Mobilfunkbetreiber: Stellenabbau bei Telefónica wohl größer als zugegeben - Golem.de


Internen Unterlagen zufolge plant Telefónica den Wegfall von rund 1.650 Vollzeitstellen. Grund ist der Verlust des Großkunden 1&1.

Der Vorstand ist verantwortlich: Jörg Kablitz, Markus Rolle, Santiago Argelich Hesse, Nicole Gerhardt, Mallik Rao, Valentina Daiber, Andreas Laukenmann (v. l. n. r.) (Bild: Telefónica Deutschland)

Der Vorstand ist verantwortlich: Jörg Kablitz, Markus Rolle, Santiago Argelich Hesse, Nicole Gerhardt, Mallik Rao, Valentina Daiber, Andreas Laukenmann (v. l. n. r.) Bild: Telefónica Deutschland

Der Stellenabbau bei dem Mobilfunkbetreiber Telefónica Deutschland könnte erheblich größer ausfallen als bislang bekannt. Der Netzbetreiber kündigte im Juli den Abbau von bis zu 1.100 Vollzeitstellen bis Ende 2026 an.

Ein als geheim gekennzeichnetes Dokument, das dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) vorliegt, rechnet dagegen bis 2028 mit rund 1.650 Vollzeitstellen weniger als im Januar 2026. Hintergrund ist der Wechsel des MVNO 1&1 zu Vodafone, was für Telefónica starke Umsatzeinbußen bedeutet.

Golem erfuhr zuvor aus Unternehmenskreisen, dass der Mobilfunkbetreiber seine wahren Abbaupläne verheimliche. Es wurde von einer Salamitaktik gesprochen. Im Unternehmen herrsche eine Atmosphäre der Angst, viele fürchteten, bei einer Teilnahme an Protesten auf die Entlassungsliste zu kommen. Der Betriebsrat agiert extrem defensiv.

Laut Handelsblatt ist der weitere Stellenabbau von rund 550 Vollzeitäquivalenten für die Jahre 2027 und 2028 in den Unterlagen noch als "vorläufig" gekennzeichnet. Zwei Insider bestätigten die Kennzahlen aus den Unterlagen. Die Kosten für die Restrukturierung werden demnach mit 427 Millionen Euro beziffert. Die Gewerkschaft Verdi sprach in einer Mitteilung an ihre Mitglieder von einem "Kahlschlag".

"Respekt vor den Beschäftigten"

Ein Telefónica-Sprecher sagte dem Handelsblatt, das Unternehmen befinde sich in einer Transformation, "mit der wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit langfristig sichern wollen". Aus Respekt vor den Beschäftigten und Geschäftspartnern wolle sich die Firma nicht zu "einzelnen Maßnahmen, möglichen Auswirkungen oder zeitlichen Abläufen" äußern. Der Unternehmenssprecher verwies auf die bereits kommunizierten Restrukturierungen.