Küpker hat das Zeug zum neuen Abwehrchef


Stand: 21.07.2026, 18:16 Uhr

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Magnus Küpker (FC Huntlosen), Jonas Pleus (VfL Wildeshausen), Fußball

Viel Verantwortung für einen 19-Jährigen: Magnus Küpker (links) soll beim FC Huntlosen die Rolle des Abwehrchefs übernehmen. © Tamino Büttner

Kreisliga-Absteiger FC Huntlosen setzt in der 1. Fußball-Kreisklasse auf eine „gesunde Entwicklung“. Obwohl die Crew von Trainer Sebastian Merz keinen Leistungsträger verloren hat, ist der direkte Wiederaufstieg kein Muss.

Huntlosen – Sebastian Merz hätte eigentlich allen Grund, um Trübsal zu blasen: Als Trainer stieg er mit dem FC Huntlosen aus der Fußball-Kreisliga ab, sein Lieblingsclub SV Werder Bremen entging nur haarscharf der Relegation, und die deutsche Nationalmannschaft blamierte sich bei der Weltmeisterschaft gegen Paraguay. Sportlich hätte es für Merz also deutlich besser laufen können.

Trotzdem wirkt der FCH-Coach kurz vorm Saisonstart alles andere als zu Tode betrübt. Aus einem einleuchtenden Grund, wie er schmunzelnd betont: „Ich heirate ja bald. Da schmerzt der sportliche Misserfolg kaum noch.“ Zudem kann Merz dem Gang in die 1. Kreisklasse auch durchaus ein paar positive Aspekte abgewinnen: „Vielleicht ist es für den Kopf der Jungs sogar gut. Immer nur Abstiegskampf geht ja auf die Psyche. Jetzt mischen wir hoffentlich oben mit und gewinnen wieder mehr Spiele.“

Davon ist schwer auszugehen, da Huntlosen keinen einzigen Leistungsträger abgeben musste. Sogar der einstige Abwehrchef Merz selbst würde im Notfall wieder die Stollenschuhe schnüren: „Als Notnagel geht es mit 37 Jahren schon noch. Obwohl es mir lieber ist, wenn die jungen Wilden spielen und ich es von der Seitenlinie beobachte.“ Einer der „jungen Wilden“ hört auf den Namen Magnus Küpker (19). Den 2,03-Meter-Hünen hat Merz als seinen Nachfolger auserkoren: „Magnus traue ich die Rolle absolut zu. Er hat zwar letztes Jahr noch A-Jugend gespielt, ist aber ein Riesentalent. Er soll nach Möglichkeit in meine Fußstapfen treten.“

Ähnlich große Stücke hält der FCH-Trainer auf seinen Cousin Stefan Merz: „Ein Stürmer mit eingebauter Torgarantie. Eine absolute Granate. Leider müssen wir ihn aufgrund von Knieproblemen oft in Watte packen. Aber wenn Stefan fit ist, trifft er regelmäßig.“ Hendrik Pörtner und Ben Meyer sind laut Merz hingegen für die defensive Stabilität wichtig: „Beide ergänzen sich als Sechser und Achter nahezu optimal. Sie sind mir nur manchmal noch zu leise und müssten mehr das Mikrofon in die Hand nehmen.“

Doch auch ohne Lautsprecher im Team sollte Huntlosen im Normalfall ein gewichtiges Wort im Aufstiegskampf mitsprechen können. Wobei Merz gar nicht unbedingt sofort in die Kreisliga zurückkehren möchte: „Vielleicht käme das zu früh. Natürlich würde sich niemand gegen die Meisterschaft wehren, aber eigentlich ist mir eine gesunde Entwicklung wichtiger. Step by Step ist das Stichwort. In der Favoritenrolle sehe ich eher den bockstarken Aufsteiger aus Adelheide und Mannschaften wie Ahlhorn und Großenkneten. Wildeshausen ist auch immer zu beachten, aber die dürfen ja nicht hoch.“

Huntlosen indes dürfte es – und auszuschließen ist der sofortige Wiederaufstieg keineswegs. Gut möglich also, dass seine Eheschließung für Merz nicht das einzige freudige Ereignis bleiben wird. Im Idealfall folgt auf die Hochzeitsparty im nächsten Jahr eine Aufstiegsfeier.

FC Huntlosen

Zugänge: Magnus Küpker (eigene A-Junioren)

Abgänge: Henry Deye (Kreuzbandriss), Hauke Büsselmann (Masterstudium)

Kader: Tor: Florian Grotelüschen, Sören Groothoff - Abwehr: Leon Oltmann, Nils Heimann, Magnus Küpker, Maik Gramberg, Paul von Czarnecki, Sebastian Merz, Hendrik Bünz, Lucas Fuchs, Cedric von Garrel, Malte Bolling - Mittelfeld: Hendrik Pörtner, Ben Meyer, Jonas Meyer, Jan Deters, Tom Kunst, Mathis Middendorf, Tobias Niemann, Kenneth Schnaible, Marc Schnittker - Angriff: Stefan Merz, Lyroy Schallock, Dario Gaebel, Kolja Schrinner, Tom Gärtner, Philip Hübner, Dennis Jielg

Trainer: Sebastian Merz (seit Dezember 2025)

Co-Trainer: Uwe Grotelüschen, Christian Brandes

Saisonziel: Platz unter den ersten Fünf

Favoriten: Adelheider TV, Ahlhorner SV