Mit seinem Mimimi erobert Friedrich Merz keine Herzen
Stand: 20.07.2026, 18:38 Uhr
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Der Bundeskanzler kritisiert die Medien. Dabei sind 85 Prozent der Deutschen unzufrieden mit seiner Arbeit. Ein Kommentar.
Meschede – „Kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen.“ Seitdem Friedrich Merz Ende April in einem Interview mit dem „Spiegel“ sein Herz ausgeschüttet hat, findet man im Internet einen KI-generierten Merz als die sauerländische Version von Beaker. Beaker – das ist diese Figur aus der Muppet-Show, die nur piepsende „Mimimi“-Laute von sich gibt. Die Botschaft dahinter ist klar: Selbstmitleid steht einem Politiker nicht gut zu Gesicht.
Der Kanzler scheint das anders zu sehen. Im ZDF-Interview am Wochenende lieferte der CDU-Mann die Vorlage für ein neues Mimimi. „Sie zeigen immer nur diejenigen, die Kritik an mir äußern. Sie zeigen selten diejenigen, die mal sagen: Es ist genauso“, konterte Merz an einer Stelle die Moderatorin. Dann wiederholte er: „Sie zeigen immer diejenigen, die es kritisieren.“ Und am Schluss: „Ich bekomme sehr viel Zustimmung in der Bevölkerung für das, was ich zu diesen Sachverhalten sage.“

Tja. Was soll man Merz darauf erwidern? 85 Prozent der Deutschen sind unzufrieden mit Ihrer Arbeit. Das heißt aber im Umkehrschluss: 15 Prozent sind zufrieden. Das macht bei 83 Millionen Einwohnern mehr als zwölf Millionen Menschen. So viele Zuschauer hat das ZDF nur, wenn Fußball gezeigt wird. Also alles richtig gemacht, Herr Merz.
Das ist natürlich Unsinn. Man muss Merz nach solchen Auftritten sagen: Auch wenn man ein Interview in der sauerländischen Heimat gibt, muss man ehrlich zu sich und den Menschen sein. Beleidigte Leberwürste oder griesgrämige Besserwisser wählt kein Mensch. Sie, Herr Merz, können anders, fallen aber häufig in alte Muster zurück.