Motortausch nach Wasserleck: Russell entgeht Gridstrafe in Ungarn


(Motorsport-Total.com) - George Russell sorgte nach dem Qualifying zum Grand Prix von Ungarn 2026 zunächst für Verwunderung. Der Mercedes-Pilot rollte nach dem Ende von Q3 in der ersten Kurve aus und stellte seinen W17 dort ab.

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George Russell ereilte ein Wasserleck im Qualifying von Ungarn Zoom

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Schnell kamen Spekulationen auf, ob dahinter möglicherweise ein Problem mit der vorgeschriebenen Benzinprobe stecken könnte. Mercedes-Teamchef Toto Wolff stellte gegenüber Sky jedoch unmittelbar klar: Der Grund war ein technischer Defekt.

"Nein, nein, nein", entgegnet Wolff er. "Es war ein Wasserleck, das auftrat, nachdem er über einen Kerb gefahren war. Heute hatte er einfach etwas Pech. Aber es war insgesamt eine enttäuschende Session."

Russell beendete das Qualifying auf Rang sieben. Auf seinen Teamkollegen Kimi Antonelli, der als Vierter über den Strich kam, fehlten knapp drei Zehntelsekunden. Polesetter Lando Norris im McLaren war rund fünfeinhalb Sekunden schneller. Zudem konnte Russell seine entscheidende Runde nicht sauber beenden, nachdem Max Verstappen in der Schlusskurve einen Dreher hatte und Gelb geschwenkt wurde.

Russell erklärt den Defekt im Detail

Russell selbst schilderte nach dem Qualifying, warum er seinen Mercedes unmittelbar nach der Ziellinie abstellen musste. "Wir haben den Wasserdruck verloren und hatten ein Wasserleck", erklärt der Brite. "Als ich das Auto abgestellt habe, lief praktisch das gesamte Wasser aus dem Auto. Wir wissen im Moment noch nicht, wo genau das Problem entstanden ist."

Entwarnung wollte er dennoch nicht geben. "Ich hoffe einfach, dass es keine Auswirkungen auf morgen hat. Die Daumen sind gedrückt." Etwas später lieferte Russell weitere Details zum Auslöser des Problems. Demnach entstand der Defekt nach einer Bodenwelle beziehungsweise einem Kerb in Kurve vier.

"Die Runde fühlte sich bis dahin eigentlich gut an. Und plötzlich eben nicht mehr", berichtet er. "Ich selbst habe zunächst gar nichts Besonderes bemerkt. Dann hat mir das Team gesagt, dass Wasser auf die Hinterreifen spritzt."

Die Auswirkungen seien sofort in den Daten sichtbar gewesen. "Sobald wir das Wasserleck gesehen haben, sind die Reifentemperaturen hinten plötzlich stark abgesunken."

Gelbe Flaggen verhinderten letzten Versuch

Der Defekt war allerdings nicht das einzige Problem auf Russells letzter Runde. Hinzu kamen die gelben Flaggen infolge des Drehers von Max Verstappen in der letzten Kurve. "Ich hatte am Ende ohnehin Gelb", bestätigt Russell. "Ich habe die Runde deshalb abgebrochen, weil Max geradeaus gefahren ist."

Ob ihn das entscheidend Positionen gekostet habe, wollte er allerdings nicht überbewerten. Ein Platz unter den ersten Drei sei seiner Einschätzung nach ohnehin außer Reichweite gewesen. "Die Top 3 wären definitiv nicht möglich gewesen. Aber vielleicht wären noch ein paar Positionen mehr drin gewesen."

Damit blieb Russell letztlich auf Rang sieben hängen und musste zusehen, wie Teamkollege Antonelli als Vierter das deutlich bessere Mercedes-Ergebnis einfuhr.

Mercedes setzt auf die Rennpace

Dass Mercedes im Qualifying erneut Schwierigkeiten hatte, überraschte Russell allerdings nicht wirklich. Bereits nach den Freien Trainings habe sich ein klares Bild abgezeichnet.

"Gestern nach dem zweiten Training war unsere Einschätzung, dass uns im Qualifying ungefähr sieben Zehntel fehlen", erklärt er. "Gleichzeitig hatten wir aber die beste Rennpace."

Für Russell ist das ein deutlicher Hinweis darauf, wo das eigentliche Problem liegt. "Das zeigt, dass es kein Problem des Autos ist, sondern ein Reifenproblem." Denn Mercedes habe bewusst einen Kompromiss gewählt.

"Vielleicht haben wir die richtige Balance gefunden zwischen dem Aufwärmen der Reifen für das Qualifying und der Abstimmung für das Rennen. Wir hätten das Auto wahrscheinlich schneller für eine Runde machen können - allerdings auf Kosten der Rennpace."

Ob sich dieser Ansatz auszahlt, werde sich erst am Sonntag zeigen. "Die Zeit wird zeigen, ob wir die richtige Balance getroffen haben." Gleichzeitig warnt Russell jedoch davor, die Aufgabe zu unterschätzen. "Von Platz sieben wird das Überholen schwierig."

Wechsel der Power-Unit: Keine Gridstrafe für Russell

Der Wasserverlust weckte zwangsläufig Fragen nach möglichen Motorschäden. Russell zeigte sich zunächst vorsichtig optimistisch. "Im Moment glaube ich, dass alles in Ordnung ist", sagt er. "Aber bis das Team das Auto untersucht hat, wissen wir es natürlich nicht. Entweder ist alles okay oder eben nicht. Das werden wir heute Abend herausfinden."

Auch Experte Ralf Schumacher erklärte bei Sky, warum Mercedes Russell sofort zum Abstellen des Fahrzeugs aufforderte. "Sobald der Wasserdruck sinkt, muss der Motor sofort ausgeschaltet werden", erläutert Schumacher. "Das Kühlsystem steht unter Druck, damit das Wasser nicht kocht. Wenn dort ein Loch entsteht, muss man den Motor schützen. Einen Motorwechsel braucht schließlich auch niemand."

Allerdings ordnete Schumacher die sportliche Situation ebenfalls nüchtern ein. "Schade für ihn, aber zu langsam war er trotzdem."

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Mercedes bestätigte später tatsächlich einen Wechsel der Power-Unit bei Russell. Dabei handelt es sich allerdings um den vierten Motor der Saison und damit um einen regulären Tausch innerhalb des erlaubten Kontingents. Da zudem dieselbe Spezifikation wie im Qualifying verwendet wird, hat der Wechsel keine Auswirkungen auf die Startaufstellung.