Nach Demontage: Dostojewski-Denkmal kehrt Ende August nach Dresden zurück
Mehr als ein Jahr nach seiner Demontage kehrt das Dostojewski-Denkmal in Dresden in den öffentlichen Raum zurück. Wie das Deutsch-Russische Kulturinstitut (DRKI) mitteilt, soll die Bronzestatue des russischen Schriftstellers am 29. August neben der Russisch-Orthodoxen Kirche wieder aufgestellt werden. Damit endet vorerst eine monatelange Suche nach einem neuen Standort.
Das Denkmal war im Juni 2025 wegen der Bauarbeiten zur Erweiterung des Sächsischen Landtags am Ostra-Ufer abgebaut und eingelagert worden. Offiziell diente die Demontage dem Schutz der Skulptur während der Bauarbeiten. Die Frage nach dem künftigen Standort entwickelte sich jedoch zu einem längeren Streit.
Suche nach einem neuen Standort dauerte über ein Jahr
Bereits im Februar hatte die Berliner Zeitung berichtet, dass sich Eigentümer und Behörden grundsätzlich auf einen neuen Standort neben der Russisch-Orthodoxen Kirche verständigt hatten. Damals war jedoch noch offen, wann das Denkmal tatsächlich zurückkehren würde.
Nach Angaben des DRKI waren zuvor monatelang verschiedene Standorte im Dresdner Stadtzentrum geprüft worden. Nachdem diese Bemühungen aber ohne Ergebnis geblieben seien, habe das Institut selbst den Platz neben der Russisch-Orthodoxen Kirche vorgeschlagen. Die Landeshauptstadt Dresden stelle die Fläche nun für die Wiederaufstellung zur Verfügung.
Dostojewski bleibt vorerst außerhalb des historischen Zentrums
Der neue Standort liegt südlich der barocken Altstadt und damit nicht mehr im historischen Zentrum Dresdens. Schon im Februar hatte das Landesamt für Denkmalpflege mehrere innerstädtische Standorte abgelehnt. Das Denkmal soll nun zunächst an der Russisch-Orthodoxen Kirche aufgestellt werden.
Das 2006 enthüllte Denkmal erinnert an Fjodor Dostojewski, der zwischen 1869 und 1871 in Dresden lebte und dort Teile seiner großen Romane schrieb. Vor gut 20 Jahren wurde es in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel und des russischen Präsidenten Wladimir Putin eingeweiht.
Vor der Wiederaufstellung kommt Eugen Drewermann nach Dresden
Die Rückkehr des Denkmals wird von einem kulturellen Programm begleitet. Bereits am 21. August hält der Theologe, Psychoanalytiker und Schriftsteller Eugen Drewermann im Haus an der Kreuzkirche einen Vortrag unter dem Titel „Fjodor Dostojewskij – Dichter der Menschlichkeit“. Drewermann hatte sich bereits 2002 in Dresden mit dem russischen Schriftsteller beschäftigt und veröffentlichte später ein viel beachtetes Buch über dessen Werk.
Mit der Wiederaufstellung endet zwar die Einlagerung des Denkmals. Ob der jetzige Standort dauerhaft bestehen bleibt oder das Denkmal eines Tages doch wieder näher an das historische Zentrum Dresdens rückt, bleibt jedoch offen.
Termin der Wiederaufstellung:
- Samstag, 29. August 2026, 11 Uhr
Neuer Standort neben der Russisch-Orthodoxen Kirche in der Fritz-Löffler-Straße in Dresden.
Vortrag mit Eugen Drewermann:
- Freitag, 21. August 2026, 19 Uhr
Mauersberger-Saal, Haus an der Kreuzkirche, Dresden. Thema: „Fjodor Dostojewskij – Dichter der Menschlichkeit“.
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