„Hat diese Chance verdient“: Otavio-Förderer schwärmt von Eintracht Frankfurts brasilianischem Neuzugang
„Keine Zweifel“: Otavio-Förderer traut Juwel Sprung zur Eintracht zu
Stand: 29.07.2026, 13:12 Uhr
Eintracht Frankfurt hat mit Otavio einen spannenden Innenverteidiger geholt. Ex-Trainer Joao Nuno hatte ihn zum Profi gemacht.
Grassau – Eintracht Frankfurt hat den Transfer von Otavio am Dienstagvormittag verkündet. Der 20 Jahre alte Innenverteidiger kommt für 4,5 Millionen Euro von CF Estrela Amadora in die Mainmetropole. Im Trainingslager in Grassau tauchte der Neuzugang auch am Donnerstagvormittag noch nicht auf, er musste für die Arbeitserlaubnis letzte Behördengänge in Portugal vornehmen.

Etwas Geduld ist also noch nötig, möglicherweise taucht er bis zur Abreise am Samstag im herrlichen Oberbayern auf. Trainer Adi Hütter erhält einen bislang nur Insidern bekannten Spieler. Absolut Eintracht hat daher exklusiv bei dessen Förderer Joao Nuno nachgefragt. Unter ihm wurde Otavio Profi in Amadora, er zog ihn im Oktober vergangenen Jahres nach oben.
Hat die Eintracht einen Collins 2.0 geholt?
Der 40-Jährige erklärte: „Als ich zu Estrela kam, spielte Otavio in der U23-Mannschaft. Beim Beobachten seiner Trainingseinheiten und Spiele wurde mir schnell klar, dass er die Qualität für die erste Mannschaft besaß.“ Sein Weg war also zügig vorgezeichnet: „Von diesem Moment an trainierte er regelmäßig mit uns und erhielt bald die Chance, sein Debüt in der höchsten portugiesischen Liga zu geben. Anschließend etablierte er sich durch seine Leistungen fest im Kader.“
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Nach 22 Partien für Amadora packte Sportvorstand Markus Krösche zu. Die Eintracht wird auf dem Markt noch effizienter agieren müssen, um Talente dieser Güteklasse in einem bezahlbaren Rahmen zu verpflichten. 4,5 Millionen Euro klingen nach viel Geld. Doch die Summen sind nicht mehr mit denen von vor drei oder vier Jahren vergleichbar. Die sogenannten Wetten in die Zukunft werden für Klubs wie die Eintracht immer kostspieliger.
Sein ehemaliger Trainer Nuno kündigt einen verheißungsvollen Akteur an: „Er ist ein hervorragender junger Mann und ein echter Profi. Sein täglicher Wille, zu lernen und sich zu verbessern, war ein entscheidender Faktor für seine Entwicklung.“ Er frohlockte: „Ich freue mich sehr, dass er diesen nächsten Schritt in seiner Karriere macht. Er hat diese Chance verdient, und ich wünsche ihm in Frankfurt viel Erfolg.“
In Frankfurt vergleichen ihn die Verantwortlichen mit Nnamdi Collins – nur mit einem starken linken Fuß. Nuno zeichnete ein Bild über Otavio: „Er ist ein Innenverteidiger mit enormem Potenzial. Otavio verfügt über alle physischen und technischen Voraussetzungen für diese Position.“ Er sieht in ihm einen Verteidiger der modernen Prägung, der Athletik mit Ruhe am Ball verbindet: „Das sind Eigenschaften, die ihn dazu befähigen, sich zu einem Spitzenspieler zu entwickeln.“
Der Sprung aus der portugiesischen in die deutsche Liga ist ein großer. Nuno hat dazu eine klare Meinung: „Natürlich benötigt jeder Spieler eine gewisse Eingewöhnungszeit in einer so anspruchsvollen und wettbewerbsintensiven Liga wie der Bundesliga, aber ich habe keinen Zweifel daran, dass er das Zeug dazu hat, ein erstklassiger Innenverteidiger zu werden.“ Das deckt sich mit Krösches Überzeugung: „Wir beobachten den Markt genau und Otavio hatte das Profil, das wir gesucht haben: Er ist groß, Linksfuß und hat eine gute Geschwindigkeit.“
Otavio, so der Ex-Coach, sei ein „moderner Innenverteidiger“, der sich im Spielaufbau wohlfühle und seine technischen Fähigkeiten mit einer starken Physis kombiniere: „Er ist ballsicher, spielt ein vertikales Passspiel und verfügt über die nötige Physis, um auf höchstem Niveau zu bestehen.“ Und er bringt Flexibilität mit, kann in der Mitte oder auf der defensiven Außenbahn spielen.
Seine stärkste Position sei allerdings die als linker Innenverteidiger: „Er hat zwar im Laufe der Saison einige Male als Linksverteidiger gespielt, weil uns kein gelernter Spieler für diese Position zur Verfügung stand, aber das geschah eher aus der Not heraus als aus Überzeugung.“ Otavio kann also sicherlich vereinzelt aushelfen.
Die Eintracht hat aber einen Mann geholt, der Kopfball- und Zweikampfstärke, ein sauberes Passspiel und ein außergewöhnliches Tempo verbindet. „Diese Eigenschaften ermöglichen es ihm, große Räume zu verteidigen und sich aktiv am Spielaufbau zu beteiligen“, sagte Nuno, der noch Verbesserungsbedarf im defensiven Stellungsspiel und in der Konzentrationsfähigkeit über die gesamte Spieldauer sieht.
Diese Schwächen sollten den Weg von Otavio jedoch nicht bremsen: „Das sind Aspekte, die sich ganz natürlich durch Erfahrung und regelmäßige Einsätze auf Top-Niveau weiterentwickeln.“ Krösche hat bei seiner Suche nach einem neuen Verteidiger für die linke Seite offenbar ein hochveranlagtes und enorm entwicklungsfähiges Talent ausgegraben. Die guten Wünsche von Joao Nuno sollten ihm die nötige Kraft geben.