MV-Wahl 2026: Das Warten auf Prognosen und Hochrechnung beginnt – Schwesig im Duell mit der AfD


Stand: 19.09.2026, 21:20 Uhr

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Die Mecklenburg-Vorpommern-Wahl 2026 beginnt. Schwesig und die SPD hoffen auf gute Prognosen und Hochrechnungen. Alle News zur MV-Wahl im Ticker.

Schwerin – Rund 1,3 Millionen Wahlberechtigte sind bei der Mecklenburg-Vorpommern-Wahl aufgerufen, am Sonntag über die Zusammensetzung des 9. Schweriner Landtags abzustimmen. Unter den Stimmberechtigten befinden sich bei der MV-Wahl 2026 erstmals auch Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren, die allerdings selbst noch nicht in das Landesparlament gewählt werden können. Dennoch könnte ihre Stimmabgabe die Prognosen und Hochrechnungen der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern beeinflussen. Verfolgen Sie alles Wichtige zur Wahl in unserem Ticker:

Neben den demografischen Neuerungen steht bei der diesjährigen Mecklenburg-Vorpommern-Wahl vor allem ein Wendepunkt im Raum: Das Rennen um den Wahlsieg hat sich zu einem engen Duell zwischen der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der AfD zugespitzt. Im Zentrum der politischen Aufmerksamkeit stehen die Spitzenkandidaten bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern – allen voran das direkte Aufeinandertreffen von Schwesig und ihrem Herausforderer Leif-Erik Holm im selben Schweriner Wahlkreis. Ob die Prognosen und Hochrechnungen direkt einen Gewinner am Abend der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern präsentieren, wird sich womöglich kurz nach 18 Uhr zeigen.

Schwerin: Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern und Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, bei der Vorstellung eines weiteren Wahlplakats mit der Aufschrift „Die Frau gegen Blau“.

Schwerin: Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern und Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, bei der Vorstellung eines weiteren Wahlplakats mit der Aufschrift „Die Frau gegen Blau“. © Jens Büttner/dpa

Mecklenburg-Vorpommern-Wahl: Warten auf Prognosen und Hochrechnungen

Die politische Ausgangslage vor dem Urnengang bei der Mecklenburg-Vorpommern-Wahl ist von hoher Dynamik geprägt. Während die regierende SPD in der Mitte der Legislaturperiode in Umfragen weit hinter der AfD lag und zeitweise Werte um die 20 Prozent verzeichnete, schrumpfte der Vorsprung der Rechtspartei in den vergangenen Wochen kontinuierlich. Die letzten Umfragen vor der MV-Wahl 2026 lassen die SPD auf gute Prognosen und Hochrechnungen hoffen: Im aktuellen ZDF-Politbarometer Extra der Forschungsgruppe Wahlen liegen die Sozialdemokraten kurz vor dem Wahltag mit 37 Prozent erstmals hauchdünn vor der AfD, die auf 36 Prozent kommt.

Bei vorangegangenen Umfragen zur Mecklenburg-Vorpommern-Wahl lagen beide Parteien zwischen einem und fünf Prozentpunkten auseinander. Drei Tage vor dem Urnengang gaben 79 Prozent der Befragten an, ihre Entscheidung bereits sicher getroffen zu haben, während 21 Prozent noch schwankten.

Um bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern möglichst gute Prognosen und Hochrechnungen zu erzielen, haben die Sozialdemokraten ihren Wahlkampf auf Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zugeschnitten. Die 52-jährige Finanzwirtin, die seit 2017 die Regierung im Schweriner Schloss führt, setzt auf ihren persönlichen Amtsbonus und ihre Beliebtheit bei den Bürgerinnen und Bürgern. Bei einer theoretischen Direktwahl der Ministerpräsidentin würden sich 61 Prozent der Wahlberechtigten für Schwesig entscheiden.

