Eintracht Frankfurt sucht Sportchef: Ist Christoph Spycher die Wunschlösung?


Publiziert21. Oktober 2026, 14:11

WunschtrainerLockruf aus Frankfurt: Kann YB-Boss Spycher dem Reiz widerstehen?

Eintracht Frankfurt sucht einen neuen Sportchef: Zwei Schweizer stehen auf der Kandidatenliste: Christoph Spycher gilt als Wunschlösung, Pirmin Schwegler hat ebenfalls Chancen.

Sebastian Rieder

Darum gehts

Bei Eintracht Frankfurt ist der Stuhl des Sportchefs frei – und zwei Schweizer sind im Gespräch. Nach dem Abschied von Markus Krösche fahndet der Bundesligist nach einem Nachfolger.

Gemäss «Bild» gehören Christoph Spycher und Pirmin Schwegler zu den möglichen Kandidaten. Besonders heiss gehandelt wird dabei Spycher, der bei den Young Boys als Sportverantwortlicher grossen Erfolg hatte.

Immer wieder Wunschkandidat

Spycher als Wunschkandidat bei der Eintracht ist kein Zufall: Zwischen 2005 und 2010 spielte der 48-jährige Berner für die Eintracht, später machte er sich als Funktionär einen Namen. Bei YB baute er ein Team auf, das mehrfach Schweizer Meister wurde und auch international für Aufmerksamkeit sorgte.

Für Frankfurt sprechen zudem die guten Verbindungen: Spycher kennt den Klub, hat ein gutes Verhältnis zu den Verantwortlichen und arbeitete bei YB mit Trainer Adi Hütter zusammen. Der Österreicher führte die Berner 2018 zum Meistertitel, bevor er nach Frankfurt wechselte.

Eine gemeinsame Vergangenheit, die bei der Suche nach einem neuen Sportchef helfen könnte.

Christoph Spycher im Eintracht-Trikot, den Ball fest im Blick: Im März 2010 muss er sich gegen Bayerns Arjen Robben behaupten. Fünf Jahre lang spielte der Berner in Frankfurt.

Christoph Spycher im Eintracht-Trikot, den Ball fest im Blick: Im März 2010 muss er sich gegen Bayerns Arjen Robben behaupten. Fünf Jahre lang spielte der Berner in Frankfurt.imago sportfotodienst

Allerdings ist ein Wechsel alles andere als sicher. Spycher ist bei YB als Miteigentümer und Delegierter Sport des Verwaltungsrats fest eingebunden. Der ehemalige Eintracht-Captain gilt zwar als Wunschkandidat der Frankfurter, dürfte aber schwer loszueisen sein.

Aus dem Umfeld von YB meldet der «Blick», dass Spycher fest entschlossen sei, der Versuchung zu widerstehen. Die Frage ist nur: Wie oft muss Frankfurt das Angebot nachbessern, bis der YB-Boss gewillt ist, seine Anteile abzustossen?

Pirmin Schwegler: Vom Eintracht-Profi zum möglichen Sportchef

Auch Pirmin Schwegler kennt Frankfurt bestens. Der heute 39-Jährige spielte von 2009 bis 2014 für die Eintracht und war dort Captain. Nach seiner Aktivkarriere wechselte er ins Management und ist derzeit als Sportdirektor beim VfL Wolfsburg tätig.

Pirmin Schwegler auf der Bank des VfL Wolfsburg: Der 39-Jährige ist dort Sportdirektor und gilt auch in Frankfurt als möglicher Krösche-Nachfolger.

Pirmin Schwegler auf der Bank des VfL Wolfsburg: Der 39-Jährige ist dort Sportdirektor und gilt auch in Frankfurt als möglicher Krösche-Nachfolger.IMAGO/Jan Huebner

Schwegler wäre damit nicht nur ein ehemaliger Eintracht-Spieler, sondern bringt auch Erfahrung aus der sportlichen Führung eines Bundesligisten mit. Laut «Bild» gehört er zum Kreis der möglichen Kandidaten. Ob er tatsächlich Chancen auf den Posten hat, ist allerdings offen.

Frankfurt will den nächsten Schritt planen

Die Nachfolge ist nicht nur eine Personalfrage. Frankfurt will nach Krösches Abgang auch seine Transferstrategie anpassen und künftig stärker auf den deutschen Markt sowie die eigene Nachwuchsarbeit setzen. Der neue Sportchef soll den Klub sportlich konkurrenzfähig halten, zugleich aber wirtschaftlich vernünftig arbeiten.

Ob am Ende ein Schweizer das Ruder übernimmt, ist noch offen. Bei Spycher ist das Interesse besonders konkret – doch YB will seinen Sportchef offenbar halten. Schwegler bleibt eine weitere Option. Die Suche nach Krösches Nachfolger ist also auch ein Schweizer Kandidaten-Duell, bei dem noch längst nicht alles entschieden ist.

Wie würdest du reagieren, wenn Christoph Spycher YB für Frankfurt verlassen würde?

Ich würde es ihm gönnen, das ist der nächste Karriereschritt.

Es wäre schade für YB, aber für Spycher nachvollziehbar.

Ich fände es heikel, YB würde damit eine Schlüsselfigur verlieren.

Ich glaube, er bleibt lieber bei YB.

Ich kenne die Person und die Situation zu wenig, um das einzuschätzen.

Sebastian Rieder

Sebastian Rieder (sri), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Stv. Leiter Sport. Der Generalist hat stets die besten Schweizer Fussballer im Fokus und begleitet die Nati als Reporter und Videojournalist.

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