Bundestrainer Klopp plant wohl XXL-Kader – müssen DFB-Stars auf die Tribüne?
Klopp plant wohl XXL-Kader – es drohen Tribünenplätze
Stand: 15.09.2026, 08:22 Uhr
Jürgen Klopp präsentiert am Donnerstag seinen ersten DFB-Kader. Der neue Bundestrainer denkt dabei offenbar in ganz anderen Dimensionen.
Frankfurt – Es ist der Moment, auf den die Fußball-Nation seit Wochen wartet. Am Donnerstag um 10 Uhr betritt Jürgen Klopp die Bühne auf dem DFB-Campus in Frankfurt und präsentiert seinen allerersten Kader als Bundestrainer. Was er dort verkünden wird, dürfte für einige Überraschungen sorgen – und für manchen Profi bedeutet es womöglich: Nominierung ja, Einsatz nein.

Denn Klopp, der sich kurz vor der DFB-Kader-Nominierung eine Auszeit gönnte, denkt beim Neustart der Nationalmannschaft offenbar in ungewöhnlich großen Dimensionen. Schon bei seiner Vorstellung Ende Juli hatte der 59-Jährige angedeutet, dass er zunächst möglichst viele Spieler sichten wolle – damals sprach er von einer Kandidatenliste mit 57 Feldspielern. Nun verdichten sich die Hinweise, dass er diesen Ansatz konsequent umsetzt.
Erster Klopp-Kader als Bundestrainer: Bis zu 30 Spieler möglich
Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur plant Klopp, deutlich mehr als die von der UEFA vorgesehenen 23 Akteure zu berufen. Denkbar ist demnach sogar ein Aufgebot von bis zu 30 Spielern. Sky und Sportschau berichteten zudem, dass intern sogar Überlegungen für einen noch größeren Kader von bis zu 40 Profis kursieren sollen – wobei einzelne Spieler im Laufe des Lehrgangs an- und abreisen könnten.
Hintergrund ist das straffe Programm: Vier Länderspiele in nur elf Tagen stehen an – in den Niederlanden (24. September), gegen Griechenland (27. September), gegen Serbien (1. Oktober) und erneut in Griechenland (4. Oktober). Die UEFA-Regularien zur Nations League schreiben zwar einen Spieltagskader von maximal 23 Akteuren vor, drei davon müssen Torhüter sein. Diese Liste muss Klopp, der zu seinen Wurzeln zurückkehrte, jedoch erst bis 23.59 Uhr am jeweiligen Vorabend einreichen – theoretisch könnte er das Aufgebot also von Spiel zu Spiel verändern.
Profitieren könnten von dieser Strategie vor allem Spieler, die zuletzt verletzt oder in einem Formtief waren. Jamal Musiala etwa fehlte wegen Absencen zuletzt, Nico Schlotterbeck feiert gerade sein Comeback nach einer schweren Knöchelverletzung bei Borussia Dortmund. Beide könnten so behutsam eingeführt werden, ohne von Beginn an das volle Programm absolvieren zu müssen.
Spannend wird auch, welche neuen Gesichter Klopp in seinen ersten Kader holt. Als mögliche Überraschungskandidaten gelten unter anderem Paris Brunner, Yann Bisseck, Tom Bischof, Finn Jeltsch sowie Nicolo Tresoldi, der auch vom italienischen Verband umworben wird. Daneben könnten auch Rückkehrer wie Karim Adeyemi, Jonathan Burkardt oder Niclas Füllkrug, der zuletzt wieder traf, eine Rolle spielen. Offen wie selten zuvor ist die Frage im Tor.
Nach dem endgültigen Rücktritt von Manuel Neuer fehlt ein klarer Erbe. Marc-Andre ter Stegen, Oliver Baumann, Jonas Urbig, Alexander Nübel, Noah Atubolu und sogar Loris Karius – Klopps einstiger Schützling aus Liverpool-Zeiten – haben alle Argumente auf ihrer Seite, keiner aber erscheint als gesetzt. Am Donnerstag zeigt sich, wie ernst Klopp es mit dem angekündigten Neuanfang meint – und wer sich schon beim ersten Lehrgang auf einen Platz auf der Tribüne einstellen muss. (ck)