Möbel Höffner eröffnet: Achim klagte lange dagegen – und verlor


Stand: 15.09.2026, 19:00 Uhr

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Die Leerstände in der Achimer Innenstadt haben in jüngster Zeit zugenommen.

Die Leerstände in der Achimer Innenstadt haben in jüngster Zeit zugenommen. Nach der Eröffnung von Möbel Höffner in Bremen-Osterholz dürfte die Situation für den örtlichen Einzelhandel eher noch schwieriger werden. © Mix

Der neue Möbel-Höffner-Markt am Bremer Weserpark öffnet am Donnerstag seine Türen. Die Verkaufsfläche ist sogar kleiner als der Kompromiss, den die Stadt Achim einst gefordert hatte.

Achim – Möbel Höffner eröffnet am Donnerstag seinen neuen Markt am Weserpark in Bremen-Osterholz. Dass es dazu kommt, damit hat manch einer gar nicht mehr gerechnet. Denn die Ansiedlung des Möbelhauses auf dem früheren Gelände von Radio Bremen hat sich über zwei Jahrzehnte hingezogen, auch deshalb, weil die Stadt Achim gegen die geplante große Verkaufsfläche und Teile des Sortiments vor Gericht geklagt hatte.

Nun schließt sich also der Kreis. Auf Nachfrage der Mediengruppe Kreiszeitung erläutert Vize-Verwaltungschef Daniel Moos, was die Stadt, aber auch weitere Interessenvertreter in der Region bewogen hat, gegen das Vorhaben des Möbel-Riesen vorzugehen.

Ein Rückblick auf eine Auseinandersetzung im Dreieck zwischen Wirtschaft, Politik und Justiz. Und zugleich auf einen Streit zwischen benachbarten Kommunen mit unterschiedlichen Interessen.

Die Stadt Achim hatte, um ihren Einzelhandel zu schützen und ihre Belange entsprechend zu berücksichtigen, auf eine Verkleinerung des Projekts in Bremen-Osterholz gedrungen. Die Pläne von Investor Kurt Krieger sahen einen Markt mit 45.000 Quadratmetern Verkaufsfläche vor. Insbesondere das „zentrenrelevante Randsortiment“, wie etwa Haushalts- und Geschenkartikel oder Schreibwaren, auf 8.000 Quadratmetern war Achim ein Dorn im Auge.

Bereits 2005/2006 hatte der Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen nach einem sogenannten Moderationsverfahren in der Angelegenheit Kompromisslösungen vorgeschlagen. Danach sollte die Gesamtfläche des Möbelmarkts auf 38.000 Quadratmeter und das Randsortiment auf 5.000 Quadratmeter reduziert werden. Das aber wollte Bremen nicht, daher beschritt Achim den juristischen Weg.

Die kleine Weserstadt erhob nach Angaben von Moos 2006 zusammen mit dem Landkreis Verden eine Normenkontrollklage am Oberverwaltungsgericht Bremen gegen das Land Bremen. Der Rechtsstreit zog sich über Jahre durch die Instanzen. 2010 wies das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig in einem Revisionsverfahren die Klage ab.

Dennoch sollten noch 16 Jahre vergehen, bis auf dem Areal der einstigen Fernsehstudios von Radio Bremen, in denen zum Beispiel „3 nach 9“ oder zahllose Sketche von Loriot produziert wurden, der Möbelhandel starten konnte. Denn die Verhandlungen zwischen der Krieger-Gruppe als Betreibergesellschaft, der Stadt Bremen und dem Land Niedersachsen über die zulässige Verkaufsfläche dauerten. Dazu kam, dass Investor Kurt Krieger seine Konzepte für das Projekt mehrfach änderte.

Fragt man die Künstliche Intelligenz (KI), verzögerte allerdings vor allem Achim das Vorhaben. Und das, obwohl die Kommune nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von 2010 laut dem Ersten Stadtrat Moos juristisch in Sachen Möbelmarkt am Bremer Weserpark die Füße stillhielt. „Der größte Bremsklotz war eine langjährige Klage der niedersächsischen Nachbarstadt Achim“, schreibt die KI. „Achim befürchtete erhebliche Umsatzverluste für den eigenen lokalen Einzelhandel durch den riesigen Höffner-Markt direkt an der Landesgrenze.“

Laut Medienberichten hat das neue Möbelhaus nun eine Größe von 33.000 Quadratmetern Fläche und liegt damit noch deutlich unter dem damaligen Kompromissvorschlag des Kommunalverbunds. „Wie groß der Anteil der innenstadtrelevanten Randsortimente aber ausfällt und wie die Auswirkungen heutzutage auf den Achimer Einzelhandel sein werden, ist nicht abzuschätzen“, sagt Daniel Moos. Jedoch sei klar, dass es nicht positiv für die Geschäfte vor Ort sein könne, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft an der Landesgrenze ein weiteres derartiges Angebot entsteht.

Moos sieht in Anbetracht der zusätzlichen Konkurrenz vor der Haustür, die im Übrigen auch XXL-Lutz bei Dodenhof in Posthausen zu schaffen machen dürfte, Handlungsbedarf für die Wirtschaftsförderung in Achim. „Es wird daher auch die Aufgabe des neuen Stadtrats und der Stadtverwaltung sein, Lösungen zu finden, wie wir unseren Einzelhandel bestmöglich stärken und schützen können.“