Marilyn Mansons Ex-Assistentin bekommt Prozesstermin wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung


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Ein Richter des Los Angeles County hat am Mittwoch einen Verhandlungstermin für die Frau festgesetzt, die behauptet, Marilyn Manson habe sie 2010 in seinem Heimstudio in West Hollywood sexuell genötigt und sie später, als sie als seine Assistentin arbeitete, körperlich und psychisch misshandelt.

Bei der Anhörung stellte Richter Steve Cochran fest, der Fall habe „einen langen Umweg genommen“, nachdem er 2021 erstmals eingereicht und seither zweimal abgewiesen und wieder aufgenommen worden war. Er erklärte sich bereit, einen beschleunigten Termin anzusetzen, falls die Klägerin Ashley Walters dies wünsche. Als Walters‘ Anwalt einen Termin im November des nächsten Jahres beantragte, setzte Cochran den Prozess vor Geschworenengericht prompt auf den 15. November 2027 an. Auch wenn das nicht besonders beschleunigt klingt – für den County ist es vergleichsweise zügig, da neue Verfahren dort routinemäßig erst für Mitte 2028 angesetzt werden.

„Wir sind zuversichtlich, dass es nie zu einem Prozess kommen wird, sobald das Gericht unseren bevorstehenden Antrag auf summarisches Urteil geprüft hat“, erklärte Howard King, der Anwalt des Musikers, in einem Statement nach der Anhörung.

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Die Vorwürfe im Detail

In ihrer Klage behauptet Walters, Manson – bürgerlicher Name Brian Warner – habe sie im Mai 2010 auf ein Bett gestoßen, ihre Arme festgehalten und versucht, sie zu küssen, bevor er sich hinter sie begeben, ihr ins Ohr gebissen und ihre Hand in seine Unterwäsche gezwungen habe. Sie sagt, sie habe danach eine Stelle als seine Assistentin angenommen, nachdem er eine professionelle Zusammenarbeit in Aussicht gestellt hatte. Anschließend habe er sie während drogengetränkter Wutanfälle ausgepeitscht, Teller nach ihr geworfen, sie gezwungen, stundenlang auf einem Stuhl zu stehen, und sie gegen eine Wand geschleudert.

Der langjährige Rechtsstreit hat mehrere Angriffe Warners überstanden. Ein anderer Richter wies die Klage im Mai 2022 als verjährt ab, doch ein Berufungsgericht ließ sie später wieder zu und gab Walters die Möglichkeit nachzuweisen, dass eine traumabedingte Erinnerungsunterdrückung ihre Einreichung verzögert hatte. Richter Cochran wies die Klage im Dezember 2025 erneut ab, nachdem er zu dem Schluss gelangt war, dass Walters diesen Nachweis nicht erbracht habe.

Doch Cochran revidierte diese Entscheidung im Januar, nachdem Walters ein neues kalifornisches Gesetz – AB 250 – ins Feld geführt hatte, das für bestimmte zuvor verjährte Klagen wegen sexueller Nötigung ein zweijähriges Zeitfenster öffnet. Im Juni lehnte Cochran Warners jüngsten Versuch ab, Walters‘ dritte geänderte Klageschrift abzuweisen oder einzuschränken.

Streit um Anwendbarkeit des Gesetzes

Warners Anwälte argumentierten, Walters‘ Vorwürfe kämen für eine Wiederzulassung unter AB 250 nicht infrage, weil sie nicht nachweisen könne, während der mutmaßlichen sexuellen Berührung körperlich festgehalten worden zu sein. Cochran befand, der Streitpunkt sei zu sehr von den konkreten Umständen abhängig, um ihn in der Klagephase zu klären, und ließ das Verfahren fortführen – Warner bleibt es unbenommen, die Vorwürfe zu einem späteren Zeitpunkt anzufechten.

Über die Kernvorwürfe hinaus behauptet Walters auch, sie habe heimlich Essen und Getränke zu Warners „ausgehungerten und verzweifelten“ Freundinnen gebracht, während diese sich in seinem Haus versteckt hielten, und sie habe mit eigenen Augen gesehen, wie Warner seiner damaligen Verlobten Evan Rachel Wood einen Requisitenschädel mit solcher Wucht an den Kopf geworfen habe, dass eine große Beule zurückgeblieben sei. Warner hat jegliches Fehlverhalten bestritten.

Walters trat erstmals im Februar 2021 an die Öffentlichkeit, als mehrere Frauen – darunter Wood – Warner körperliche und psychische Misshandlung vorwarfen. ROLLING STONE veröffentlichte Ende 2021 nach Gesprächen mit mehr als 55 Quellen eine ausführliche Recherche zu dem Fall. Warner, 57, einigte sich außergerichtlich mit zwei Klägerinnen, darunter der Schauspielerin Esmé Bianco. Zuvor hatte er Verleumdungs- und Belästigungsklagen gegen Wood fallen gelassen.