Nach neun Jahren: Kinderhaus bekommt eigenen Spielplatz – Eltern leisten 500 Arbeitsstunden


Stand: 24.07.2026, 07:20 Uhr

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Gleich mal ausprobieren muss Bürgermeister Ulrich Proske die Rutsche bei der Eröffnungsfeier im Garten der Arche. Kindergartenleiterin Gertraud Hilger-Schott (r.) schaut zu und freut sich über den neuen Außenbereich.

Gleich mal ausprobieren muss Bürgermeister Ulrich Proske die Rutsche bei der Eröffnungsfeier im Garten der Arche. Kindergartenleiterin Gertraud Hilger-Schott (r.) schaut zu und freut sich über den neuen Außenbereich. © Stefan Rossmann

Es war ein Gemeinschaftsprojekt: Das Kinderhaus „Die Arche" in Ebersberg hat seinen neuen Außenbereich endlich eröffnet. Die Stadt investierte rund 80 000 Euro, wobei die Eltern rund 500 Stunden in Eigenleistung arbeiteten.

Ebersberg – Knapp neun Jahre ist es her, dass das Kinderhaus „Die Arche“ in Ebersberg die Planungen für einen neuen Außenbereich begonnen hatte. Lange mussten die Kinder zwischen Sandkasten, Schaukel und einem Erdhügel notgedrungen viel Kreativität im Spiel beweisen. Nun wurde der neue Spielplatz endlich eröffnet.

„Auf unser gemeinsam erschaffenes Ergebnis können wir alle stolz sein!“, so die kommissarische Leiterin des Kindergartens, Gertraud Hilger-Schott. Und „gemeinsam erschaffen“ ist auch das Stichwort, das Jochen Knöchel vom Träger, der evangelischen Kirche, bei einer ersten Begehung immer wieder hervorhob.

Wünsche der Kinder in Spielplatzgestaltung eingeflossen

Möglich wurde die Neugestaltung auch, weil die evangelische Kirche und Pfarrer Edzart Everts rund 200 Quadratmeter des angrenzenden Pfarrgartens dem Kinderhaus überließen und so Platz für den zuvor beengten Außenbereich schufen.

Die Planung wurde nicht über die Köpfe der Kinder hinweg entschieden, betonte Hilger-Schott. Die Wünsche der Kleinen seien in vorangegangenen Kinderkonferenzen immer wieder besprochen worden. Der am Rand des Sandkastens realisierte Wasserspielplatz gehe zum Beispiel aufs Konto der Kinder.

Herzstück ist ein Kletter- und Spielhaus aus Holz, das sich auf einen Hügel vor dem Haupteingang der Einrichtung schmiegt. Von hier führt eine Rutsche nach unten, daneben Balancierbalken, ein Sandkasten und eine Nestschaukel. Hinter dem Haus sind außerdem ein Werkhäuschen entstanden, in dem die Kinder sägen und hämmern dürfen, sowie ein Gemüsebeet und ein Parcoursweg zwischen Büschen und Rabatten. Bei den Materialien habe man großen Wert auf Nachhaltigkeit gelegt, sagte Knöchel.

Gemeinschaftsprojekt in 500 Arbeitsstunden

Entstanden sei das alles in Gemeinschaftsarbeit, betonte er. Eltern, Kinder, Pädagogen und Freunde des Kindergartens hätten sich mit jeder Menge Know-How und Muskelkraft unter der Projektleitung des professionellen Teams von „Gemeinsam gestalten“ aus Olching eingebracht. Locker 500 Arbeitsstunden Eigenleistung seien dabei zusammengekommen, rechnete Knöchel vor. Dieser beispielhafte Einsatz habe die Kosten spürbar reduziert – in Summe an die 20.000 Euro. Die Stadt Ebersberg habe insgesamt rund 80.000 Euro in das Projekt investiert.

„Das ist bürgerschaftliches Engagement, das vor Ort sichtbar bleibt“, lobte Knöchel – und räumte ein, dass es anfangs nicht leicht gewesen sei, freiwillige Helfer zu rekrutieren. Dann aber hätten viele weit über das Geplante hinaus angepackt – und so sei noch die eine oder andere Zusatzidee verwirklicht worden.