Kochbuch für die Sommertage: Leicht verdaulich, schnell gemacht – das schmeckt an heißen Tagen


Kochbuch für die Sommertage Leicht verdaulich, schnell gemacht – das schmeckt an heißen Tagen

24.07.2026 · 19:58 Uhr

 Gebratene Zucchini mit Dillfrischkäse und Kirschen.

Gebratene Zucchini mit Dillfrischkäse und Kirschen.

Foto: Vanessa Maas/Brandstätter

Düsseldorf · Gerade an den heißen Sommertagen fällt es häufig schwer zu kochen. Nun versammelt ein neues Kochbuch Tipps, was „Gut bei Hitze“ schmeckt sowie schnell und einfach herzustellen ist.

Endlich Sommer?! Der eine freut sich über die stabilen Sommertemperaturen, andere fluchen über die heißen Tage und Tropennächte. Gerade die vergangenen Wochen haben gezeigt, was der Sommer kann. Auch kulinarisch muss man sich vielleicht einstellen auf immer heißere Sommer, in denen das Kochen keinen Spaß macht. Denn das Stehen am heißen Herd ist dann nicht gerade verlockend, aber immerzu Grillen will auch kein Mensch. Also, was ist „Gut bei Hitze“? Diesen Aufruf startete Katharina Seiser unter dem Hashtag #gutbeihitze schon vor 13 Jahren im Internet und sammelte die Tipps und Rezepte, die vom Schwarm geliefert wurden.

Einfache Rezepte, viele Zutaten pflanzlich

Dieses Buch „ist voller Rezepte und Ideen, die bei Affenhitze wohltun. Gerichte, die schnell gemacht und leicht verdaulich sind, viel saftige Frische bringen und so abgeschmeckt sind, dass sie auch bei hohen Temperaturen Lust aufs Essen machen“, schreibt die Autorin. Sie unterteilt ihre Rezepte in vier Kapitel: Zum Trinken, Kaltes, Warmes und Süßes. Alle Rezepte sind bewusst einfach gehalten, man benötige keine besonderen Fähigkeiten oder Gerätschaften.

Die meisten Zutaten seien bewusst pflanzlich, vielfältig und abwechslungsreich. Um die gerade bei warmem Wetter heiklen Hygienefragen zu umschiffen, verwende sie keine rohen Eier in Mayonnaise oder Desserts, kein rohes Fleisch wie Carpaccio oder rohen Fisch wie Ceviche, erklärt Katharina Seiser zum Auftakt des Buches.

Sommercocktail mit Espresso oder kalter Hibiskustee

Vor allem das Trinken sei wichtig an heißen Tagen. Getränke „brauchen wir am dringendsten, wenn es sehr heiß ist. Nichts funktioniert mehr richtig in uns, wenn wir dehydriert sind. Das müssen keine picksüßen, sondern können auch erfrischend säuerliche, duftige, prickelnde, fermentierte und muntermachende Getränke sein“, so die Autorin. Deshalb versammelt sie in ihrem Buch kühlende Getränke. Was fällt einem sofort ein bei heißen Tagen? Eiskaffee! Für einen Shakerato wird ein doppelter Espresso mit Eiswürfeln so lange geschüttelt, bis sich etwas Schaum bildet. In einem schönen Glas serviert, ist er ein perfekter Sommercocktail. Ein Espresso Tonic besteht dagegen aus Espresso mit etwas trockenem Tonicwater und wird ebenfalls mit Eis geschüttelt.

Tee ist ein ideales Sommergetränk, egal ob warm oder kalt. Die Autorin setzt auf Kaltgetränke, schätzt Grüntee als kalte Variante genauso wie Schwarztee. Etwa ein Earl-Grey-Eistee mit reifen Pfirsichstückchen, die dem Getränk zusätzlichen Duft und zarte Süße hinzufügen. Kalten Früchtetee kann man tagsüber wie abends genießen, zum Beispiel Hibiskustee: „Die dunkelroten Hibiskusblüten haben eine ganz erstaunliche Fruchtigkeit und vor allem Säure, die beim Kaltauszug so richtig zum Tragen kommen.“

Der sehr erfrischende Tee sei als heißer oder kalter Karkade in Ägypten und im Sudan und als eiskaltes und meist süßes Agua de Jamaica in Mexiko beliebt. Zitronen seien zwar Winterfrüchte, aber im Sommer etwa als Limonaden besonders begehrt. Wem es nicht reicht, einfach Zitronenscheiben mit Sodawasser zu vermischen, bekommt hier auch Ideen für eine elegante Limonadenvariante mit Grapefruit und Orangenblütenwasser aus dem Bioladen.

