Landesweite Anti-Trump-Proteste vor wichtigen US-Kongresswahlen
Politische Bewegungen
Landesweite Anti-Trump-Proteste vor wichtigen US-Kongresswahlen
Unter dem Motto „No Kings“ fanden sich in über 3000 Veranstaltungen von New York bis Los Angeles Menschen zusammen – mit dem Ziel, Wähler zu mobilisieren
Washington – Zweieinhalb Wochen vor den Kongresswahlen in den USA haben landesweit zahlreiche Menschen gegen Präsident Donald Trump demonstriert. Die Proteste unter dem Motto "No Kings" (Keine Könige) vom Samstag richteten sich gegen die Politik und den Regierungsstil von Trump - und sollten vor den Midterms vom 3. November Wähler mobilisieren. "Es ist gut, seine Wut auszudrücken, und wir haben eine lange Liste an Beschwerden", sagte die pensionierte Lehrerin Sabine Carlson in Washington.
"Es ist gut, seine Wut auszudrücken, und wir haben eine lange Liste an Beschwerden", sagte die pensionierte Lehrerin Sabine Carlson in der Hauptstadt Washington der Nachrichtenagentur AFP. "Aber das Wichtigste ist es, wählen zu gehen." Die Demonstranten hielten Regenschirme mit Slogans wie "Wählt, als ob eure Demokratie davon abhängt" und "Wählt Menschlichkeit. Beendet diesen Zirkus. Wir wollen unser Land zurück".
Ein 52-jähriger Veteran sagte, er sei so enttäuscht von der Entwicklung in den USA in den vergangenen eineinhalb Jahren, dass er um sein Land "trauert". Er hoffe auf eine "starke Antwort vom amerikanischen Volk am 3. November". Die Demokratie-Aktivistin Alma Couverthie warnte vor möglichen Versuchen der Trump-Regierung, den Wahlausgang zu manipulieren. Die beste Art, dies zu verhindern, sei "sicherzustellen, dass unsere Wahlbeteiligung so massiv, so eindeutig und so überwältigend ist, dass es unmöglich ist, unseren Sieg für die Demokratie in Frage zu stellen".
Über 3000 Protestveranstaltungen
Landesweit – von New York bis Los Angeles und in Großstädten wie Chicago, Philadelphia und Minneapolis – wurden tausende Protestveranstaltungen abgehalten. Anstelle von Großkundgebungen setzten die Organisatoren dieses Mal auf Autokorsos mit Hupkonzerten, Konzerte und Nachbarschaftstreffen.
"Trump zerstört Amerika" und "Demokratie, nicht Autokratie" stand auf einigen Schildern in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. In Houston im US-Bundesstaat Texas zog eine Menschenmenge durch die Straßen und trug ein Banner mit der Aufschrift "Widersteht aller Korruption" sowie Schilder mit den Aufschriften "Kriegsverbrechen verdecken keine Sexualverbrechen" und "Zähmt den verrückten König - wählt blau", in Anspielung auf die Farbe der Demokratischen Partei. In Los Angeles gingen die Menschen in einem Protestmarsch bis zum Rathaus, wo sie Plakate mit der Aufschrift "Keine Könige" sowie "Auch keine Idioten" hoch hielten.
"No Kings"
Die Protestbewegung "No Kings" macht seit dem vergangenen Jahr gegen Trump mobil. Die Teilnehmer werfen dem 80-jährigen Präsidenten, dessen zweite Amtszeit Anfang 2025 begonnen hatte, eine autoritäre Regierungsführung und eine Aushöhlung der US-Demokratie vor. Zu Massenkundgebungen gegen den Republikaner Ende März waren laut der Bewegung landesweit mindestens acht Millionen Menschen geströmt.
Die Proteste vom Samstag fanden zweieinhalb Wochen vor den wichtigen Kongress-Zwischenwahlen vom 3. November statt, bei denen Trumps Republikanern laut Umfragen eine Niederlage droht. Die oppositionellen Demokraten hoffen angesichts der Wut über gestiegenen Lebenshaltungskosten und den in der Bevölkerung unbeliebten Iran-Krieg, Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus gewinnen zu können. Damit könnten sie Trump das Regieren erheblich erschweren. Die nächsten Präsidentschaftswahlen finden erst Ende 2028 statt. (APA, 18.10.2026)
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