Keine Bunker mehr: Frankfurt sucht neue Schutzräume für den Ernstfall
Stand: 16.10.2026, 20:00 Uhr
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Funktionsfähige Bunkeranlagen existieren in Frankfurt laut Magistrat nicht mehr. Die Stadt sucht bereits seit Jahren nach Liegenschaften – konkrete Baupläne gibt es aber nicht.
Frankfurt – Der Bund hat sich mit dem im Mai beschlossenen „Pakt für den Bevölkerungsschutz“ vorgenommen, den Zivil- und Katastrophenschutz zu stärken. Dafür sollen bis 2029 zehn Milliarden Euro investiert werden. Was bedeutet das für Frankfurt?
„Der Pakt setzt zunächst den groben Rahmen“, heißt es in einem aktuellen Bericht des Magistrats zum Thema. Konkrete, damit verbundene Vorgaben stehen allerdings noch aus.
Auch wie viel von den zehn Milliarden Euro in Frankfurt ankommt oder wie viel Geld die Stadt selbst für die Umsetzung des Paktes in die Hand nehmen muss, ist bisher nicht absehbar. Allerdings rechnet der Magistrat im Rahmen der zivilen Alarmplanung „mit hohen und laufenden Investitionskosten über die nächsten Jahre“.
Bestimmte Kosten werden schon erstattet
Bestimmte Kosten für Maßnahmen zur Steigerung der Resilienz könnten schon jetzt durch Landes- und Bundesmittel gestemmt werden. „Aktuell werden beispielsweise Instandhaltungs- und Wartungskosten für (Not-)Brunnenanlagen durch das Land Hessen erstattet“, so der Magistrat.
In dem Bericht geht es neben den Kostenfragen auch um Schutz- und Zufluchtsräume. Funktionsfähige Bunkeranlagen, die als öffentliche Schutzräume genutzt werden könnten, existieren laut Magistrat in Frankfurt nicht mehr. Weil die Vorgaben und Anforderungen zum Zivilschutz derzeit überarbeitet werden, sei derzeit noch unklar, wie solche Schutzmöglichkeiten aussehen und wie viele Menschen dort Zuflucht bekommen sollten. Trotzdem sucht die Stadt bereits seit einigen Jahren nach möglichen Liegenschaften, in denen Schutzräume entstehen könnten. Konkrete Neubau- oder Sanierungspläne existieren nicht, „da dies Aufgaben des Bundes wären“.
Frankfurt will Bürger dafür sensibilisieren, sich selbst helfen zu können
Allerdings betont der Magistrat ganz grundsätzlich, dass die Möglichkeiten des Katastrophen- und Zivilschutzes im Ernstfall begrenzt seien. Deshalb legt die Stadt Wert darauf, die Menschen gezielt zu informieren und zu sensibilisieren, sodass sie sich im Zweifel selbst schützen und helfen könnten.
Das gilt übrigens auch für die Arbeit in Schulen. Aktuell würden Selbstschutzmaßnahmen altersgerecht in die Brandschutzaufklärung integriert, „soweit es pädagogisch sinnvoll erscheint“, heißt es im Bericht. Allerdings erwartet man einen Erlass des Landes Hessen, der den Umgang mit Selbstschutz in Schulen weiterführend regeln soll.
Wichtig ist dem Magistrat darüber hinaus zu betonen, dass die Strukturen im Katastrophen- und Zivilschutz „grundsätzlich etabliert und im Rahmen der gesetzlichen Aufgabe sowie teils darüber hinaus leistungsfähig“ sind. Für die Zukunft will man einen Bedarfs- und Entwicklungsplan aufstellen, um herauszufinden, wo weitere strukturelle Maßnahmen benötigt werden und was die kosten könnten. Solche Planungsinstrumente seien in den anderen Bereichen des Bevölkerungsschutzes, dem Brandschutz, der Allgemeinen Hilfe und dem Rettungsdienst bereits seit Langem etabliert und bewährt.