Merz-Regierung plant massive Tabaksteuer-Erhöhung: Deutsche haben klare Meinung – zwei Gruppen stechen heraus


Stand: 14.07.2026, 13:13 Uhr

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Rauchen ist teuer, bereits jetzt. Doch eine Zigarettenpackung könnte bald mehr als 9 Euro kosten. Die SPD sieht darin Jugendschutz – und hat eine Mehrheit hinter sich.

Berlin – Die schwarz-rote Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) plant eine stärkere Erhöhung der Tabaksteuer als bislang kommuniziert. Ein Päckchen Zigaretten könnte 2027 nach einer Steueranhebung 9,10 Euro kosten und damit 33 Cent mehr als bislang erwartet – doch dabei soll es nicht bleiben. 

Rauchen

Die Tabaksteuern in Deutschland sollen deutlich steigen, wodurch sich die Preise für Zigaretten erheblich erhöhen würden. © Jens Kalaene/dpa

Schrittweise soll es noch teurer werden, denn ab 2030 wird mit einem Packungspreis von durchschnittlich 11,78 Euro gerechnet. Das wären 42 Cent mehr, als das Gesundheitsministerium auf Basis seines Gesetzesentwurfs angenommen hatte, den das Bundeskabinett erst vergangene Woche verabschiedete. Markenzigaretten könnten nach Branchenschätzung pro 20er-Packung 13 bis 14 Euro kosten, derzeit sind es bei einigen Marken 9,40 Euro. Steuermehreinnahmen von rund 756 Millionen Euro im Jahr 2027, ansteigend auf 3,589 Milliarden Euro 2030, sind angestrebt.

AfD und Raucher gegen Erhöhung der Tabaksteuer

Dieser Schritt scheint bei der Bevölkerung gut anzukommen. Laut einer Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag von Stern und RTL befürwortet eine Mehrheit der befragten Deutschen höhere Preise für Zigaretten. 70 Prozent der Befragten hielten dies für richtig, 27 Prozent sprechen sich dagegen aus. Blickt man auf die Parteienpräferenz, ergibt sich folgendes Bild: Anhänger von Union und SPD sind demnach mehrheitlich dafür, ebenso Wähler von Grünen und Linken. Gegen eine Erhöhung der Preise für Zigaretten seien regelmäßige Raucher sowie Anhänger der AfD.

Bereits am 22. Juni hatte die AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag auf X in einem Post geschrieben, „dass CDU und SPD einerseits Milliarden verteilen und gezielt entlasten, während sie andererseits über Verbrauchssteuern die breite Bevölkerung weiter unter Druck setzen.“ Dies sei keine Balance mehr, „sondern ein politisches Verschiebespiel zulasten derer, die dieses Land tragen“ – was in diesem Fall dann die Raucherinnen und Raucher wären.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Hendrik Streeck (CDU), sprach sich am Montag hingegen erwartungsgemäß für eine höhere Tabaksteuer aus. „Die deutliche Erhöhung der Tabaksteuer ist eine richtige Entscheidung“, erklärte Streeck der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. „Der Preis ist einer der wirksamsten Hebel, um Jugendliche vom Einstieg abzuhalten und Raucher beim Ausstieg zu unterstützen.“

Die finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Frauke Heiligenstadt, betonte: „Wir tragen durch die Tabaksteuer entschieden dazu bei, die Gesundheitsprävention zu stärken und die gesetzlich versicherten Bürgerinnen und Bürger zu entlasten.“ Die Bundeszuschüsse für die Krankenhäuser müssten nicht so stark gesenkt werden, wie es der Gesetzesentwurf für die Beitragsstabilisierung anfangs vorgesehen habe. 

Rauchen verursache annähernd 30 Milliarden Euro direkte Kosten im deutschen Gesundheitswesen

Nach Angaben des SPD-Politikers Christos Pantazis verursacht Rauchen annähernd 30 Milliarden Euro direkte Kosten im deutschen Gesundheitswesen, die für Behandlungen, Medikamente und Rehabilitation aufgewendet werden müssten. Erfahrungen im Ausland zeigten, „dass nur eine wirklich ambitionierte Tabaksteuer die Raucherinnen und Raucher zum Umdenken veranlasst und junge Menschen effektiv vor den Gefahren des Tabakkonsums schützt“. (Quellen: dpa, AFP, eigene Recherche) (ktho)