Merz-Regierung will Minijobs neu regeln – Wirtschaft warnt vor schweren Folgen


Stand: 11.07.2026, 10:15 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Wirtschaftsverbände warnen in einem Brandbrief vor Eingriffen bei Minijobs. Handel und Gastronomie fürchten höhere Kosten und Personalprobleme.

München – Eine breite Allianz von Wirtschaftsverbänden hat die Bundesregierung in einem Brandbrief aufgefordert, Minijobs nicht abzuschaffen oder zu verteuern. „Irreversible Schäden für den Wirtschaftsstandort Deutschland“ drohten, wenn die Politik den Empfehlungen einer Regierungskommission folge, warnen die Unterzeichner.

Adressiert ist der Brief an Arbeitsministerin Bärbel Bas und Gesundheitsministerin Nina Warken.

Wirtschaftsverbände warnen die Bundesregierung vor Eingriffen bei Minijobs und fürchten höhere Kosten für Betriebe.

Wirtschaftsverbände warnen die Bundesregierung vor Eingriffen bei Minijobs und fürchten höhere Kosten für Betriebe. © Christian Charisius/dpa

Wirtschaftsverbände warnen vor Eingriffen bei Minijobs

Zu den Unterzeichnern zählen der Handelsverband Deutschland, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband und der Gesamtverband der Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände sowie weitere Branchenverbände.

Ihr Unmut richtet sich gegen gleich drei geplante Eingriffe: die von der Alterssicherungskommission empfohlene Abschaffung des steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus von Minijobs, höhere Arbeitgeberbelastungen durch Reformen in der Kranken- und Pflegeversicherung sowie eine Anhebung der Pauschalsteuer für Minijobs von 2 auf 5 Prozent.

Minijobs sollen Sonderstatus verlieren

Die Verbände betonen, Millionen Menschen hätten sich bewusst für diese Beschäftigungsform entschieden, weil sie sich mit Studium, Familie, Pflege oder einem Hauptberuf vereinbaren lasse.

Fielen die bisherigen Vorteile weg, müssten viele Betroffene entweder deutliche Einkommenseinbußen hinnehmen oder erheblich mehr Stunden arbeiten, um ihr bisheriges Einkommen zu halten.

Rentenkommission will Minijobs stärker einbeziehen

Für Unternehmen im Einzelhandel und im Gastgewerbe seien Minijobs trotz der bereits heute allein von Arbeitgebern getragenen Pauschalabgaben unverzichtbar, um Personalengpässe aufzufangen und Öffnungszeiten zu sichern.

Hintergrund ist eine Empfehlung der Alterssicherungskommission, die im Rahmen der Rentenreform der schwarz-roten Koalition vorgelegt wurde.

Die Kommission schlägt vor, Minijobs mit einem Verdienst von bis zu 603 Euro im Monat in die Rentenversicherung einzubeziehen und ihren Sonderstatus zu beenden. Ausnahmen soll es demnach nur noch für Schülerinnen und Schüler geben. (Verwendete Quelle: dpa) (mare)