Mit beherztem Ruck abreißen: Diese Sommerarbeit verbessert die Ernte
Stand: 01.08.2026, 15:45 Uhr
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Nicht nur Obstbäume brauchen jetzt Pflege. Auch Gurken verlangen Aufmerksamkeit, damit sie gesund bleiben. Gartenexperte Klaus Fischer gibt Tipps.
Soest – Eine wichtige Sommerarbeit bei Obstbäumen sollte man unbedingt jetzt erledigen. Es geht um die Wasserschosse. Das sind steil aufragende frische Triebe, die sich vorzugsweise auf der Oberseite der Äste im Kroneninnern bei Kernobst im Sommer bilden. Es hängt von den einzelnen Sorten ab, ob sie viele, wenige oder gar keine dieser ungeliebten Wasserschosse bilden.
Mit beherztem Ruck abreißen: Diese Sommerarbeit verbessert die Ernte
Diese Triebe sind meistens recht dünn, schnell wachsend, eher schwach belaubt und ohne irgend eine Blütenknospe. Lässt man sie wachsen, verdichtet sich innerhalb weniger Jahre die Krone extrem, was sowohl das Krankheitsrisiko stark erhöht als auch die Qualität der Früchte erheblich beeinträchtigt.
Gartenschere war gestern
Früher hat man diese Wasserschosse zumeist im Winter mit der Schere herausgeschnitten, im Rahmen des turnusmäßigen Baumschnitts. Diese Methode ist allerdings kontraproduktiv. Deshalb reißen wir jetzt im Sommer die noch frischen grünen Wasserschosse mit einem beherzten Ruck ab. Durch den Riss entfernen wir in der Regel auch alle schlafenden Augen. Die kleine Wunde in der Rinde verschließt der Baum rasch.
Übrigens sind Wasserschosse nicht immer nur „nutzlos“. Wir können einen passenden beispielsweise auch zu einem neuen, Früchte tragenden Ast heranziehen, sollte der eigentliche ursprüngliche Ast aus irgendeinem Grund abgängig sein. Das kann Astbruch sein, eine Krankheit, oder wir müssen ihn herausschneiden, weil er von einer Mistel befallen ist. Dann kann ein Wasserschoss als Ersatz dienen. Es dauert allerdings mindestens drei Jahre, bis an ihm die ersten Früchte reifen.
Unsere Schere sollten wir jetzt aber nicht komplett weglegen. Wir brauchen sie, wie schon berichtet, zum Ausputzen von welken Blüten oder zum Entgeizen von Tomaten. Wer in seinem Garten Gurken anbaut, sollte sich ebenfalls mit dem Thema „Entgeizen“ befassen. Wie die Tomaten bilden Gurken in den Blattachseln Seitentriebe. Bei Freilandgurken (Einlegegurken), die flach auf der Erde wachsen, ist es nicht unbedingt nötig, diese Seitentriebe zu entfernen. Allenfalls entspitzen wir solche Triebe (die Triebspitze abschneiden), wenn sie zu sehr in die Breite wuchern und andere Pflanzen bedrängen.
Gurken benötigen viel Aufmerksamkeit
Bei Gewächshausgurken (Salatgurken) allerdings ist das Entgeizen dieser Seitentriebe eine wichtige Maßnahme, um vor allem der Infektion mit dem gefürchteten Falschen Mehltau vorzubeugen.
Dieser Pilz kann innerhalb weniger Tage eine Salatgurkenpflanze vernichten. Er entwickelt sich am liebsten im warm-feuchten Klima. Das entsteht, wenn die Gurkenpflanzen durch ungebändigte Geiztriebe viel zu dicht werden und deswegen nur noch schlecht abtrocknen. Außerdem ist es dringend geboten, auch Gurken, ebenso wie bei den Tomaten, nur direkt unten am Boden zu gießen und nicht die Blätter zu wässern.
Beim Entgeizen müssen wir aber gut aufpassen. Denn in den Blattachseln entstehen für gewöhnlich zwei dicht nebeneinander liegende Triebe: Der eine ist der Geiztrieb, der andere bildet eine Blütenknospe, aus der sich die Gurken entwickeln. Man erkennt diesen gewöhnlich daran, dass direkt unter der Blüte eine Minigurke schon zu erkennen ist.
Nicht den Blütentrieb erwischen
Beim Schneiden sollten wir selbstredend sehr gut aufpassen, dass wir nicht den Blütentrieb erwischen. Im Zweifelsfalle sollten wir lieber noch ein, zwei Tage warten mit dem Schnitt. Dann kann man die Unterschiede leichter erkennen.
Es gibt auch eine positive Nachricht: Im Gegensatz zu den Tomaten, die aus den Blattachseln immer wieder Geiztriebe entwickeln, bilden Gurkenpflanzen jeweils nur einen pro Blattachsel. Haben wir diesen entfernt, wächst anschließend kein neuer mehr nach.
Im letzten Teil der Gartenserie gibt Experte Klaus Fisch Tipps zum Ausputzen: Wer im Hochsommer zur Gartenschere greift, wird mit üppigen Blüten bis in den Herbst belohnt.
Auch das kann ein Teil des Gartens sein: Wer in NRW ein Schwimmbecken planz, sollte vorher wissen, wann eine Baugenehmigung nötig ist – und wann nicht.