Ukraine-Liveticker: Ukraine meldet Angriff auf Militärflugplatz in Russland | FAZ


Selenskyj: Haben Flugzeug auf russischem Stützpunkt angegriffen

Die Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge einen russischen Langstreckenbomber des Typs Tu-95MS auf dem Militärstützpunkt Engels angegriffen. „Das sind die Flugzeuge, die Angriffe gegen die ⁠Ukraine fliegen“, erklärte Selenskyj auf X. Der Angriff sei von der Alpha-Einheit des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU durchgeführt worden.

Ukraine: Lebensmittellager durch Angriffe zu 90 Prozent zerstört 

Russische Angriffe ​auf Lebensmittellager in der Ukraine haben dem ukrainischen Landwirtschaftsminister zufolge die Lagerkapazität fast vollständig zerstört. „Bis heute sind rund 90 Prozent der vom Einzelhandel betriebenen Lebensmittelversorgungsketten unterbrochen, aber ⁠das bedeutet nicht, dass die Ukrainer ohne Lebensmittel dastehen werden“, zitierte die Nachrichtenagentur Ukrinform Taras Wysozkij. Verschiedene Versorgungsmöglichkeiten würden in Betracht gezogen, darunter direkte Lieferungen von den Produktionsstätten an die Einzelhandelsketten. 

UN: Mehr als 3.000 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen in der Ukraine

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor viereinhalb Jahren haben die Vereinten Nationen nach eigenen Angaben in der Ukraine 3.205 Angriffe auf Krankenhäuser, Ambulanzen und andere Gesundheitseinrichtungen gezählt. Im Juli und August dieses Jahres seien bei Attacken auf Lagerhäuser in Kiew und Dnipro medizinische Vorräte für 225.000 Menschen zerstört worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation am Freitag in Genf mit. Ausmaß und Häufigkeit der Angriffe setzten Patienten und Gesundheitspersonal einer ständigen Gefahr aus. Nach dem humanitären Völkerrecht müssten Verwundete und Kranke, medizinisches Personal, Gesundheitseinrichtungen und Transportmittel respektiert und geschützt werden.

Ukraine will alle Wildberries-Lager zerstören

Die Ukraine will dem Kommandeur ihrer Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, zufolge ihre Angriffe auf den russischen ​Online-Händler Wildberries verstärken und alle seine Lager ins Visier nehmen. Bisher hätten seine Einheiten mithilfe von Langstreckendrohnen 24 ⁠Lager des „russischen Amazons“ getroffen, sagte Browdi dem „Tagesspiegel“. „Wir werden auch die restlichen Lager zerstören. Wildberries wird künftig nicht mehr in Russland arbeiten können“, fügte er hinzu. Er begründete die Angriffe damit, dass der Online-Händler militärische Ausrüstung für russische ‌Soldaten verkaufe. „Als Armeeversorger sind sie ein legitimes Ziel“, sagte Browdi. 

Tote und Verletzte bei Drohnenangriffen in Russland und der Ukraine

Bei ukrainischen Drohnenangriffen ist in der zentralrussischen Region Jaroslawl mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Weitere 27 seien unter anderem durch herabstürzende Drohnentrümmer verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets, Michail Jewrajew, bei Telegram mit. Die Einsatzkräfte hätten mehrere Brände unverzüglich gelöscht. Insgesamt wurden demnach 67 ukrainische Drohnen abgeschossen. 

Der ukrainische Generalstab bestätigte die Drohnenangriffe in einer auf sozialen Netzwerken veröffentlichten Mitteilung. Ziel war demnach eine Ölraffinerie des Unternehmens „Slavneft“, auf deren Betriebsgelände ein Brand ausbrach. Jaroslawl liegt nordöstlich der russischen Hauptstadt Moskau und ist etwa 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

Bei russischen Drohnenangriffen starb nach Behördenangaben im Landkreis Butscha bei Kiew mindestens ein Mensch. Im Kiewer Umland seien zudem zwei weitere Zivilisten verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets, Tymur Tkatschenko, bei Telegram mit. Ziel russischer Angriffe waren demnach Lagerhallen. Beschädigt worden seien auch mehr als ein Dutzend Wohnhäuser.

