Messerattacke im Cockpit: Israel geht von Einzeltäter aus – was wir wissen und was nicht


Stand: 30.09.2026, 19:44 Uhr

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Nach dem Angriff im Cockpit eines Flydubai-Flugs vermuten israelische Sicherheitskreise einen Einzeltäter. Israels Präsident Netanjahu spricht von einem vereitelten Anschlag.

Dubai/Tel Aviv – Eine Maschine der Fluggesellschaft Flydubai musste auf dem Weg nach Israel in Saudi-Arabien notlanden, nachdem es im Cockpit zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung gekommen war. Die israelische Regierung geht von einem versuchten Terroranschlag aus. Ein Überblick über das, was bekannt ist – und was nicht.

Passagiere stehen am Ben-Gurion-Flughafen in der Schlange, um an Bord eines Flydubai-Flugzeugs zu gehen. Nach dem gewaltsamen Vorfall auf einem Flug von Dubai nach Tel Aviv geht Israels Verteidigungsminister Katz von einem versuchten Terroranschlag aus.

Passagiere stehen am Ben-Gurion-Flughafen in der Schlange, um an Bord eines Flydubai-Flugzeugs zu gehen. Nach dem gewaltsamen Vorfall auf einem Flug von Dubai nach Tel Aviv geht Israels Verteidigungsminister Katz von einem versuchten Terroranschlag aus. © Jamal Awad/dpa

Messerangriff auf Flug nach Israel: Was wir wissen

Der Flydubai-Flug FZ1073 sendete auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv gegen 8:44 Uhr Ortszeit ein Notsignal und landete um 9:45 Uhr auf dem Flughafen Tabuk in Saudi-Arabien. Die Fluggesellschaft bestätigte eine Auseinandersetzung im Cockpit. Nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte einer der Piloten mit einem Messer auf seinen Kollegen eingestochen, als sich die Maschine Israel näherte. Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtete, das Flugzeug sei zu Beginn des Vorfalls steil in die Tiefe geflogen.

Verteidigungsminister Israel Katz sprach vom „Versuch eines dschihadistischen Anschlags“, der nur dank des Mutes israelischer Passagiere vereitelt worden sei. Nach seinen Angaben hatten Passagiere den Angreifer überwältigt. Netanjahu berichtete von einem Telefongespräch mit einem Passagier: Dieser habe ihm geschildert, dass es ihm gemeinsam mit einem Besatzungsmitglied gelungen sei, in das Cockpit vorzudringen. Gemeinsam hätten sie den Angreifer ausgeschaltet, während dieser versucht habe, die Bordgeräte zu beschädigen.

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft flydubai mit israelischen Passagieren an Bord, die zuvor in einem anderen flydubai-Flugzeug gesessen hatten, das in Saudi-Arabien notgelandet war, steht bei der Ankunft am Internationalen Flughafen Ben Gurion auf dem Rollfeld.

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft flydubai mit israelischen Passagieren an Bord, die zuvor in einem anderen flydubai-Flugzeug gesessen hatten, das in Saudi-Arabien notgelandet war, steht bei der Ankunft am Internationalen Flughafen Ben Gurion auf dem Rollfeld. © Jamal Awad/dpa

An Bord waren rund 180 Israelis. Laut dem israelischen TV-Sender N12 wurden die Passagiere nach der Landung zunächst angewiesen, sitzenzubleiben und das Flugzeug nicht zu verlassen. Pilot und Copilot wurden dagegen von Bord gebracht. Beide wiesen Verletzungen auf und kamen nach Angaben des Flughafens Tabuk in ein Krankenhaus. Der Angreifer wurde nach Angaben Netanjahus festgenommen und von den saudi-arabischen Sicherheitsbehörden befragt.

Eine Israelin berichtete N12 von großer Angst unter den Passagieren. Es habe „Schreie und Panik“ gegeben. Auch Videos aus der Kabine zeigten Situationen mit weinenden Passagieren. Am späten Nachmittag wurden die Passagiere laut Medienberichten mit einem Ersatzflugzeug zurück nach Tel Aviv gebracht, wo sie von ihren erleichterten Angehörigen in die Arme geschlossen wurden.

Israel vermutet Einzeltäter: Was wir nicht wissen, was vermutet wird

Bei dem mutmaßlichen Angreifer soll es sich nach israelischer Einschätzung um einen Einzeltäter handeln. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass ein Staat oder eine Terrororganisation Drahtzieher des Vorfalls sein könnte, berichtete der israelische TV-Sender Kan unter Berufung auf israelische Sicherheitskreise. Man gehe auch nicht davon aus, dass der Tatverdächtige geistig verwirrt sei.

Was genau der Angreifer geplant hatte, ist weiter unklar. Netanjahu sagte, der Mann habe offenbar vorgehabt, das Flugzeug mit den Passagieren zum Absturz zu bringen. Worauf Verteidigungsminister Katz seine Einordnung als versuchten „dschihadistischen Anschlag“ stützt, erläuterte er zunächst nicht.

Auch das Motiv des Angreifers bleibt offen, ebenso die genauen Abläufe im Cockpit. Unklar ist zudem, woher Pilot und Copilot stammen: Das Nachrichtenportal „ynet“ berichtete, der tatverdächtige Copilot stamme aus dem Oman – eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. (Quellen: dpa, ynet, N12, Kan) (dpa)