Millionen-Betrug durch Münchner Society-Größe?Sympatex-Fall wird zum Krimi vor Gericht
Stand: 22.09.2026, 19:00 Uhr
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Der Unternehmensberater soll Anleger um über eine Million Euro gebracht haben und bestreitet die Vorwürfe. Sein Anwalt ist Ex-Bundesrichter Thomas Fischer – am Dienstag will Goetz selbst Stellung nehmen.
Als Unternehmensberater machte er Millionen – und auch in Münchens feinsten Kreisen ist Stephan Goetz (70) bestens bekannt. Selbst im Strafgericht, wo auch gegen Mörder und Vergewaltiger verhandelt wird, sieht man einem Mann wie Goetz noch seinen Status an: Im edlen Anzug erschien der Wirtschaftsboss gestern zu seiner Verhandlung – für ihn ein ungewohntes Terrain. Hier hat die Justiz das Sagen – und Goetz ist der Angeklagte. Laut Staatsanwaltschaft soll er Anleger um über eine Million Euro betrogen haben. Die Anklage listet 97 Fälle auf, dazu 180 Fälle von versuchtem Betrug – außerdem die Anstiftung zur Untreue in 277 Fällen, Marktmanipulation, Beihilfe zum versuchten Betrug sowie Falschaussage.
Münchner Unternehmer soll Anleger um mehr als eine Million Euro geprellt haben
59 Seiten stark ist der Anklagesatz, den Staatsanwalt Maximilian Quadbeck gut zwei Stunden lang vorträgt. Doch wer Stephan Goetz im Gerichtssaal mit der Nummer D1.107 sehen möchte, der hat es nicht leicht. Denn auf der Anklagebank ist er umringt von prominenten Strafverteidigern. Zu seiner Linken sitzt Prof. Thomas Fischer, lange Jahre Richter am Bundesgerichtshof. Und zu seiner Rechten wachen die Wirtschaftsprofis Norbert Scharf und Markus Gotzens – sie hatten zuletzt Alfons Schuhbeck verteidigt.
Staatsanwalt braucht zwei Stunden, um alle Vorwürfe vorzulesen
Die Vorwürfe der Anklage weist das Juristen-Trio entschieden zurück. Erst kommenden Dienstag, am zweiten Verhandlungstag, will Stephan Goetz dann selbst „ausführlich Stellung beziehen“, wie gestern erklärt wurde. Die Vorwürfe gegen ihn reichen einige Jahre zurück und betreffen Vorgänge bei der Firma Sympatex, die Spezial-Membranen für Schuhe und Kleidung herstellt, die etwa Wasser abhalten.
Zum Tatzeitpunkt gehörte Sympatex zur Smart-Solutions-Holding: Goetz und sein Geschäftspartner Stefan S. waren Gesellschafter und betrieben nebenher eine millionenschwere Beratungsfirma. Hunderte Anleger zeichneten 2013 Anleihen für 13 Millionen Euro – 2017 stand Sympatex angeblich aber vor der Insolvenz. Ein sogenannter Schuldenschnitt sollte die Firma retten, Anleger dafür aber auf 90 Prozent ihrer Schuldverschreibungen verzichten. Laut Anklage ein Lügengebilde, das Goetz bestreitet, aber vor dem Landgericht erklären muss. Dort war Stefan S. im Oktober 2025 zu einer Geld- und Bewährungsstrafe verurteilt worden.