Höllensommer 2026 erinnert an 2003 – willkommen in der neuen Normalität


Meteorologisches Sommerende: 2026 bricht Rekorde bei Hitze, Dürre und Waldbränden

Stand: 01.09.2026, 07:46 Uhr

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Der endende Höllensommer 2026 bot Hitzetage, Dürre, Waldbrände. Was die Bilanz über unsere Zukunft verrät. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Offenbach – Es ist offiziell: Am Montag, 31. August, geht der meteorologische Sommer zu Ende – und was für ein Brocken das war. Deutschland hat drei Monate lang geschwitzt, geglüht, gebettelt um jeden Tropfen Regen. Dieser Sommer 2026 reiht sich ein in die absolute Spitzengruppe seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Ein Höllensommer, wie er im Buche steht.

Ein Feuerwehrmann kämpft gegen einen Waldbrand.

Der Sommer 2026 war ein echter Höllensommer: Es gab so viele Hitze- und Wüstentage wie noch nie seit 1881. © picture alliance/dpa/AP | Andri Rizky Agustian

Und jetzt die Frage, die alle stellen: War er heißer als der legendäre Jahrhundertsommer 2003? Ganz knapp nicht. Am Ende fehlte nur ein winziges Zehntelgrad, um den alten Rekordhalter vom Thron zu stoßen. Ein Wimpernschlag. Praktisch Gleichstand. Wer sich davon trösten lässt, hat den Rest der Bilanz aber noch nicht gesehen.

Sommer 2026: So viele Hitze- und Wüstentage wie noch nie

Denn bei den Extremen bricht dieser Sommer Rekorde am Fließband. So viele Hitzetage über 30 Grad wie nie zuvor, dazu eine Rekordzahl an Wüstentagen jenseits der 35-Grad-Marke. An dutzenden Stationen kletterte das Thermometer auf über 40 Grad, örtlich sogar auf mehr als 41.

Die Hitzewelle Ende Juni war so früh, so lang und so brutal wie keine zuvor – selbst auf Helgoland fiel der erste Hitzetag der Messgeschichte. Und nachts? Kaum Abkühlung, eine Tropennacht nach der anderen.

Meine Sommerbilanz 2026: Ausgedörrtes Land, lodernde Wälder

Dazu die zweite Geißel: die Dürre. Vor allem im Westen und Südwesten vertrocknete der Boden zu Staub, der Rhein sank auf so niedrige Pegel, dass Schiffe kaum noch fahren konnten. Und dann brannte es – überall. Von der Eifel bis in den Osten loderten die Wälder, im Hürtgenwald mussten ganze Ortsteile evakuiert werden. Bilder, die man sonst aus Südeuropa kennt, mitten bei uns.

Wer jetzt immer noch behauptet, das sei doch alles ganz normal und schon immer so gewesen, der soll sich diese Bilanz ausdrucken und an die Wand hängen. Eine Hitzewelle wie die Ende Juni wäre ohne die menschengemachte Erderwärmung statistisch schlicht unmöglich gewesen. Punkt. Das ist keine Meinung, das steht schwarz auf weiß in den Daten.

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Die Klimawandelleugner hatten diesen Sommer wirklich viel zu tun, um sich alles schönzureden. Und das Bittere: Sommer wie dieser bleiben nicht die Ausnahme. Sie werden die Regel. Willkommen in der neuen Normalität.