 Arbeitsplätzen weitergeht und ob die Produktion wieder aufgenommen werden kann, ist offen. Die NordAlu-Insolvenz zeigt, wie schnell aus finanziellen Problemen industrieller Stillstand werden kann: Fehlt Geld für Material, Energie und Löhne, schweigen irgendwann die Maschinen.

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Noch eine Alu-Insolvenz: 185 Beschäftigte in Rheinfelden betroffen

NordAlu ist kein Einzelfall. Bereits im Sommer wurde das Insolvenzverfahren über die Gesellschaften Aluminium Rheinfelden Alloys und Aluminium Rheinfelden Semis eröffnet. Dort waren 185 Beschäftigte betroffen.

Auch in Rheinfelden treffen mehrere Probleme aufeinander: stark gestiegene Energiepreise, schwache Nachfrage und hoher Wettbewerbsdruck. Hinzu kommen geopolitische Belastungen rund um den russischen Eigentümer UC Rusal und den Krieg gegen die Ukraine.

Zwei Aluminiumstandorte, 285 betroffene Beschäftigte – und Probleme, die weit über einzelne Unternehmen hinausreichen. In Rheinfelden läuft bereits das Insolvenzverfahren, in Neumünster schweigen die Maschinen seit Juni. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, ob NordAlu noch einmal produziert. Sondern wie viele energieintensive Industriebetriebe unter diesen Bedingungen noch wirtschaftlich produzieren können.