Kreistagsvorsitzende Susanne Fritsch wird 50 – und regiert mit 99 Prozent


Stand: 17.07.2026, 06:00 Uhr

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Kreistags-Chefin Susanne Fritsch wird 50 und findet's „ein cooles Alter“.

Kreistags-Chefin Susanne Fritsch wird 50 und findet's „ein cooles Alter“. © Barbara Schmidt

Susanne Fritsch feiert am 17. Juli ihren 50. Geburtstag. Im April wurde sie mit 99 Prozent zur Mitgliederbeauftragten der CDU Hessen gewählt.

Eschborn/Main-Taunus – Susanne Fritsch ist Teil einer Generation von CDU-Kommunalpolitikern, die schon sehr früh mitgemischt hat im MTK. 1999 war sie als „Koch-Truppe“, angetan mit Schürzen, Kochmützen und Holzlöffeln, für den damaligen Kreisvorsitzenden und CDU-Spitzenkandidaten Roland Koch im Landtags-Wahlkampf unterwegs. Die Episode aus Junge-Union-Zeiten zählt längst zu den Erinnerungsschätzen, an die Susanne Fritsch, die damals noch Gritsch hieß, mit einem Lächeln zurückdenkt. Sie selbst war schon vorher kommunalpolitisch aktiv. Das Vorbild in der Familie habe sie da geprägt, meint die Tochter des seit Jahrzehnten als Stadtverordneter und Kreistagsmitglied für die CDU wirkenden Landwirts Karlheinz Gritsch.

Ein cooles Alter mit Freiräumen

Wie viele andere aus der „Koch-Truppe“ kann auch Susanne Fritsch nun einen besonderen Geburtstag feiern. Am 17. Juli macht sie die 50 Lebensjahre voll. „Ich find’s ein cooles Alter“, sagt sie. Die Kinder groß, die Eltern noch fit, das bringe ein paar mehr Freiräume für sich selbst. Viele ihrer Parteifreunde aus JU-Zeiten sind heute beruflich in der Politik: Hessens Innenminister Christian Heinz und die Bürgermeister Frank Blasch, Elmar Bociek und Thomas Milkowitsch etwa. Für Susanne Fritsch dagegen ist Politik, wie sie sagt, „immer noch ‚nur‘ mein Hobby“. Ihre Heimat mitgestalten zu dürfen, empfindet sie als spannend und erfüllend, als sinnvoll genutzte Zeit. Ehrenamtlerin ist sie dabei nach eigener Aussage mit Herzblut. „Das muss man schon leben“, sagt das Geburtstagskind.

Freundlich, zugewandt, authentisch und mit eigenen Akzenten führt sie auch das protokollarisch höchste Amt, das im Main-Taunus-Kreis zu vergeben ist. Seit Ende 2022 ist Susanne Fritsch Vorsitzende des Kreistags und damit „Erste Bürgerin“ des MTK. An diesen Titel und diese Rolle müsse sie sich erst noch gewöhnen, hat sie damals gesagt. Das habe sie inzwischen getan, nickt die Steuerfachfrau fröhlich. Die einstimmige Wiederwahl im April, räumt sie ein, habe sie auch selbst überrascht. Sie darf sie als Beleg dafür nehmen, dass ihr Leitungsstil ankommt. Ihr Credo: „Man muss sich selbst treu bleiben und sich auch reflektieren und Dinge eingestehen, die nicht so gut gelaufen sind.“

Eine von nur vier Frauen an der Spitze eines Kreistags in Hessen ist Susanne Fritsch. Ob es einen Unterschied mache, ob ein Mann oder eine Frau ein solches Amt prägt? „Ja, ich glaub‘ schon“, sagt die Kreistagsvorsitzende, „und ich denke, es tut gut, dass jetzt eine Frau da ist.“

In Eschborn ist Susanne Fritsch langjähriges Mitglied des Stadtparlaments und will das auch bewusst weiter sein. „Sonst fehlt dir die Basis“, steht für sie fest. Ein wenig stolz ist sie darauf, dass die Familie nun mit drei Generationen in der Stadtpolitik vertreten ist, denn auch Tochter Sophie ist seit der Kommunalwahl im März Stadtverordnete.

Und dann gibt’s da ja noch so ein Familien-Ding: den Landfrauen-Verein, der so rührig ist und stets zur Stelle, wenn in Eschborn größer gefeiert wird. Als Vorsitzende ist Susanne Fritsch hier in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten. Mit Erfolg. So kann die Chefin sagen, dass der Verein wachse und gerade auf das 200. Mitglied spekuliere. Dass Jüngere in den Vorstand nachrücken, was schon ihre Mutter forciert habe, hält Fritsch für einen guten Weg, als Verein auf Zukunft zu bauen. Was es noch dafür braucht? „Offen bleiben“ und anderen etwas zutrauen, auch wenn sie es anders machen, als man selbst es machen würde, sagt sie.

Die Familie gibt dem Energiebündel Halt

Einen großen Teil ihrer Kraft für all das bezieht das Energiebündel Susanne Fritsch aus ihrer Familie sowie dem großen Freundeskreis, den sie sich aufgebaut hat, und dessen Pflege ihr wichtig ist. Hier hat sie Halt gefunden auch in den schweren Tagen, die der frühe Tod ihres Ehemanns geprägt hat. Tochter Sophie und Sohn Philipp unterstützen das ehrenamtliche Engagement ihrer Mutter, die erst vor Kurzem zu einem weiteren Amt Ja gesagt hat. Zur Mitgliederbeauftragten der CDU Hessen ist Susanne Fritsch mit 99 Prozent Zustimmung gewählt worden und gehört damit dem Landesvorstand ihrer Partei an. „Wenn die Dich wollen, dann mach’s“, habe der Rat ihrer Kinder gelautet, erzählt sie mit einem Lächeln. „Wie kriegst Du das alles unter einen Hut?“, werde sie manchmal gefragt, sagt die nun 50-Jährige. Ihre Antwort: „Ich empfinde es nicht als belastend“ – im Gegenteil, es mache ihr Freude. „Und das muss es ja“, sagt Fritsch, „sonst gehst Du kaputt.“