Mit seinem Mimimi erobert Friedrich Merz keine Herzen


Stand: 20.07.2026, 18:38 Uhr

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Auf diesem vom ZDF zur Verfügung gestellten Handout spricht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit der Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudio, Diana Zimmermann, beim ZDF Sommerinterview 2026 in Meschede.*** Jegliche Umgestaltung, Manipulation oder Bearbeitung des Bildmaterials ist nicht gestattet, es sei denn, es handelt sich lediglich um zur Veröffentlichung technisch erforderliche Anpassungen *** (zu dpa: „Merz: «Habe nie jemandem persönliche Faulheit unterstellt“»)

Interview: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach mit der Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudio, Diana Zimmermann, beim ZDF Sommerinterview 2026 in Meschede. © Dominik Asbach/dpa

Der Bundeskanzler kritisiert die Medien. Dabei sind 85 Prozent der Deutschen unzufrieden mit seiner Arbeit. Ein Kommentar.

Meschede – „Kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen.“ Seitdem Friedrich Merz Ende April in einem Interview mit dem „Spiegel“ sein Herz ausgeschüttet hat, findet man im Internet einen KI-generierten Merz als die sauerländische Version von Beaker. Beaker – das ist diese Figur aus der Muppet-Show, die nur piepsende „Mimimi“-Laute von sich gibt. Die Botschaft dahinter ist klar: Selbstmitleid steht einem Politiker nicht gut zu Gesicht.

Der Kanzler scheint das anders zu sehen. Im ZDF-Interview am Wochenende lieferte der CDU-Mann die Vorlage für ein neues Mimimi. „Sie zeigen immer nur diejenigen, die Kritik an mir äußern. Sie zeigen selten diejenigen, die mal sagen: Es ist genauso“, konterte Merz an einer Stelle die Moderatorin. Dann wiederholte er: „Sie zeigen immer diejenigen, die es kritisieren.“ Und am Schluss: „Ich bekomme sehr viel Zustimmung in der Bevölkerung für das, was ich zu diesen Sachverhalten sage.“

Kommentarfoto  Alexander Schäfer WA-Redaktion

Ein Kommentar von Alexander Schäfer. © Henrik Wiemer/digitalbild/Henrik Wiemer

Tja. Was soll man Merz darauf erwidern? 85 Prozent der Deutschen sind unzufrieden mit Ihrer Arbeit. Das heißt aber im Umkehrschluss: 15 Prozent sind zufrieden. Das macht bei 83 Millionen Einwohnern mehr als zwölf Millionen Menschen. So viele Zuschauer hat das ZDF nur, wenn Fußball gezeigt wird. Also alles richtig gemacht, Herr Merz.

Das ist natürlich Unsinn. Man muss Merz nach solchen Auftritten sagen: Auch wenn man ein Interview in der sauerländischen Heimat gibt, muss man ehrlich zu sich und den Menschen sein. Beleidigte Leberwürste oder griesgrämige Besserwisser wählt kein Mensch. Sie, Herr Merz, können anders, fallen aber häufig in alte Muster zurück.