Luzern als Steueroase: Warum ein norwegischer Millionär in die Innerschweiz zügelt
Publiziert15. August 2026, 15:04
Stian RustadMillionär zieht nach Luzern: «Nur so kann ich Norwegen retten»
Stian Rustad gilt im skandinavischen Land als erfahrener Investor und möchte auch künftig heimische Unternehmen fördern. Um dies zu ermöglichen, will er schon bald in die Innerschweiz ziehen.

Darum gehts
- Der norwegische Millionär Stian Rustad (52) will nach Luzern ziehen, um der hohen Vermögenssteuer in Norwegen zu entgehen.
- Trotz Wegzug plant er, weiterhin in norwegische Firmen – etwa Batteriefabriken und KI-Unternehmen – zu investieren.
- Wohnung und Auto stehen laut Rustad bereits in der Schweiz bereit, der Umzug selbst steht aber noch aus.
Bald schon könnte der nächste schwerreiche Norweger in der Schweiz sein neues Zuhause aufbauen: Stian Rustad hat sein Geld mit dem Aufbau und Verkauf mehrerer Technologiefirmen gemacht und besitzt nach Schätzungen norwegischer Zeitungen ein Vermögen von mehreren Dutzend Millionen Franken.
Das Geld nutzt er regelmässig für Investitionen in diverse Firmen in seiner Heimat – künftig will er dies aber aus dem Ausland tun. In einem Interview mit dem «Dagbladet» erklärt der 52-Jährige seine Gründe.
Was hältst du davon, wenn wohlhabende Personen wegen der Steuerlast ins Ausland ziehen, um von dort aus in ihre Heimat zu investieren?
Das ist nachvollziehbar, wenn es der Wirtschaft der Heimat zugutekommt.
Ich verstehe den Schritt, aber es ist schade für das Heimatland.
Das ist ein Problem, das die Politik lösen muss, nicht die Privatperson.
Ich finde es egoistisch, man sollte die Steuern im eigenen Land zahlen.
Mir ist das egal, das betrifft mich nicht direkt.
Ich habe dazu keine klare Meinung.
Die Ankündigung, dass er Norwegen zumindest als Wohnort den Rücken kehren und nach Luzern in die Schweiz ziehen werde, machte Rustad erstmals im April 2024. Damals sagte er, dass er «im Laufe des Jahres» in die Innerschweiz zügeln werde. Wohnung und Auto stehen demnach schon in der Schweiz bereit, nur der Umzug des Besitzers ist noch nicht erfolgt.
«Wenn ich Norwegen retten will, muss ich weg»
Rustads Grund für den Umzug mutet auf den ersten Blick widersprüchlich an: «Wenn ich Norwegen und die Welt retten will, muss ich weg», erklärt er gegenüber der norwegischen Zeitung. Denn gerade weil er sich weiterhin für die Schaffung norwegischer Arbeitsplätze und die Förderung von hiesigem Know-how einsetzen will, sieht er keine andere Möglichkeit als einen Wegzug.
Denn der 52-Jährige will vor allem in norwegische Projekte in zuletzt immer wichtiger gewordenen Branchen investieren: Grosse Batteriefabriken und KI-Unternehmen etwa. «Meine finanzielle Beteiligung wird bedeutend sein. Aber ich weiss, dass diese Technologien viel Zeit brauchen. Es wird sehr lange dauern, bis ich damit Geld verdiene», sagt Rustad.
Flucht in die Zentralschweiz
Er habe deshalb gar keine andere Wahl, als seine Heimat zu verlassen und an einem Ort Zuflucht zu suchen, wo sein Vermögen deutlich tiefer besteuert wird – fündig geworden ist er offenbar in der Zentralschweiz. «Wenn ich hier bleibe, muss ich ständig Vermögenssteuer auf Geld zahlen, das noch nicht zu fliessen begonnen hat», beschreibt er die Situation. Diese Steuerpolitik bedroht die norwegische Wirtschaft aus Sicht des Multimillionärs akut.

Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.
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