MV-Wahl 2026: Schwesig gegen AfD beim Rennen und Prognosen und Hochrechnungen

Schwesig präsentierte sich im Rennen um gute Prognosen und Hochrechnungen bei der MV-Wahl als nahbare Landesmutter und Familienmensch, grenzte sich im Wahlkampf aber auch deutlich von Beschlüssen der Berliner Bundespolitik wie den geplanten Rentenreformen ab. Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt spitzte Schwesig die Auseinandersetzung gezielt zu und positionierte sich auf Plakaten als „Die Frau gegen Blau“.

Die AfD geht mit einer Doppelspitze in die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. Während Landtagsfraktionschef Enrico Schult als Spitzenkandidat auf der Landesliste fungiert, kandidiert der Bundestagsabgeordnete Leif-Erik Holm für das Amt des Ministerpräsidenten. Holm fordert bei einer Regierungsübernahme die umgehende Kündigung des Rundfunkstaatsvertrags und tritt ohne Absicherung über die Landesliste direkt im Schweriner Innenstadt-Wahlkreis gegen Manuela Schwesig an.

Bei der Direktwahl-Frage kommt Holm auf 30 Prozent Zustimmung. Die AfD, die in Mecklenburg-Vorpommern offiziell nicht als gesichert rechtsextremistisch eingestuft ist, peilt in den Prognosen und Hochrechnungen der Mecklenburg-Vorpommern-Wahl ein Ergebnis von 36 bis 38 Prozent an. Damit würde die Partei ihren Stimmanteil gegenüber der Wahl von 2021 (16,7 Prozent) mehr als verdoppeln.

Spitzenkandidaten bei Mecklenburg-Vorpommern-Wahl: SPD und AfD führen vor anderen Parteien

Hinter den beiden führenden Kräften folgen bei den Umfragen zur Wahl in Mecklenburg-Vorpommern die übrigen Parteien mit großem Abstand. Die Linkspartei um Spitzenkandidatin Simone Oldenburg liegt bei neun bis zehn Prozent und könnte ihr Ergebnis von vor fünf Jahren (9,9 Prozent) in etwa halten. Der CDU droht dagegen ein historisches Debakel: Unter Landeschef Daniel Peters rangieren die Christdemokraten bei lediglich sechs bis sieben Prozent. Das wäre das schlechteste Landtagswahlergebnis der Partei in Mecklenburg-Vorpommern seit 1990.

Bündnis 90/Die Grünen mit Spitzenkandidatin Claudia Müller müssen mit Werten um fünf Prozent um den Wiedereinzug ins Parlament bangen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verfehlt in den Erhebungen mit vier Prozent die Fünf-Prozent-Hürde, während die FDP voraussichtlich deutlich am Einzug scheitert.

Nach dem Ergebnis der Mecklenburg-Vorpommern-Wahl: Wie es weitergeht

Sollten nach der MV-Wahl 2026 bis zu sechs Fraktionen im Parlament vertreten sein, steht das Land vor einer komplizierten Regierungsbildung. Das bisherige rot-rote Bündnis aus SPD und Linken verfehlt in allen Umfragen eine eigene parlamentarische Mehrheit. Als wahrscheinlichste Option für eine Weiterführung der Regierung unter Schwesig gilt Politikwissenschaftlern zufolge eine rot-rot-grüne Koalition, sofern den Grünen der Sprung über die Hürde gelingt. Eine Koalition mit der AfD wird von allen anderen Parteien konsequent ausgeschlossen. Das BSW wirbt unterdessen für eine überparteiliche Expertenregierung, während CDU-Spitzenkandidat Peters für den Fall unklarer Mehrheiten auch eine Minderheitsregierung ins Gespräch gebracht hat.

Der neugewählte Landtag muss laut Verfassung spätestens 30 Tage nach dem Wahltag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommen. Die anschließende Wahl der Ministerpräsidentin oder des Ministerpräsidenten muss innerhalb von 28 Tagen in geheimer Abstimmung erfolgen. Kommt innerhalb dieser Frist keine absolute Mehrheit zustande und lehnt das Parlament eine Selbstauflösung ab, entscheidet in einem letzten Wahlgang die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. (fbu mit Agenturen)