Libanesische Staatsmedien melden neun Tote nach israelischem Luftangriff
Nahost
Libanesische Staatsmedien melden neun Tote nach israelischem Luftangriff
Laut Berichten handelt es sich um den Angriff mit den meisten Todesopfern seit der Vereinbarung eines Rahmenabkommens zwischen Israel und dem Libanon im Juni
Beirut – Bei einem israelischen Angriff im Süden des Libanon sind libanesischen Staatsmedien zufolge neun Menschen getötet worden. Bei dem Angriff eines "feindlichen Kampfflugzeugs" auf ein Wohnhaus am Ortsrand von Ansar seien außerdem drei weitere Menschen verletzt worden, berichtete die libanesische Nachrichtenagentur NNA am Samstag. Es war der Angriff mit den meisten Todesopfern in dem Land seit der Vereinbarung eines Rahmenabkommens zwischen Israel und dem Libanon im Juni.
Das bei dem Angriff getroffene Wohnhaus wurde NNA zufolge zerstört. Demnach räumten Rettungskräfte Trümmer weg und brachten die Opfer in Krankenhäuser.
Auch in dem Tal zwischen Ansar und Salhiyeh sei es zu israelischen Angriffen gekommen, berichtete NNA. Israelische Kampfflugzeuge und Artillerie hätten außerdem den Höhenzug Ali al-Taher angegriffen, einen strategischen Hügel mit Blick auf das Gebiet von Nabatieh. Israelische Streitkräfte hätten zudem Häuser in der grenznahen Stadt Bint Jbeil gesprengt.
Wackelige Waffenruhe, unbewohnte Landstriche
Israel und der Libanon hatten sich im Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz, einen schrittweisen Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Libanon und zugleich die Entsendung der libanesischen Armee in die Region vorsieht. Die proiranische Hisbollah lehnt die direkten Gespräche zwischen Israel und Libanon allerdings ab und weigert sich, ihre Waffen abzugeben.
Nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran Ende Februar hatte die Hisbollah Raketenangriffe auf Israel wiederaufgenommen. Doch mit der großflächigen Zerstörung im Südlibanon ging es erst nach den diversen Waffenruhen so richtig los – als israelische Soldaten damit begannen, systematisch die Dörfer im besetzten Gebiet mit Luftangriffen, kontrollierten Sprengungen, Baggern und Bulldozern in Schutt und Asche zu legen.
Israel hat in den vergangenen Monaten auch systematisch Grünflächen, also Wälder und Anbauflächen, zerstört. So ist der Einsatz von weißem Phosphor, einem hochgiftigen und selbstentzündlichen Nebelkampfstoff mit fatalen Umweltfolgen, gut dokumentiert. Und gab es Berichte, wonach israelische Flugzeuge zu Jahresbeginn mit tonnenweise Glyphosat Anbaufelder unfruchtbar gemacht haben.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Donnerstag bei einem Besuch im Südlibanon erklärt, das Militär werde sich nicht aus den kontrollierten Gebieten zurückziehen, bis die Hisbollah entwaffnet sei. Wie Haaretz jüngst unter Verweis auf Satellitenbilder berichtete, hat die israelische Armee im besetzten Gebiet bereits mindestens sieben neue Stützpunkte und viele Kilometer Straßen errichtet. (APA, red, 15.8.2026)
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