Kein Zutritt: Warum dieser Hammer Schulhof jetzt abgeschlossen wird
Stand: 17.08.2026, 08:00 Uhr
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Kaputte Spielgeräte, Scherben auf dem Bolzplatz: Eine Grundschule in Hamm hat wiederholt Ärger mit Vandalen. Die Schulleiterin bedauert: „Jetzt leidet die Dorfgemeinschaft.“
Heessen – Nach der Schule oder in den Ferien auf dem Bolzplatz ein bisschen kicken, an den Geräten auf dem Schulhof spielen oder mit Enkeln Fahrradfahren üben. Bis vor Kurzem war das an der Stephanusschule im Heessener Dorf noch möglich (und beliebt).
Jetzt ist der Bolzplatz abgeschlossen und der Schulhof abgesperrt. Doch warum musste es so weit kommen?
Verschlossenes Tor hat abschreckende Wirkung
Ausgerechnet zum Schützenfest mit dem Dorfabend am Eckey war ein Tor zur gegenüberliegenden Schule errichtet worden. Schulleiterin Patricia Grewatta bedauert die Maßnahme ausdrücklich: „Es ist schon sehr schade, dass man so weit gehen muss und einen öffentlichen Platz absperren muss“, sagt sie.

Aber: Das Wichtigste sei der Schutz der Kinder. Nach zwei Monaten sieht sie zumindest einen positiven Aspekt: „Nur, dass das Tor zugemacht wurde, hat schon Wirkung gezeigt.“ Allein das verschlossene Tor zum Schulhof habe abschreckende Wirkung. Obwohl der Zaun um das Gelände nur halbhoch ist, sei seitdem bislang nichts mehr vorgefallen.
Graffitis, Eier und zerschnittene Spielgeräte
Zuvor hatte es an der Grundschule an der Heessener Dorfstraße wiederholt Probleme mit Vandalismus gegeben, was auch die Stadt bestätigt. Grewatta zählt die verschiedensten Vorfälle auf: Graffitis an Gebäudewänden, demolierte oder angekokelte Spielgeräte, abgeschlagene Köpfe von Holzpferden, eine durchgeschnittene Slackline und Scherben auf dem Bolzplatz. Manchmal seien Kinder in der Pause zu den Lehrern gekommen, sie hätten „kleine Tütchen mit komischem Inhalt“ gefunden.
Dazu hätten Anwohner von Autos auf dem Schulhof am Wochenende berichtet. Einmal seien die Fensterscheiben mit Eiern beworfen worden. Der Hausmeister habe jeden Morgen aufwendig kontrollieren müssen, ob es Hinterlassenschaften vom Vortag gab. „Es wurde zu viel“, sagt Grewatta und stellt auch die Kostenfrage, zumal einige Geräte vom Förderverein finanziert wurden: „Wer kommt dafür auf?“

Umzäunung ist das letzte Mittel
In der Coronazeit habe das angefangen – und dann sei es einfach geblieben, so Grewatta. Seitdem stand sie im ständigen Austausch mit dem Schulamt, um Lösungen zu finden, wie dem Vandalismus Herr zu werden ist, ohne alles absperren zu müssen.
„Grundsätzlich ist eine Umzäunung das letzte Mittel, um wiederkehrendem Vandalismus zu begegnen“, schreibt Stadtsprecher Lukas Huster auf Nachfrage. Man bemühe sich, soweit möglich und erfolgversprechend, mildere Mittel wie zusätzliche Beleuchtung vorrangig einzusetzen. Die Umzäunung sei jedoch das effektivste Mittel.
Erste Maßnahmen fruchten nicht
Auch an der Stephanusschule seien vor der „Vollsperrung“ andere Maßnahmen probiert worden. Zunächst wurde der hintere Schulhof mit dem Eingang und den Toiletten abgesperrt. Dort hatten sich die ungebetenen Besucher zuerst oft aufgehalten, denn es ist da verwinkelt und kaum einsehbar. Der errichtete Zaun, habe das Problem aber nur verlagert, bedauert Grewatta.
„Aufgrund des andauernden Vandalismus-Problems mussten wir den Schulhof sowie den Bolzplatz an der Stephanusschule einzäunen“, erklärt Huster. Dabei war der Belag des Bolzplatzes erst Ende 2023 für 25 000 Euro saniert worden. Mehr als die Hälfte der Schulgelände in Hamm seien übrigens mittlerweile umzäunt, weitere teilweise oder mit niedrigen Zäunen.

„Ich kann jeden verstehen, der sich darüber aufregt“
Huster merkt weiter an, dass Schulhöfe und Bolzplätze von Schulen kein Bestandteil der Spielraumbedarfsplanung seien, sodass hier kein eingeplanter Spielraum wegfalle. „Dennoch ist es natürlich auch für uns sehr ärgerlich, wenn wir diese Angebote der Öffentlichkeit aufgrund von Vandalismus entziehen müssen.“
Das sieht auch Grewatta so: „Ich kann jeden verstehen, der sich darüber aufregt. Es leidet das Gros der Heessener Dorfgemeinschaft, dass ein paar wenige etwas zerstören.“
Der Schulhof war zumindest teilweise auch schon vorher gesperrt worden. Bei Stürmen waren wiederholt Pfannen vom Dach gefallen. Das wurde daraufhin saniert.
Im Hospiz gab es dieser Tage eine berührende Szene: Eine dort lebende Frau richtete einen besonderen Gruß an ihre vvor 30 Jahren verstorbenen Kinder.