Ukraine dankbar für Dringen auf Verwendung von russischem Vermögen 

Die Ukraine ist ihrem Außenminister Andrij Sybiha zufolge den vier EU-Mitgliedstaaten ⁠dankbar für ihre Initiative, die Debatte über die Verwendung eingefrorener russischer Vermögenswerte für die Ukraine wieder aufzunehmen. „Es ist nur fair und logisch, russische Vermögenswerte anstelle von Steuergeldern der europäischen Bürger zu verwenden, um die zusätzlichen ‌Kosten für die Verteidigung der Ukraine und des restlichen Europas vor der russischen Bedrohung zu decken“, erklärt Sybiha auf X. Die vier Staaten, die eine Wiederaufnahme der Debatte vorgeschlagen haben, sind die ‌Niederlande, Polen, Spanien und Schweden. 

Ukrainische Postfirma: Sortieranlagen bei russischen Angriffen zerstört

Bei neuen russischen Angriffen auf die Ukraine sind in der Nähe von Kiew Sortierzentren des privaten Post- und Kurierunternehmens Nova ‌Poshta Unternehmensangaben zufolge zerstört worden. Auch in der nördlichen Stadt Sumy seien solche Zentren zerstört worden, teilt Nova Poshta auf ‌dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. ‌Vier gelenkte Luftbomben hätten das Terminal in Sumy getroffen und zudem drei Lastwagen beschädigt. Alle Mitarbeiter seien unversehrt. Der Betrieb laufe weiter. 

Russland: Vier Verletzte nach Drohnenangriff auf Krim 

Bei einem Drohnenangriff ‌auf ein fünfstöckiges Wohnhaus in Sewastopol, auf der Halbinsel Krim, wurden nach russischen ‌Angaben ‌vier Menschen verletzt. Drohnen und Trümmerteile hätten zudem ein Hotel, einen Kindergarten und ​mehr als ein Dutzend ⁠Autos getroffen, teilt der von Moskau eingesetzte Gouverneur Michail ​Raswoschajew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. ⁠Entgegen ersten Berichten brennen ‌keine Öldepots. Gras in der Nähe der Anlagen fing Feuer, der ⁠Brand wurde jedoch ⁠gelöscht. 

Ian Liesch

Ian Liesch

Vier EU-Staaten fordern eingefrorene russische Vermögen für Ukraine

Innerhalb der EU werden die Rufe nach ​einer erneuten Diskussion über die Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte für die Ukraine laut. In einem Brief an die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas und die irische Außenministerin Helen McEntee argumentieren die Außenminister von Schweden, Spanien, ⁠den Niederlanden und Polen, dass die vereinbarten Finanzhilfen nicht ausreichten. Die Ukraine benötige sowohl kurz- als auch langfristig mehr finanzielle Unterstützung, heißt es darin. Die Minister wollen das Thema beim EU-Außenministertreffen am 1. und 2. September in Irland auf die Tagesordnung setzen. Irland hat derzeit den rotierenden EU-Ratsvorsitz inne. Ein früherer Plan zur Nutzung der rund 210 Milliarden Euro an eingefrorenen russischen Zentralbankgeldern scheiterte am Widerstand Belgiens ‌wegen möglicher Schadensersatzklagen Russlands.

Ian Liesch

Ian Liesch

Inspekteur der Marine: Russland „aggressiv auf See“

Marineinspekteur Jan Christian Kaack sieht eine konstant hohe russische Bedrohung vor allem in der Ostsee. Die Marine des Landes sei „aggressiv auf See, durch das Ausspähen von Stützpunkten und Einheiten, durch Einschüchterungs- und Sabotageversuche, Drohnenüberflüge sowie den Einsatz der Schattenflotte in der Ostsee“, sagte der Vizeadmiral in Berlin.

