Nach der Flut: Der Bundespräsident warnt vor dem Klimawandel
Stand: 14.07.2026, 18:04 Uhr
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Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe erinnert NRW an die 49 Todesopfer im Land. Ausgerechnet am Gedenktag herrschen im Land Hitze und Wasserknappheit.
Düsseldorf – Der fünfte Jahrestag der Flut hat es gezeigt: Das Wetter wird extremer. Während im Landtag von Nordrhein-Westfalen an die Hochwasserkatastrophe von 2021 in NRW und Rheinland-Pfalz erinnert wurde, herrschten am Dienstag im Land Hitze und mancherorts bereits Wasserknappheit. „Der Wandel unseres Klimas kennt keine Grenzen“, forderte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Maßnahmen für den Klimaschutz an. Die Flut sei eine unmissverständliche Mahnung gewesen, diesen nicht aus den Augen zu verlieren.
Eingeladen zur Gedenkstunde waren neben den Abgeordneten des Landtags und Mitgliedern der Landesregierung auch Angehörige der Opfer und Helfer aus der betroffenen Region.
Dank und Respekt für die vielen Helfer
Die Gedenkstunde begann still. Wo es sonst bei politischen Debatten mitunter auch sehr laut wird, hätte man beim Eintreffen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Landtagspräsident André Kuper, Ministerpräsident Hendrik Wüst und Claudia Müller-Bück, Pfarrerin und Superintendentin, trotz der 200 Gäste eine Stecknadel fallen hören können. Insgesamt kamen vor fünf Jahren mehr als 180 Menschen ums Leben, 49 davon in Nordrhein-Westfalen.
Das Hochwasser richtete Schäden in Milliardenhöhe an – in der Eifel, im Bergischen Land und in Teilen des Sauerlands. Starkregen ließ Bäche und Flüsse über die Ufer treten, ganze Landstriche wurden zerstört: Die Flutkatastrophe am 14. und 15. Juli 2021 brachte ein Hochwasser ungeahnten Ausmaßes und traf Bürger wie Behörden unvorbereitet. Gewaltige Wassermassen zerstörten Häuser, Straßen, Brücken, Schienen und Felder. Menschen mussten mit Hubschraubern gerettet werden.

Bundespräsident Steinmeier erinnerte sich zurück an die Bilder drei Tage nach der Flut, als das ganze Ausmaß sichtbar wurde. Er erinnerte an aufgerissene Straßen, verwüstete Friedhöfe, den Schlamm, der überall war, und die Trümmer, vor denen viele standen. „Scheinbar vertraute Bäche und Flüsse wurden zu reißenden Gewalten“, sagte Steinmeier. Zu den Bildern der Katastrophe gehörten auch Menschen, die in Todesangst auf Dächern ausharren mussten. „Es war nichts mehr wie zuvor“, so Steinmeier. „Menschen fehlen bis heute.“ Den Schmerz der Angehörigen könne man nicht ermessen. Die Zeit habe noch nicht alle Wunden geheilt.
„Es herrschte Ausnahmezustand in weiten Teilen unseres Landes“, sagte Landtagspräsident Kuper. Er dankte den Helfern für ihren Einsatz. Tausende Einsatzkräfte von Hilfsorganisationen, Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr und Technischem Hilfswerk sowie zahllose ehrenamtliche und private Helferinnen und Helfer standen den Betroffenen zur Seite.
Kuper räumte ein, dass es Fehler und Versäumnisse gab. Die parlamentarische Aufarbeitung durch einen Untersuchungsausschuss und nicht zuletzt die Gedenkstunde sollten Mahnung und Auftrag sein, weiterhin die richtigen Lehren für die Zukunft zu ziehen.
Wie Steinmeier drückte auch Wüst seinen großen Respekt vor dem aus, was die Menschen in den betroffenen Regionen gemeinsam mit unzähligen Helferinnen und Helfern geleistet haben. „Ihre Hilfsbereitschaft und Solidarität haben den Betroffenen Kraft gegeben und den Wiederaufbau möglich gemacht“, sagte der Ministerpräsident.

Heute sind viele Straßen, Brücken, Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser wieder aufgebaut oder instandgesetzt. „Unser Auftrag endet aber nicht mit dem Wiederaufbau. Wir ziehen die Lehren aus dieser Katastrophe und investieren entschlossen in Vorsorge und Hochwasserschutz, damit Nordrhein-Westfalen künftig noch besser auf die Folgen von Extremwetter vorbereitet ist“, versprach Wüst.
Steinmeier, Kuper und Wüst kamen nach der Gedenkstunde mit Helferinnen und Helfern und Angehörigen von Opfern persönlich ins Gespräch. „Ihr unermüdlicher Einsatz und ihre Mitmenschlichkeit bleiben unvergessen“, sagte Kuper den Helfern.