Fermentieren – von Kefir bis Gemüse

Durch Fermentation lassen sich Speisen lange haltbar machen. Getränke, die sich eignen, seien etwa Kombucha oder Milchkefir. Letzterer sei das einfachste Ferment, meint die Autorin, dazu noch sehr gesund und vielfältig, da Milchkefir einen hohen Gehalt an lebendigen Mikroorganismen besitzt. Um Kefir selbst herzustellen, benötigt man Kefir-Knöllchen, die man in Ferment-Shops oder online bekommt. Sie werden mit Milch aufgegossen und stehen gelassen, bis alles dicklich und säuerlich wird. Im Kühlschrank hält sich der Kefir anschließend bis zu einer Woche. Man kann Milchkefir trinken, zum Beispiel eine Variante mit Himbeeren und Kardamom, aber auch für leichte Salatdressings verwenden.

Kalte Speisen sind bei heißen Temperaturen sehr beliebt. Fermentiertes Gemüse bietet sich besonders an, denn das eingelegte Gemüse hält lange, und man kann es als Snack immer zwischendurch genießen, schreibt Seiser. Sie schwärmt für Giardiniera, eine „wunderbare italienische Mischung aus Blumenkohl, Paprika, Karotten und Stangensellerie“. Mit Knoblauch, Lorbeerblatt, Pfeffer und Fenchel wird das Gemüse in einer Salzlake eingelegt und muss etwa eine Woche lang fermentieren, bevor man es genießen kann.

 Katharina Seiser, „Gut bei Hitze. Erfrischend einfache Rezepte“, Brandstätter Verlag, 192 Seiten, 32 Euro

Katharina Seiser, „Gut bei Hitze. Erfrischend einfache Rezepte“, Brandstätter Verlag, 192 Seiten, 32 Euro

Foto: Brandstätter Verlag

Kalte Suppen und erfrischende Salate

Gazpacho ist ebenfalls ein Klassiker an heißen Tagen. Man bräuchte für diese kalte, spanische Gemüsesuppe vor allem reife Tomaten und gutes Olivenöl, meint die Autorin. Sie fügt dem Gemüse auch Wasser- oder Zuckermelone hinzu. Gazpacho hält im Kühlschrank ein paar Tage und eignet sich somit bestens als Speise an heißen Tagen. Ein Rezept aus der polnischen Küche sieht nicht nur toll aus, sondern schmecke auch wunderbar erfrischend: die polnische Rote-Rüben-Kaltschale Chlodnik. Sie wird mit Eiereinlage serviert.

Salate sind natürlich an heißen Tagen immer gern gesehen. Als Hauptmahlzeit taugen sie besonders gut, wenn sie verschiedene Texturen beinhalten und schön bunt aussehen. Aus der Türkei stammt die Idee eines Salats aus Zucchini, Apfel, Spitzpaprika und Radieschen, der mit Schwarzkümmel, Minze und Feta verfeinert wird. Salat mit Wassermelone zu mixen, diese Rezepte stammen meist aus der Mittelmeerregion. Hier wird die Frucht mit Rucola, Feta und Ingwer zusammengebracht. Geröstete Pinienkerne sorgen für eine nussige Note. Mit Minze verfeinert, verschafft diese Mischung garantiert neue Geschmackserlebnisse.

Caprese, also Tomaten mit Mozzarella und Basilikum, kennt wahrscheinlich jeder. Die Autorin bemüht sich um besondere Kombinationen für die Salate. Pfirsich-Tomaten-Salat mit Estragon scheint eine gute Bereicherung des Speiseplans zu sein und schmecke nur im Hochsommer richtig gut, meint die Autorin. Melonen-Gurken-Salat mit Pecorino sei eine Kombination aus Obst, Fruchtgemüse und Käse, die gleichermaßen erfrischt und nährt. Kein Wunder, dass man sie so gern im Sommer isst. Bohnen-Fenchel-Salat verfeinert sie mit einer selbst gemachten Salsa verde aus Petersilie, Knoblauch, Fenchel, Kapern sowie Rotweinessig und Dijonsenf.

Asiatische Salate erfreuen sich auch bei uns großer Beliebtheit, etwas ein Salat mit grüner Papaya. Die Autorin hat sich eine eigene Variante kreiert mit grünen Bohnen, Kohlrabi, Karotte, Nektarine und Kirschtomaten. Durch die Fisch- und Chilisoße im Dressing und den Erdnüssen als Topping erhält der Salat einen asiatischen Touch. Thailändischer Rindfleischsalat sei jedoch mit seiner Mischung aus scharf, sauer, duftig, knackig und würzig eher nichts für zart besaitete Gaumen, meint die Autorin.

Warme Gerichte, die auch bei Hitze schmecken

Um satt zu werden, braucht es allerdings auch im Sommer häufig ein paar Kohlenhydrate, um aus Salaten eine Hauptmahlzeit zu machen. Auch bei den Rezepten für Nudel-, Kartoffel- oder Bulgursalat bemüht sich die Autorin, einen besonderen Dreh zu finden. Doch manchmal müssten es eben auch warme Speisen an heißen Tagen sein. Gebratene Pfifferlinge mit Ei geht schnell und ist ein Sommerklassiker, wenn die Pilze ab Juni/Juli geerntet werden. Spaghetti mit Paprika und Thunfisch schmecken nach Mittelmeer und sind auch nicht allzu schwer verdaulich. Bei Pasta mit Zucchini und Zitrone wird das braun gebratene Gemüse mit viel Zitrone und der voluminösen Pasta, in der sich die Zucchinistücke schön verfangen, zu einem schnell gezauberten Sommergericht.

