Nach Anbieterwechsel: Glasfaseranschluss eines 82-Jährigen für Monate gekappt


Stand: 12.07.2026, 07:25 Uhr

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Nach einem Wechsel von der R-KOM zur Telekom begannen für einen Pensionär die Probleme. (Symbolbild) © Fabian Sommer/dpa

Ein Wechsel von der R-KOM zur Telekom kappte bei einem 82-Jährigen Internet und Telefon. Wegen eines Steckers, sagt ein Sprecher der R-KOM.

Regensburg – Regensburg - „1 Netz für Regensburg – 1000 Möglichkeiten für dich. “ In Blau und Magenta werben seit zwei Jahren Telekom und R-KOM, die Telekommunikationstochter der Stadt, für einen „innovativen und zukunftssicheren Glasfaserausbau“ in Regensburg. „Wenn mit der R-KOM und der Telekom zwei Marktführer an einem Strang ziehen, dann kann das für Regensburg nur von Vorteil sein“, sagt Oberbürgermeister Thomas Burger zur Zusammenarbeit, die am 24. Juli 2024 vertraglich besiegelt wurde.

Glasfaseranschluss läuft bei R-KOM, bleibt bei Telekom stumm

Bis 2031 wollen die Partner 100.000 Glasfaseranschlüsse in Regensburg schaffen. Ein gemeinsames Netz soll den Kunden Wahlfreiheit bieten. Doch die Kooperation der Konkurrenten bei Telefon und Internet stockt. Diese Erfahrung machte Oswald Spangler (Name geändert). Nach dem Wechsel von R-KOM zur Telekom saß der 82-Jährige fünf Wochen ohne Telefon, Fernsehen und Internet da. Auch der Hausnotruf des BRK, auf den der Pensionär angewiesen ist, fiel aus. Die Begründung, die Spangler hörte, überrascht. Das Fazit: Nur weil Glasfaser von der R-KOM liegt, läuft sie bei der Telekom noch lange nicht.

Kostenloser Hausanschluss als Lockangebot

Die Geschichte beginnt vor etwas mehr als zwei Jahren. Damals klingelte ein R-KOM-Vertriebsmitarbeiter bei Oswald Spangler und machte ein verlockendes Angebot. In Kürze werde die R-KOM in seiner Straße das Glasfasernetz ausbauen. Wenn der jahrzehntelange Telekom-Kunde wechsle, bekomme er den Hausanschluss, der damals 799 Euro kostete, geschenkt. Voraussetzung: ein Vertrag über 24 Monate, beginnend im Mai 2024.

Spangler griff zu, kündigte aber sofort, um im Mai 2026 zur Telekom zurückzukehren. Im Februar 2025 schloss die R-KOM den Glasfaserausbau in seiner Straße ab – der Anschluss lief reibungslos. Bis zum 11. Mai 2026. Mit dem Wechsel zur Telekom war der Anschluss plötzlich tot. Nichts funktionierte mehr. Fünf Wochen lang.

Ein Telekom-Techniker kam vorbei und erklärte, er könne nur die Kupferleitung freischalten. Nicht die bereits im Haus verlegte Glasfaser. Glasfaser gebe es in Spanglers Straße noch gar nicht. Ein befreundeter Haustechniker griff ein und verlegte am 13. Juni im Haus neue Kabel – zurück auf Kupfer. Seither läuft alles halbwegs wieder. Die Telekom vertröstete Spangler derweil auf Dezember. Erst dann sei Glasfaser an seiner Adresse verfügbar.

R-KOM: Zusammenarbeit mit Telekom „außerordentlich gut“

Kommunizieren R-KOM und Telekom nicht miteinander? Weiß die eine Hand nicht, was die andere tut? Roland Kittel, Unternehmenssprecher der R-KOM, widerspricht. „Grundsätzlich“ funktioniere die Kooperation mit der Telekom „außerordentlich gut“. Es gebe aber ein technisches Problem.

Den Glasfaserausbau in Spanglers Straße habe die R-KOM bereits im Februar 2025 fertiggestellt – noch vor der Kooperation mit der Telekom. „Damit Glasfaseranschlüsse, die vor Juli 2025 errichtet wurden, künftig auch durch die Deutsche Telekom und deren Partner genutzt werden können, ist eine technische Anpassung erforderlich“, so Kittel.

Stecker-Umrüstung dauert Monate

Konkret geht es um unterschiedliche Steckersysteme. Die R-KOM arbeitet mit SC-Steckern, die Deutsche Telekom mit LC-Steckern. „Die eigentliche Umrüstung ist technisch unkompliziert“, räumt Kittel ein. Doch weil es um „zahlreiche bestehende Anschlüsse“ geht, „stellt dieser Prozess eine erhebliche logistische Herausforderung dar“.

Die Telekom hat sich verpflichtet, „diese Umrüstung bis spätestens zum 30. September 2026 abzuschließen“, sprich: die Stecker auszutauschen. Kittel bittet um Verständnis. „Bei der Zusammenführung zweier großer Netzinfrastrukturen mit mehreren Zehntausend Anschlüssen und unterschiedlichen technischen Standards lassen sich einzelne Sonderfälle leider nicht immer vermeiden.“ Die R-KOM sei „überzeugt, dass solche Einzelfälle mit dem weiteren Fortschritt der Systemintegration künftig immer seltener auftreten werden“.

Anschluss im September – oder Dezember

Tags darauf meldet sich ein Sprecher der Telekom bei unserer Redaktion. Er bestätigt Kittels Ausführungen. Den Glasfaseranschluss für Spangler verspricht er nicht für Ende September, sondern zum 30. Dezember 2026. Der mit Spangler befreundete Haustechniker, selbst vom Fach, versteht das nicht.

Er sagt: „Der existierende Glasfaseranschluss im Haus müsste nur freigeschaltet werden. Dann würde alles wie gewohnt weiterlaufen. Für die Stecker reicht ein Adapter.“