83-Jähriger wartete vier Stunden in der Notaufnahme – dann starb er, ohne untersucht zu werden


Krebspatient stirbt nach stundenlangem Warten in Notaufnahme – Familie erhebt schwere Vorwürfe

Stand: 11.10.2026, 18:00 Uhr

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Carlo Cei war 83 Jahre alt und Krebspatient. Er soll im Wartezimmer einen Schwächeanfall erlitten haben. Seine Tochter sucht in den sozialen Medien nach Zeugen.

Pisa – Er sei in der Notaufnahme des Universitätsklinikums Cisanello in Pisa gestorben, während er seit vier Stunden darauf wartete, untersucht zu werden, wirft seine Familie dem Krankenhaus vor. Zuvor hatte er einen Anfall erlitten, dessen Ursache noch unklar ist. Carlo Cei war 83 Jahre alt, Pharmareferent im Ruhestand und litt auch an Krebs.

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Dieser Artikel von Salvatore Mannino entstand in Kooperation mit Corriere della Sera

Seine Geschichte könnte zum Sinnbild für die Überlastung des Gesundheitswesens in der Toskana werden. Seine Tochter Rossella schilderte sie in einem Facebook-Beitrag, den Il Tirreno aufgriff und der bereits politische Kontroversen auslöst.

Carlo Cei stammte aus Calci und war als Krebspatient gesundheitlich besonders anfällig. Am Montagmorgen (5. Oktober) fühlte er sich nach Angaben seiner Tochter unwohl und beschloss deshalb, die Notaufnahme aufzusuchen, die er auf eigenen Beinen erreichte. Er wurde ordnungsgemäß bei der Triage registriert und aufgenommen.

Ein aktueller Fall in Italien sorgt momentan für Aufsehen.

Ein aktueller Fall in Italien sorgt momentan für Aufsehen. © IMAGO / UIG

Dann begann das Warten auf die ärztliche Untersuchung, die laut seiner Tochter mehrere Stunden dauerte – bis zu einem zweiten Anfall, der sich als tödlich erweisen sollte. Nicht nur Pflegekräfte, sondern auch wartende Patienten sollen das Sterben des Pharmareferenten hilflos mitangesehen haben – mindestens zehn Menschen, unter denen seine Tochter nun Zeugen sucht.

Auf Facebook schreibt sie: „Nach dem, was passiert ist, kann ich noch nicht klar denken, aber solche Dinge dürfen niemandem jemals wieder passieren.“ Und weiter: „Leider ist mein Vater vier Stunden nach der Anmeldung und der Triage im Wartezimmer gestorben, ohne jemals untersucht worden zu sein. Und für diejenigen, die dabei waren und gesehen haben, was passiert ist, war es kein schöner Moment.“

Suche nach Zeugen und mögliche Ermittlungen

Die Suche nach Zeugen könnte auch dazu dienen, eine noch nicht eingereichte Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft zu untermauern. Nach inoffiziellen Angaben beobachtet die Justiz die Situation allerdings bereits. Der Krankenhausträger in Pisa hat der Familie sein Beileid ausgesprochen, sich aber noch nicht offiziell zu dem Fall geäußert.

Einigen unbestätigten Informationen zufolge läuft eine erste interne Untersuchung. Bislang wurde weder eine Obduktion noch eine diagnostische Untersuchung angeordnet. So fand am Mittwoch (7. Oktober) die Beerdigung in Calci statt, wo Cei mit seiner Familie lebte.

Unterdessen gibt es eine erste kritische Reaktion auf den Fall: Sie kommt von Susanna Ceccardi, Europaabgeordneter der Lega und ehemaliger Kandidatin für das Präsidentenamt der Region. Auf Instagram schreibt sie, dass Klarheit über diesen Todesfall in der Notaufnahme geschaffen werden müsse.