Mechanik immer vor Elektronik: Polizei gibt hilfreiche Tipps zum Einbruchschutz
Stand: 26.10.2026, 19:00 Uhr
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Wie schützt man sich am besten vor Einbrechern? Die Polizei in Diepholz hat Antworten auf diese Frage. Die wichtigste Grundregel: Mechanik immer vor Elektronik. Denn physischer Widerstand ist der beste Schutz.
Landkreis Diepholz – Wie schützt man sich am besten vor Einbrechern? Die wichtigste Grundregel lautet: „Mechanik immer vor Elektronik.“ Das hat Oberkommissarin Robin Reeschke, Beauftragte für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Diepholz, rund zehn Teilnehmern im Twistringer Rathaus auf den Weg gegeben. Die Polizei hatte zum Tag des Einbruchsschutzes am Sonntag zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Dabei gab Reeschke wertvolle Tipps und räumte auch mit einem Sicherheitsmythos auf.
Dunkle Jahreszeit begünstigt Einbrüche: Täter wollen nicht gesehen werden
Spätestens jetzt – nach der Zeitumstellung – beginnt die dunkle Jahreszeit so richtig. Und das ruft vermehrt Einbrecher auf den Plan. „Die Täter wollen in der Regel nicht gesehen werden“, erklärte Reeschke. Die Dunkelheit biete ihnen den Schutz, den sie suchen. Doch auch Eigentümer von Wohnungen und Wohnhäusern können sich vor denen schützen, die die Dunkelheit bevorzugen, betonte sie. Dabei sei am Anfang wichtig, sich klarzumachen, welche Schwachstellen die eigenen vier Wände überhaupt haben.
„Jede Tür, auch Nebeneingänge, und jedes Fenster sind potenzielle Schwachstellen“, sagte Robin Reeschke. Doch auch Flachdächer, Balkone und Garagen bergen laut der Oberkommissarin Gefahren. Sie betonte: „Viele sparen beim Obergeschoss ein bisschen am Einbruchschutz.“ Gerade offene Garagen seien für Einbrecher interessant, „um frei Haus an Werkzeug oder Leitern zu gelangen“. Und dann seien auch die oberen Stockwerke schnell im Visier der Täter.
Einbruchschutz: Mechanik immer vor Elektronik
Deswegen rät Reeschke, „den Einbruchschutz beim Neubau oder der Sanierung eines Hauses nicht hinten anzustellen, sondern direkt mitzudenken“ – und wenn möglich, etwas mehr Geld dafür in die Hand zu nehmen. Und wieder betonte sie: Mechanik ist das A und O. Alarmanlagen und Videoüberwachung seien zwar schön und gut, doch: „Sie liefern keinen Widerstand. Und den Einbrechern geht es um Zeit. Sie wollen schnell sein.“ Und nur mechanischer Einbruchschutz sorge dafür, dass Täter nicht so schnell ins Haus gelangen: „Das kann dafür sorgen, dass der Einbrecher von seiner Tat ablässt und es beim Versuch bleibt.“
Wichtige Anhaltspunkte für einen guten Einbruchsschutz seien die sogenannten Widerstandsklassen, auch Resistance Class (RC) genannt. RC1 sei schlichter Basisschutz, RC2 biete bereits deutlich erhöhten Einbruchschutz, und bei RC3 geraten sogar erfahrene Einbrecher oder gar Profis an ihre Grenzen. „In der Regel empfiehlt sich RC2“, meinte Robin Reeschke und sagte: „Das hält für mindestens drei Minuten stand.“ Oft reiche diese Zeit aus, um einen Einbrecher abzuschrecken.
Täter suchen nach leichten Zugängen, nicht nach Luxusimmobilien
Denn: „Die Täter wollen in der Regel keinen Kontakt mit Menschen haben – schon gar nicht mit den Bewohnern.“ Deswegen gucken sie sich oft gar nicht Luxusimmobilien aus, weil dort potenziell mehr zu holen sein könnte. „Nein, sie suchen in der Regel nach leichten Zugängen“, so die Beauftragte für Kriminalprävention. Denn ein unscheinbares Äußeres verrate nichts über den Wert des möglichen Diebesguts im Inneren.
Daher könnte ein Einbruch theoretisch jeden im Landkreis Diepholz treffen. Doch Reeschke relativierte: „Bei uns gibt es keine alarmierenden Zahlen.“ 264 Wohnungs- und Hauseinbrüche gab es 2026 im Kreis Diepholz, darunter fallen auch Versuche. Abgesehen von den Coronajahren, als die Zahl der Einbrüche deutlich sank, sei diese Zahl verhältnismäßig. Dass Aufklärung beim Einbruchschutz erfolgreich sei, zeige ein Blick auf die bundesweite Statistik. Reeschke: „Jährlich gibt es in Deutschland 82.920 Einbrüche und Einbruchsversuche. Wir kommen aber von 152.132 Fällen im Jahr 2014. Mittlerweile hat sich also ein bisschen was zum Guten gewandelt.“
Robin Reeschke ging auch auf Mythen ein, die vermeintlich Sicherheit schaffen, aber im Zweifelsfall sogar das Gegenteil bewirken. So sorgen geschlossene Rollläden vielleicht für ein erhöhtes subjektives Sicherheitsgefühl, aber Einbrecher halten sie nicht von ihrer Tat ab. „Wer sich auskennt, hat dieses Hindernis in 30 Sekunden überwunden“, meinte Reeschke und ergänzte: „Sie sind kein Schutz, ganz im Gegenteil. Wenn sie über mehrere Tage unten sind, zeigt das dem Täter möglicherweise noch an, dass niemand zu Hause ist.“