Keine Olympischen Spiele in Berlin: Bloß keine Trübsal – auf geht’s, München und Rhein-Ruhr!
Kein Referendum, eine Abgeordnetenhauswahl kurz vor der entscheidenden Sitzung des Deutschen Olympischen Sportbundes am Sonnabend und dann die Linke-Spitzenfrau und Wahlsiegerin Elif Eralp, die den Plänen der abgewählten schwarz-roten Koalition eine Absage erteilt – die Berliner Träume von den Olympischen Spielen in der Bundeshauptstadt sind zerplatzt.
Und mit der zurückgezogenen Bewerbung schwinden auch die Hoffnungen der Berliner Partner Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Brandenburg. Städte wie Dresden, Leipzig, Magdeburg oder Cottbus gehörten mit Wettkampfstätten zum Berliner Konzept.
Und nun? Auf jeden Fall keine Trübsal blasen. Berlin drückt München und der Region Rhein-Ruhr in Nordrhein-Westfalen die Daumen. Schließlich sind wir Bundeshauptstadt – ganz Deutschland kann von den Olympischen Spielen profitieren, für die sich die Bundesrepublik für die Jahre 2036, 2040 und 2044 bewirbt.
Also: Auf geht’s, München und NRW. Auch für sportbegeisterte Berlinerinnen und Berliner sind beide Regionen eine Reise wert. Zumindest den Bayern kann Berlin auch etwas zurückgeben. Schließlich sind die Bajuwaren der größte Zahlmeister für die dauerklamme Hauptstadt im Rahmen des Länderfinanzausgleichs. Immerhin fünf Millionen Euro kostet Berlin die Bewerbung.
Und auch sonst verbindet München und Berlin immer mehr. Da ist diese Hassliebe zwischen dem Saupreuß und dem Seppl – beide bewundern und belächeln sich. Aber Berlinerinnen und Berliner fahren sogar zur Wiesn in die bayerische Landeshauptstadt. In Berlin wird das Oktoberfest ganz nach Münchner Vorbild ebenso gefeiert.
Selbst für den Osten ist zumindest im Konzept für die Region Rhein-Ruhr mit der Leitstadt Köln etwas drin. Das sieht den Kanupark im sächsischen Markkleeberg und das Segelrevier in Rostock-Warnemünde als Wettkampfstätten vor.
Nach Berlins Absage muss die verbleibende Olympiabewerbung als Signal gelesen werden. Gerade in Zeiten der Krisen und Kriege. Einer muss ran – und zwar für alle. Für etwas, das positiv Sinn stiftet. An dem sich das Land aufrichten kann, an einem Ziel.
Es geht auch darüber hinaus: Aus der Mitte Europas kann gerade in dieser Zeit der olympische Geist nur guttun: Fairplay, sich an Regeln halten, Respekt vor den Konkurrenten, Völkerverständigung und ein friedliches Fest. Sport frei!