Niger: Militär meutert – Kampf um die Macht in Niamey


Ministerium: Soldaten haben gegen die Militärregierung im Niger gemeutert

In dem bitterarmen Land rebellieren abtrünnige Soldaten gegen die Regierung. Schüsse und Explosionen erschüttern die Hauptstadt Niamey. Hat das Militär die Meuterei erfolgreich stoppen können?

29.08.2026, 16.39 Uhr

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Ein Bild aus Niamey, Niger, vom Sommer 2024.

Ein Bild aus Niamey, Niger, vom Sommer 2024.

Omar Hama / AP

(dpa)/biv. Im westafrikanischen Sahelstaat Niger hat eine Gruppe von Soldaten gegen die Militärregierung gemeutert. Das hat das Verteidigungsministerium in einem im Staatsfernsehen verlesenen Communiqué mitgeteilt.

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Die aufständischen Soldaten hätten zunächst ihre Kameraden innerhalb eines Stützpunkts am internationalen Flughafen der Hauptstadt Niamey festgesetzt, hat es geheissen. Danach hätten sie weitere strategische Punkte in Niamey angegriffen.

Aufgrund der raschen Reaktion der Streitkräfte sei der Aufstand jedoch eingedämmt und die Kontrolle schrittweise wiedererlangt worden, hat das Verteidigungsministerium mitgeteilt. Laut einem Offizier haben die meuternden Soldaten den internationalen Flughafen und zeitweise auch das Gebäude des staatlichen Fernsehsenders eingenommen. Nationale Sicherheitskräfte hätten den Präsidentenpalast verteidigen können, hat ein hochrangiges Mitglied des Militärs, das anonym bleiben wollte, der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

In der Nacht zum Samstag ist es zu Schüssen und Explosionen in der Hauptstadt gekommen. Laut einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur haben die Unruhen gegen 1 Uhr Ortszeit (2 Uhr MEZ) begonnen und etwa sechs Stunden angedauert. In mehreren Teilen Niameys ist die Stromversorgung unterbrochen worden.

Der dritte Angriff auf den Flughafen im Jahr 2026

Bereits Mitte Juni und im Januar ist es in der Hauptstadt zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Ziel ist neben Regierungsgebäuden in beiden Fällen auch der Flughafen gewesen. Auf der angrenzenden Luftwaffenbasis sind bis 2024 auch Bundeswehrsoldaten stationiert gewesen. Heute sind auf der Basis unter anderem russische Söldner und von der Türkei erworbene Drohnen untergebracht.

Im Januar hat ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (des IS Sahel) den Angriff für sich reklamiert. Der grossenteils in der Wüste gelegene Binnenstaat Niger hat rund 28 Millionen Einwohner und ist eines der ärmsten Länder der Welt. Im Juli 2023 hat sich das Militär an die Macht geputscht. Der Putschanführer General Abdourahamane Tiani, der eng mit Russland verbündet ist, ist mittlerweile ohne Wahlen bis mindestens 2030 zum neuen Präsidenten erklärt worden.

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