Liveticker Wahl Sachsen-Anhalt 2026: Sepp Müller will CDU führen | FAZ


Sepp Müller will neuer CDU-Chef in Sachsen-Anhalt werden

Der Bundestagsabgeordnete Sepp Müller will neuer CDU-Landeschef in Sachsen-Anhalt werden. „Ich kandidiere als Landesvorsitzender“, sagte der 37-Jährige nach einer Sitzung des CDU-Landesvorstands in Magdeburg. Müller ist stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Zuvor hatte Ministerpräsident und Noch-Landeschef Sven Schulze angekündigt, dass es nach dem Absturz der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Herbst eine Neuwahl des Landesvorstands geben wird. Diese solle Ende November oder Anfang Dezember stattfinden, sagte Schulze nach einer Sitzung des CDU-Landesvorstands in Magdeburg. Auf Nachfragen von Journalisten, ob er erneut für den Vorsitz kandidieren wolle, sagte Schulze am Abend, dies sei nicht sein Plan. 

Der 47-Jährige hatte die Christdemokraten als Spitzenkandidat in die Landtagswahl geführt. Seine Partei stürzte bei der Wahl von 37,1 Prozent im Jahr 2021 auf 17,2 Prozent ab. Die CDU-Landtagsfraktion schrumpfte von 40 auf 15 Abgeordnete. 

Bereits wenige Stunden zuvor hatte Schulze in Berlin Konsequenzen angekündigt. „Ich bin dort als Spitzenkandidat angetreten und werde daraus natürlich auch entsprechende Konsequenzen ziehen“, sagte der 47-Jährige nach Sitzungen der Spitzengremien seiner Partei am Mittag in Berlin. „Wir haben als CDU keinen Regierungsauftrag mehr, wir sind Opposition. Der Regierungsauftrag liegt jetzt bei der AfD.“

Kritik von Merz und Frei an Müller
Bevor Müller bekanntgab, kandidieren zu wollen, hatten Kanzler Friedrich Merz und Unionsfraktionschef Thorsten Frei Müller Querschüsse im Landtagswahlkampf vorgeworfen.

Ohne Müller beim Namen zu nennen, rügte CDU-Chef Merz dessen Agieren nach Sitzungen der Parteispitze öffentlich. Er habe in den Parteigremien darauf hingewiesen, „dass es niemand von uns verstanden hat, dass wenige Tage vor dem Wahltermin ein stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion dem eigenen Spitzenkandidaten so in den Rücken fällt, wie das drei Tage vor der Wahl bis zum gestrigen Tag anhaltend geschehen ist“, sagte Merz vor Journalisten.

Der aus Sachsen-Anhalt stammende Müller hatte am 4. September im „Politico“-Podcast „Berlin Playbook“ gesagt, sollten die Umfrageergebnisse Wahlergebnisse werden, dann habe AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund einen Regierungsbildungsauftrag.

Unionsfraktionschef Frei sagte vor einer Sitzung der CDU/CSU-Abgeordneten im Bundestag auf die Journalistenfrage, ob die Rüge von Merz Konsequenzen für Müller in der Fraktion haben werde, man könne „immer über alles reden, man kann auch Gedankenspiele haben, die ich nicht teile“. Insbesondere dann, wenn man so etwas allerdings zwei Tage vor einer Landtagswahl tue, „dann ist es in höchstem Maße problematisch“. Ministerpräsident Sven Schulze und die CDU in Sachsen-Anhalt hätten es „jedenfalls nicht als eine Wahlkampfunterstützung empfunden“, sagte Frei. Er ergänzte: „Deswegen ist es etwas, was besser unterblieben wäre.“