Meinung: Mehr Nachhaltigkeit ist weniger Aktionismus
Meinung Mehr Nachhaltigkeit ist weniger Aktionismus
Meinung | Saarbrücken · Ob das von Bildungsministerin Streichert-Clivot geplante neue „Übergangsmanagement“ Wirkung zeigen wird, bleibt abzuwarten. Mit bloßen Strohfeuern täte man weder den Schulen noch sich als Regierung einen Gefallen.
08.08.2026 , 08:00 Uhr
Unsere wichtigste Ressource, auch im Saarland, ist Bildung. /
Foto: picture alliance/dpa/Marcel Kusch
Der saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) hat ja recht: Kleinere Klassen und mehr Personal wären das Mittel der Wahl, um zumindest einige der gravierendsten Probleme an den Schulen nachhaltiger in den Griff zu bekommen. Und damit auch das, was Bildungsministerin Streichert-Clivot mit dem von ihr angekündigten besseren „Übergangsmanagement“ erreichen will: Dass sich die Probleme nicht weiter von einer Bildungsstation auf die andere (Kita, Grundschule, Sekundarschule, Ausbildung) nur verlagern und so potenzieren.
Wenn der SLLV also davon spricht, dass etwa Grundschüler, die später in vollgestopfte Gemeinschaftsschulklassen kommen, „nicht selten einen kleinen Schock erleben“, spricht der Verband zwar eines der Grundprobleme an: Je größer die Klassen und je größer die Förder- und Betreuungsbedarfe der Unterrichteten, umso größer die Gefahr, dass die Defizite sich ob der Überforderung der Lehrkräfte nur verstärken.
Das Geld, das leidige Geld
Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Kleinere Klassen und mehr Lehrer kann sich das Saarland schlicht nicht leisten. Aus keinem anderen Grund konnte die Ministerin nun beim Vorstellen der neuen Impulse, die ihr Ministerium sich auf dem Weg in den Landtagswahlkampf ausgedacht hat, letztlich nicht mehr als Schonkost anbieten. Für grundlegende Eingriffe sind die finanziellen Spielräume schlicht nicht vorhanden. Zumal der Bildungsetat im Saarland zuletzt jahrelang merklich gewachsen ist. Vergessen darf man aber auch nicht, dass die SPD sich mit ihrer „Kitafreiheit für alle“ finanzielle Spielräume verbaut hat.
So viel Nachhaltigkeit wie möglich muss im Schulwesen umso mehr die Devise sein. Was von dem ministeriell beschworenen „Übergangsmanagement“ zu halten ist, dürfte sich in den nächsten Monaten abzeichnen. Mit bloßen Strohfeuern jedenfalls täte man weder den Schulen noch sich als Regierung einen Gefallen.