Viele Gemüse haben im Sommer Hauptsaison. Da bietet es sich an, sie gemeinsam zu verarbeiten, etwa in einem leckeren Ofen-Ratatouille. Dafür verwendet die Autorin Aubergine, Zucchini, Paprika, Kirschtomaten und Zwiebeln. Mit Rosmarin und Thymian bestückt und mit Olivenöl beträufelt, wird daraus, mit etwas Baguette, ein französischer Sommerschlager. Dazu passen auch Frühkartoffeln, cremige oder knusprige Polenta, gebratener Fisch, gebratenes oder gegrilltes Lamm oder Pasta.

Der Klassiker: Grüne Soße

Der Sommer ist auch die Hochzeit für frische Kräuter. Deshalb sollte man sie möglichst frisch bei vielen Gerichten verarbeiten. Ein Gericht, das hauptsächlich aus den frischen Kräutern besteht, ist grüne Sauce. Man kann sie auch auf Vorrat machen, denn sie hält sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage. Sie schmeckt hervorragend zu Fleisch und Fisch, aber es geht auch ohne: etwa wie hier mit Frühkartoffeln und Ei.

Reife, aromatische Tomaten aus dem heimischen Garten bereichern den Speiseplan im Sommer. Bei einer Tomatentarte aus dem Ofen, die mit Blätterteig gemacht wird, sorgen Sardellen obenauf für eine salzige Meeresnote.

Eiskalt, fruchtig und unkompliziert sollen die Rezepte für die sommerlichen Desserts sein. Affogato nennt sich ein schnell gemachter Nachtisch aus einer Kugel Vanilleeis in einem doppelten Espresso, der erst gelöffelt und dann getrunken wird. Pfirsich-Melba kombiniert reife Pfirsichhälften mit Vanilleeis und Himbeersauce zu einem fruchtigen Cocktail. Da Obst und Beeren ebenfalls Hochsaison im Sommer haben, herrscht hier kein Mangel. Ob Grießpudding mit Kompott, frische Marillenknödel, Zwetschgencrumble, Pfirsichschlingel oder Aprikosen-Schoko-Kuchen – selbst bei Hitze schafft man es nicht, solchen Köstlichkeiten zu widerstehen.

Info Katharina Seiser, „Gut bei Hitze. Erfrischend einfache Rezepte“, Brandstätter Verlag, 192 Seiten, 32 Euro

Rezept

Gebratene Zucchini mit Dillfrischkäse & Kirschen

Zutaten (für 2-3 Portionen):

Zucchini

ca. 500 g kleine Zucchini, 4-5 Stück, gern bunt, 6-8 EL freundliches Olivenöl, nativ extra

Dillfrischkäse

250 g möglichst fetter Schaffrischkäse oder anderer Frischkäse, 125 g Kefir oder Joghurt, evtl. etwas Sahne, 1 Zitrone, einige Zweige Dill, feines Salz, eine große Handvoll, knackige Kirschen, geröstete Haselnüsse, ein paar Halme Schnittlauch, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, Salzflocken, Olivenöl nativ extra, Lieblingsbrot, egal ob hell oder dunkel

Zubereitung

Zucchini waschen, trockentupfen, längs in ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden. In einer großen Pfanne, am besten gut eingebranntes Gusseisen, partienweise in je 2-3 EL Olivenöl bei hoher Hitze pro Seite 3-4 Minuten braun braten, dabei zart salzen. Auf einen Teller herausheben.

Für den Dillfrischkäse Frischkäse mit Kefir verrühren, die Konsistenz soll an Ricotta erinnern, also cremig-weich sein. Falls sie zu trocken ist, etwas Sahne einrühren. Zitrone waschen, trockentupfen. Abrieb von ½ Zitrone dazureiben. Dill waschen, trockentupfen, Spitzen abzupfen. Zarte Stängel mit ein paar Spitzen zur Seite stellen, Rest fein hacken und unter den Frischkäse rühren. Mit Salz abschmecken.

Kirschen waschen, trockentupfen, halbieren und entsteinen. Haselnüsse halbieren oder grob hacken. Schnittlauch waschen, trockentupfen.

Frischkäse auf Teller streichen, warme Zucchini darauf verteilen. Kirschen, Haselnüsse und Dillspitzen darüberstreuen, Schnittlauch direkt mit der Schere darüberschneiden. Reichlich Zitronensaft darüberpressen, pfeffern und mit Salzflocken bestreuen. Großzügig mit Olivenöl finalisieren. Mit Brot servieren.

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