MT Melsungens Champions-League-Debüt: Youngster Stehl im Interview
Stand: 09.09.2026, 07:34 Uhr
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Leon Stehl trifft mit der MT Melsungen auf Vardar Skopje – denselben Gegner, gegen den er sein Profidebüt feierte. Damals warf der 20-Jährige ins leere Tor, nachdem Ian Barrufet ihm den Ball überließ. Wir haben mit Stehl gesprochen.
Kassel – Champions League in Kassel: Die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen betreten morgen Neuland. Ab 20.45 Uhr (Dyn) geht es in der Rothenbach-Halle gegen Vardar Skopje. Im Vorfeld der Begegnung haben wir mit MT-Youngster Leon Stehl gesprochen. Der 20-Jährige läuft normalerweise per Zweitspielrecht für den Zweitligisten TV Hüttenberg auf, durch den Ausfall von Rechtsaußen Timo Kastening ist er aber seit Sommer fortwährend für die Melsunger im Einsatz. Stehl hat besondere Erinnerungen an Vardar.
Wissen Sie, was Sie am Abend des 15. Oktober 2024 gemacht haben?
Wahrscheinlich hatte ich da ein Spiel. Habe ich da mein Debüttor bei der MT geworfen?
Ja, Sie haben Ihren Einstand bei den Profis im European-League-Spiel gegen Vardar gegeben. Welche Erinnerungen haben Sie an diesen Abend?
Da war ich noch ein bisschen jünger. Es war ein schönes Gefühl, ich war aber auch ein bisschen nervös. Natürlich wollte ich, dass alles klappt und ich mich gut präsentiere. Dass sich Amine Darmoul so früh an diesem Abend so schwer am Knie verletzte, das hat die Stimmung etwas getrübt. Vor meinem Treffer hatte ich bereits eine Chance vergeben. Dann hat mir Ian den Ball überlassen, und ich konnte ins leere Tor werfen.
Haben Sie mit Ian Barrufet später noch mal über seinen Pass gesprochen?
Direkt nach dem Spiel habe ich mich bei ihm bedankt. Es ist nicht selbstverständlich, dass jemand dir diese Möglichkeit gibt.
Damals waren Sie für Rechtsaußen und Kapitän Timo Kastening in den Kader gerückt. Seit Saisonbeginn müssen Sie ihn wieder vertreten. Wie haben Sie die vergangenen Wochen erlebt?
Es brauchte einige Tage, um wieder reinzukommen. Ich musste auch erst wieder das Spielsystem verinnerlichen. Die spanische Taktik ist schon etwas anderes, als ich es aus der 2. Bundesliga in Hüttenberg gewohnt bin. Da ich aber die Vorbereitung komplett bei der MT absolviert und gut ins Team gefunden habe, kann ich sagen: Es macht mir viel Spaß.
Und abseits der Halle?
Ich habe eigentlich eine Wohnung in Hüttenberg, zurzeit wohne ich aber in Baunatal bei meinen Eltern. Es wäre unsinnig zu pendeln. Vor Kurzem war ich mal in Hüttenberg, als das Team sein erstes Saisonspiel bestritten hat. Ich wollte auch da mal Präsenz zeigen. Und den Besuch habe ich genutzt, um auch mal in meine Wohnung zu schauen. Natürlich genieße ich es jetzt, hier zu sein. Ich vermisse allerdings die Jungs in Hüttenberg schon etwas, sie sind mir alle ans Herz gewachsen. Ich habe mich da bisher gut entwickelt.
Was erwarten Sie vom Champions-League-Debüt der MT?
Wir sind gut eingespielt. In Gummersbach haben wir gezeigt, dass wir auch unter Druck guten Handball bieten können. Wir kennen Vardar etwas aus den vergangenen Jahren. Das wird ein harter Kampf, Skopje hat ein Top-Team. Allerdings werden wir gut vorbereitet sein und alles geben. Es ist unser erstes Jahr Champions League – und so schnell wollen wir da nicht wieder raus.
Zur Person: Leon Stehl (20 Jahre) stammt aus Baunatal. Vom GSV Eintracht wechselte er in der Jugend zur MT Melsungen. Seit Sommer 2025 besitzt er ein Zweitspielrecht für den TV Hüttenberg. Im vergangenen Jahr wurde er U19-Weltmeister. (Björn Mahr)