Er machte deutlich, dass Russland die Schiffe dieser sogenannten Schattenflotte inzwischen auch mit Waffen schützt, entweder durch Marineschiffe oder auch durch Wachteams an Bord. Allerdings sei diese Aufgabe für die russische Marine auch eine zusätzliche Belastung. Der Vizeadmiral sagte: „Das nutzt eine Marine, die auch nicht unendliche Ressourcen hat, auch in einem gewissen Maße ab.“ Der Schattenflotte werden Tanker und Frachtschiffe zugerechnet, die Russland zum Vermeiden von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt.

Der Marineinspekteur erklärte zudem, dass die Zahl der Männer und Frauen in den deutschen Seestreitkräften erstmals wieder wachse. „Beim Personal ist die Kehrtwende geschafft“, sagte er. Bei den Grundausbildungen sei 2025 der höchste Stand seit 2018 erreicht worden, und im Juli dieses Jahres sei man zahlenmäßig dort, wo man 2025 erst zu Jahresende gewesen sei. „In 2026 erwarten wir 3.000 Menschen mehr in der Marine, die selbstverständlich auch nachhaltig aufgenommen und ausgebildet werden müssen“, sagte er.

Ian Liesch

Ian Liesch

Litauen repariert in Ukraine beschädigte Leopard- 2-Panzer

In Litauen sind mehrere Leopard-2-Panzer repariert worden, die als westliche Hilfe an die Ukraine geliefert und im Abwehrkampf gegen Russland beschädigt wurden. Die wieder instand gesetzten Kampfpanzer wurden bei einer Zeremonie in Jonava an Kiew übergeben und sollen schon bald wieder aus dem baltischen EU- und Nato-Land an die Front zurückkehren. Dies teilten das Unternehmen Lithuania Defense Services (LDS) und die deutsche Botschaft in Vilnius in sozialen Medien mit. Wie viele Leopard-2-Panzer instand gesetzt worden sind, wurde nicht mitgeteilt.

Trotz des Zeitalters von Drohnen blieben die Panzer unerlässlich, wurde die ukrainische Botschafterin Olha Nikittschenko in der Mitteilung zitiert. Repariert wurden die Panzer in einem Wartungszentrum von LDS, einem litauischen Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Rüstungsfirmen Rheinmetall und KNDS. Finanziert wurde die Instandsetzung den Angaben zufolge von Deutschland, das der Ukraine nach langer Debatte seit Anfang 2023 Leopard-2-Panzer liefert. Auch andere Nato-Partner haben der Ukraine Panzer aus ihren Beständen übergeben.

Autoexplosion in St. Petersburg: Russischer Offizier getötet  

In der russischen Millionenmetropole St. Petersburg ist ein Offizier bei der Explosion eines Sprengsatzes in seinem Auto getötet worden. Ermittler bestätigten nur den Tod eines Militärangehörigen, nannten aber keine Details. Die Ehefrau des Mannes sei verletzt worden, teilten die Ermittler mit. Das Petersburger Nachrichtenportal „Fontanka“ meldete, bei dem Toten handle es sich um einen Oberstleutnant der russischen Luftstreitkräfte.

Die Explosion ereignete sich demnach am Morgen, als das Paar seine Wohnung in einem für Militärangehörige gebauten Viertel verlassen habe. Die Hintergründe der Explosion waren zunächst unklar.

In Russland wurden in den vergangenen Jahren immer wieder auch Militärangehörige bei Autoexplosionen getötet. In mehreren Fällen sprachen die Ermittler im Zuge der Untersuchungen von Anschlägen, die sie den ukrainischen Geheimdiensten zurechneten. 

Ukraine: Russland greift Einkaufszentrum in Charkiw an  

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die ostukrainische Großstadt Charkiw ist mindestens ein Mensch getötet worden. Vier Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des gleichnamigen Gebiets, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Ziel der Attacke sei ein Einkaufszentrum gewesen. 

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