DFB-Team in Griechenland: Gute Laune bei Jürgen Klopp vor Spiel am Sonntag


Einen warmen Empfang gab es für den großen Tross der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Samstag gleich im doppelten Wortsinne. Neben der ausgesprochenen griechischen Gastfreundlichkeit, mit der die Reisegruppe in Thessaloniki empfangen wurde, erheiterte auch das spätsommerliche Wetter bei 24 Grad in der Hafenstadt am Thermaischen Golf der Ägäis die deutschen Gemüter.

Nach der herbstlichen Abkühlung von Herzogenaurach, wo Bundestrainer Jürgen Klopp mit seiner Mannschaft am Vormittag trainiert hatte, brachte der Ortswechsel nach Griechenland noch einmal ein Sommergefühl hervor. Zeus, der griechische Wettergott, hatte nicht gespart mit vielen wärmenden Sonnenstrahlen. An den Fußballsommer mag zwar im deutschen Lager eigentlich niemand mehr denken, die Laune war dennoch bestens.

Im bekannt stimmungsvollen Toumba-Stadion von PAOK Saloniki wird die Begeisterung an diesem Sonntag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Nations League und bei RTL) groß sein, wenn Deutschland bei Tabellenführer Griechenland antritt. Bei den Gästen war die Laune schon in der Presserunde am Vorabend ähnlich gut, insbesondere als die Rede auf den großen griechischen Triumph vor zweiundzwanzig Jahren kam.

Schon die Frage nach einem Vergleich zwischen der damaligen Mannschaft, die den EM-Titel 2004 sensationell gewann, und der heutigen sorgte für reichlich Erheiterung. Neben Klopp saß Aleksandar Pavlović – der erst wenige Wochen vor dem Turnierbeginn geboren wurde und daher, selbstredend, keine Erinnerungen an die Mannschaft des deutschen Trainers Otto Rehhagel hat.

Selbst Klopp, immerhin Jahrgang 1967, beim griechischen Triumph selbst schon Trainer in Mainz, tat sich schwer. Ein bisschen bekam er zusammen, aber „die damalige Story liegt 22 Jahre zurück, so weit reicht mein Archiv nicht“. Bis ihm doch noch etwas einfiel, das er gesanglich zum Besten gab: „Ohne Otto wär’ das nicht passiert …“ Klopps Fazit: „Wir haben schon auch einen Anteil.“ Da stimmte auch Pavlović ein: „Da geh ich mit.“

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Besser einschätzen kann Klopp die Griechen, die seiner neuen Mannschaft vor einer Woche beim 0:1 von Augsburg das Fußballleben schwer machten und dort, wie er nun einräumte, „nicht unverdient gewonnen“ hatten. Der Bundestrainer nannte sie „eine goldene Generation, eine Ansammlung von Topspielern in einem guten Alter, ganz jung“. Nun soll Deutschland ein „besserer Gegner für Griechenland“ sein. „Das wäre ein Anfang.“

Von Anfang an wird am Sonntag wieder Jonas Urbig im Tor stehen. Der junge Münchner erhält nach dem 2:0 gegen Serbien eine zweite Partie, nachdem Marc-André ter Stegen – „die Nummer eins, für den Moment“ – und Alexander Nübel in den Niederlanden und im Hinspiel gegen Griechenland je einmal gespielt hatten. Finn Dahmen und Noah Atubolu, die anderen beiden Torhüter im großen Kader, bleiben daher wohl ohne Einsatz.

Klopp begründete Urbigs zweiten Einsatz damit, dass er beim FC Bayern als Ersatzmann von Manuel Neuer weniger Spielpraxis habe. Mit einem geänderten Nummer-eins-Status habe das aber nichts zu tun. „Die anderen Jungs, die jetzt dabei waren, die spielen alle regelmäßig, und das hat Jonas nicht getan, deshalb bekommt er das Spiel auch“, sagte der Bundestrainer, „all inclusive“ sozusagen. Das klang auch nochmal nach Sommer und Sonne.